Segeln in der Karibik: Meilen versus Strandtage – wir finden die Balance.

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Die aktuelle Crew der escape hat verschiedene Interessen. Die einen möchten am liebsten immer weiter segeln, schliesslich hat man gerade den Atlantik überquert. Die anderen sind im Urlaubsmodus und möchten die Karibik auch mal am Strand geniessen. Während wir auf unserem Karibiktörn von St. Lucia nach Antigua fünf Tage lang jeden Tag eine kleine Strecke gesegelt sind verfolgen wir für den Rückweg eine andere Strategie um beide Interessen zu vereinen. Nur zwei lange Schläge, dafür zwischendrin ein paar Strandtage. Hier nehmen wir Euch mit auf die Reise mit unserer CNB66 escape.⛵️

Es fühlt sich an wie die Vertreibung aus dem Paradies: wir müssen zurück. Der Karibikurlaub unserer Mitsegler neigt sich dem Ende entgegen. Carlotta muß wieder in die Schule und für Lothar als Yachtbroker (Link siehe unten) stehen die Vorbereitungen der Bootsmesse in Düsseldorf an. Damit alle rechtzeitig für Ihren Heimflug wieder in Martinique sind, ist es jetzt an der Zeit Richtung Süden zu segeln. Am Vormittag des 29. Dezember geniessen wir noch einmal alle Green Island (siehe vorheriger Blogbeitrag). Nachmittags geht es dann wieder Richtung Englisch Harbour.

Während wir hinausfahren, passieren zwei andere Segelyachten die enge Einfahrt in die Bucht von Green Island

Wir möchten nachmittags ausklarieren, um dann am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang unseren langen Tagestörn zu starten. Aber wir haben die Rechnung ohne die lokalen Behörden gemacht. Als wir im Einwanderungs- und Zollbüro ankommen erklärt man uns, dass wir erst am nächsten Morgen ausklarieren dürfen, wenn wir erst am nächsten Tag die Insel verlassen. 🙁Dazu muss man wissen, dass dies auf den meisten anderen Inseln möglich ist, nur eben in Antigua nicht. Also müssen wir am nächsten Morgen wieder hin. Volker braucht eine geschlagene Stunde: von einem Schalter zum nächsten und dann wieder zurück. Hier in Antigua ist der ganze Prozess mit Ein-und Ausklarieren für Segelyachten deutlich aufwendiger als auf den meisten anderen Karibikinseln.

Mit etwas Verzögerung geht es dann los Richtung Guadeloupe. Ziel ist die 73,5 Seemeilen bis zu den Îles des Saintes an einem Stück zu segeln.

Auch wenn es bedeutet, dass wir im Dunkeln ankommen, wir fahren weiter bis zu den Îles des Saintes

Als wir an unserem Ankerplatz ankommen ist es schon lange dunkel. Da wir die Bucht aber von der Hinfahrt kennen kommen wir klar. Wir lassen den Anker fallen und gehen früh schlafen.

Blick aus dem Küchenfenster am nächste Morgen

Am nächsten Morgen werden wir aufgefordert den Ankerplatz zu verlassen, da wir zu nah an der Einlaufschneise des Fähranliegers liegen. Wir wollen sowieso lieber an eine Boje, das ist allerdings nicht so einfach, da die Bucht extrem beliebt ist. Sobald eine Boje frei wird kommt sofort das nächste Boot. Wir legen uns auf die Lauer. Als wir sehen, dass sich der nächste Segler zur Abfahrt fertig macht springt Alex sofort ins Beiboot, rast zu der frei gewordenen Boje und macht es dort fest. Volker startet den Motor während Lothar den Anker hochzieht. Während wir Richtung Boje unterwegs sind kommen schon mehrer andere Boote und fordern Alex vehement auf die Boje freizugeben. Aber er bleibt standhaft und verteidigt sie eisern. 💪Dank dieses Manövers haben wir jetzt einen schönen und sicheren Ankerplatz für die Nacht. 👌Jetzt können wir den Strandtag geniessen und uns den Vorbereitungen der Silvesterfeierlichkeiten widmen.

