Von den US Virgin Islands in die Chesapeake Bay (Teil 2)

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Tag 2 auf See: Heute setzen wir zum ersten Mal den Code0. Es klappt problemlos. Bei nur 10 Knoten Wind holen wir bis zu 8 Knoten Fahrt heraus. So geht entspanntes PassatsegelnđŸ˜Šâ›”ïž. WĂ€hrend escape sanft dahin gleitet machen wir es uns auf dem Vordeck bequem. Dort gibt es Fahrtwind und dank dem großen Segel auch genug Schatten.

Kurz nach Mitternacht ĂŒbernehme ich die Wache von Volker. Die Segel sind eingestellt; escape lĂ€uft wie auf Schienen.

Wie immer bei den Nachtwachen wechsele ich hin und her zwischen meinem Platz im Cockpit und dem Navigationsplatz innen, wo am großen Bildschirm AIS und Radar nebeneinander eingestellt sind.  Die SteuerstĂ€nde außen meide ich bei Nacht. Innen ist es deutlich sicherer.

Typisch fĂŒr das Segeln in der Karibik sind die berĂŒchtigten „Squalls“⛈ 🌬 (kurze aber heftige RegenstĂŒrme). Ich habe mich immer gefragt ob ich ein Squall wirklich am Radar erkennen kann. Aber als es soweit ist erkenne ich es sofort😯. Eine bunte wabernde Masse schiebt sich von unten in den ansonsten leeren Radarbildschirm. Das ist es also. Ich beobachte es genau und mit der Zeit kommt es tatsĂ€chlich nĂ€her. Als es noch etwas weniger als 4 Seemeilen weg ist wird es mir zu heiss. Ich wecke den Skipper. Wir haben alle Segel voll draußen. Vielleicht sollten wir sicherheitshalber reffen. Volker ist total entspannt 😌 und meint der Squall wĂŒrde vorbeiziehen. Sicherheitshalber reffen wir trotzdem Genua und Großsegel. TatsĂ€chlich zieht der Squall vorbei. Gegen 1.15h legt Volker sich noch einmal schlafen und ĂŒberlĂ€ĂŸt mir wieder die Nachtwache.

Ich gehe wieder auf Posten Immer wieder muss ich dagegen ankĂ€mpfen nicht einzuschlafen. Als ich kurz weggedöst bin und danach wieder an den Navigatiosplatz gehe erschrecke ich michđŸ˜Č. Auf dem Bildschirm sind gleich drei Squalls zu sehen. Das eine ist riesig. Als ich draußen den Himmel nĂ€her betrachte kann ich es auch erkennen. Der Himmel ist hier viel dunkler. Meine MĂŒdigkeit ist wie weggeblasen. Ich ĂŒberlege. Das große Squall liegt im Lee von uns und sollte uns daher nicht erreichen. Aber es ist schon relativ nah dran und so exakt kann man den Verlauf vielleicht doch nicht voraussagen. Die beiden kleinen Squalls werden vom Wind in unsere Richtung geblasen und könnten uns wohl eher erreichen. Ich beschließe Volker noch nicht zu wecken und erst einmal die Lage zu beobachten.

Permanent laufe ich vom Navigatiosplatz nach draußen um den Himmel zu betrachten und zu gucken ob es vielleicht schon anfĂ€ngt zu regnen. Nach einer Weile sieht es tatsĂ€chlich besser aus. Das grĂ¶ĂŸere Squall hat sich etwas weiter entfernt und die beiden kleineren lösen sich auf. GlĂŒck 🍀 gehabt😅.

Kurze Zeit spÀterer Zeigt sich vorsichtig der erste Lichtstreifen am Horizont und ich werde mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt.

Der Skipper schlĂ€ft immer noch friedlich 😮. Als er kurze Zeit spĂ€ter an Deck kommt zeige ich ihm die Fotos vom Plotter und erklĂ€re ihm, wie ich gekonnt durch die Squalls hindurch navigiert habe 😉.Ich bin froh, dass ich ihn nicht noch einmal geweckt habe. So konnte er 5 Stunden am StĂŒck durchschlafen und ist fit đŸ’Ș fĂŒr die Strecke, die uns noch bevorsteht. 

Ich bin noch einmal davongekommen. Noch habe ich meinen ersten Squall nicht erlebt. Irgendwann wird es mich erwischen. Vielleicht schon in den nÀchsten Tagen?

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