Während Volker und ich einklarieren, was hier schnell und umlompliziert geht, sucht Lothar nach einem Tisch für heute Abend. Schon gestern während der Fahrt habe ich verschiedene Restaurants angerufen, aber alle waren schon ausgebucht. Lothar, Natalia und Carlotta laufen von einem Restaurant zum nächsten und irgendwann schaffen sie es dank Carlottas Charme und Lothars Überzeugunkraft tatsächlich noch einen Tisch direkt am Strand zu bekommen.

Abends gibt es dann Lobster vom Grill. Danach geht es in den Ort, wo schon überall ausgelassen gefeiert wird. Wir treffen Freunde, die mit einem Katamaran unterwegs sind. Alle haben viel Spass, nach kurzer Zeit tanzen die Leute barfuss auf der Strasse. Die Stimmung ist bestens. 🥳🍾Entsprechend unseres Alters halten wir unterschiedlich lange durch. An Bord fehlt zwischenzeitlich ein Crewmitglied und taucht erst am nächsten Mittag wieder auf. Hauptsache alle hatten Spass! Ursprünglich wollten wir am 1. Januar weitersegeln. Aber die Crew beschliesst einstimmig noch einen Tag zu bleiben und das Flair der Îles des Saintes zu geniessen.🏝😎Zum Abschluss gönnen wir uns noch einmal ein Abendessen im besten Restaurant der Insel: Au Bon vivre – feine französische Küche. 👨‍🍳

Badespass auf dem SUP

Um 5.00h am nächsten Morgen geht los. Es ist noch stockdunkel. Weil wir gestern gefaulenzt haben müssen wir heute etwas über 100 Meilen segeln: die ganze Küste von Dominica entlang, dann weiter in den Süden von Martinique. Ziel ist die große Ankerbucht von St. Anne. Wir haben Glück, der Wind ist die meiste Zeit gut, zwischendrin lassen wir einmal den Motor mitlaufen um den Ankerplatz noch mit dem letzten Tageslicht zu erreichen. ⚓️

Am nächsten Tag bummeln wir gemütlich durch den netten kleinen Ort St. Anne. Auf dem Markt gibt es leckere tropische Früchte, allerlei Gewürze und lokale Spezialitäten. Am liebsten würde ich von allem etwas mitnehmen. Aber der Skipper schimpft mich Hamster 🐹 und bremst mich: aus seiner Sicht haben wir noch zu viele Vorräte an Bord und auch auf einer CNB66 ist nicht unendlich viel Platz. Wir einigen uns auf Bananenketchup 😋.

An einem Stand probieren wir karibisches Streetfood: Accras, eine Art Krapfen, der wahlweise mit Fisch oder Gemüse gefüllt ist. Sehr lecker. 🤤

Wie man sieht schmeckt es allen🤣🤣🤣
Man glaubt es kaum: Unser einziges Gruppenbild von diesem Törn.

Damit unsere vier Urlauber Ihren letzten Tag noch einmal so richtig geniessen können geht es danach noch einmal an den karibischen Traumstrand von St. Anne, wo wir uns außerdem noch ein richtig gutes Mittagessen in einem der coolen Strandlokale gönnen. 🦞🥖🥗🍨🍷

Am nächsten Tag ist dann endgültig Schluss mit lustig: wir laufen in den Hafen von Le Marin ein. Es beginnt der unangenehme Teil der Reise: Putzen.🚰🧹 escape muss innen und außen komplett gereinigt werden. Der Skipper führt ein eisernes Regiment – man könnte es auch Putzfimmel nennen. Er klopft jedem auf die Finger, der zu lange Pause macht. Glücklicherweise sind wir alle gut erholt und nehmen es mit Humor. 😅

Relevante Links

Lothars Yachtbrokerage:
Mallorca-Yacht-Partner

Top Restaurant in Terre de Haut, Iles des Saintes
Au Bon vivre

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