Von den US Virgin Islands in die Chesapeake Bay (Teil 3)

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Tag 3 auf See

Obwohl wir schon zwei Tage Richtung Norden gesegelt sind ist es immer noch sehr heiss. Dadurch, dass wir die Seiten des Cockpits verkleidet haben, kommt hier kein Fahrtwind mehr hin und es wird extrem warm.

escape mit geschlossenen Seitenfenstern

Morgens werden daher als erstes die Seitenfenster hochgeklappt.

Die Seitenteile sind hochgeklappt

Ich bin schon über 48 Stunden auf See und nicht seekrank geworden😊. Allerdings ist die See auch sehr ruhig. Jetzt gehe ich einen Schritt weiter und probiere ob ich auch an Bord lesen kann ohne dass mir schlecht wird. Unter Seglern ist es üblich Bücher📚 auszutauschen. Diesem Brauch folgend hat Manfred Kerstan von der Albatros uns auf Martinique noch mit reichlich Segellektüre versorgt.

Passende Lektüre

Ich nehme mir Laura Deckers Buch📖 über ihre Solo-Weltumsegelung vor, die sie bereits mit 16 Jahren beendet hat. Das rückt unseren Törn in die richtige Perspektive. Was stelle ich mich an wegen läppischen 1300 Seemeilen wenn Laura Decker als Teenager allein um die Welt gesegelt ist. Ihr längstes Seestück waren 6000 Seemeilen von Australien nach Südafrika, große Teile davon mit starkem Sturm💨. Wegen dieser Leistung ist das Buch für mich absolut lesenswert. Es ist beeindruckend mit welcher Beharrlichkeit Laura Decker Ihren Weg gegangen👏👏👏ist und sich gegen die vielen Widrigkeiten und Hindernisse durchgesetzt hat💪💪💪. Da sieht man über kleine Schwächen bei Übersetzung und Lektorat gerne hinweg.

Tag 4 auf See

Der Tag beginnt mit einem wunderschönen Sonnenaufgang.

Wir können den ganzen Tag über segeln. Nachmittags gibt es jede Menge leckeres Obst. Erst essen wir Kirschen 🍒. Dann verarbeitet Volker unsere restlichen Bananen🍌 zu einem leckeren Bananenmilchshake

Mehr Segellektüre

Ich beginne mit meinem zweiten Buch📖 auf diesem Törn. Es passt perfekt, denn es geht um eine Atlantiküberquerung. Das Magazin „Stern“ verlost zum 40. Jubiläum(1989) eine Atlantiküberquerung mit dem bekannten Einhand-Weltumsegler Wilfried Erdmann. Dieser segelt dann tatsächlich mit jeweils 8 Gewinnern, die größtenteils noch nie auf einem Segelboot waren, über die Nordatlantikroute nach New York und zurück. Wahnsinn 😜! Dabei kommen sie insbesondere auf der Rückreise in mehrere schwere Stürme💨 teilweise mit Orkanstärke. Faszinierend und erschreckend zugleich. Wenn ich noch nie auf einem Segelboot war würde ich mich doch nicht freiwillig für einen Nordatlantik-Törn melden? Zumal es auch viele andere schöne Dinge zu gewinnen gab. Aber vielleicht sind andere Leute einfach risikofreudiger als ich. Es ist jedenfalls interessant zur lesen…(Link siehe unten).

Tag 5 auf See

In der Nacht und am frühen Morgen ist sehr wenig Wind. Wir fahren mit Genua und Grosssegel und lassen den Motor mitlaufen. So kommen wir gut vorwärts und brauchen weniger Sprit. Über Mittag können wir einige Stunden schön mit dem Code0 Segeln. Danach wird der Wind weniger und wir müssen den Code0 wieder einholen.

Über Funk haben wir das erste Mal auf diesem Törn Kontakt zu einer anderen Yacht. Sie ist auf dem Weg zu den Bermudas und dann weiter nach Europa. Sehen können wir sie nicht, auch nicht auf dem Plotter denn sie hat kein AIS.

Wir sehen einen wunderschönen 180Grad Regenbogen 🌈.

Wie schon mehrfach in den letzten Tagen kreuzt ein Frachtschiff.

Bei Sonnenuntergang sehen wir zum ersten Mal auf diesem Törn zwei Delfine🐬 aber nur ganz kurz. 

Zum Abendessen gibt es Hühnercurry.  Danach schläft Volker und ich übernehme die erste Wache. Er möchte die Segel draußen lassen was zur Folge hat, dass ich ihn 1,5 Stunden später wieder wecken muss weil die Genua flattert und wir sie einholen müssen.

Tag 6 auf See

Bereits in der Nacht hat Volker die Segel herunter genommen. Es ist einfach zu wenig Wind.

Die Wache morgens früh ist die schönste. Die ersten Lichtstrahlen zeigen sich am Horizont. Endlich sieht man wieder etwas. Es ist schön in Ruhe den Sonnenaufgang zu betrachten.

Um 7:15h verkündet Volker: noch 430 Seemeilen bis zum Ziel. Juhu!!! Den ganzen Vormittag fahren wir unter Motor bei strahlendem Sonnenschein und spiegelglatter See durch die Flaute. Um 11.30h sind es noch 395 Seemeilen bis zum Ziel

Der Skipper nutzt die Flaute und brät zum Mittagessen leckere Würstchen. Als gesunden Ausgleich dazu gibt es Möhren und Paprika Rohkost. Als wir uns zum Essen hinsetzen merken wir dass Wind 🌬 kommt. Genau wie vorhergesagt nimmt der Wind um14.00h zu. Das hat zur Folge, dass ich alle zwei Minuten ermahnt werde schneller zu essen damit wir endlich segeln können. So stellt man sich ein gemütliches Mittgessen am Sonntag nicht vor. Da fällt dem Skipper das Besteck auf den Boden. Die rote fette Würstchensauce landet auf dem Teak. Somit ist er erst einmal eine Weile beschäftigt 🤣🤣🤣 und ich kann in Ruhe essen.

12 Knoten Wind aus 100 Grad, wir überlegen welches Vorsegel wir nehmen. Der Skipper entscheidet sich für die Genua weil der Wind möglicherweise noch zunimmt und der Code0 dann nicht mehr geeignet ist.

Noch ein Buch über das Meer

Ich beginne wieder ein neues . Literaturtechnisch befinde ich mich jetzt schon in unserem Zielrevier. Ein Fischerboot aus Montauk, Long Island, USA  fährt nachts hinaus. Einer geht über Bord die anderen merken es allerdings erst Stunden später. Das Buch schildert die dramatische Rettungsaktion. Schon deshalb lesenswert weil es auf einer wahren Geschichte basiert. Auch dieses Buch lehrt einen wieder den Respekt vor dem Meer. Gleichzeitig wird viel über das Leben der Fischer aus Montauk berichtet. Das macht es für uns besonders interessant weil wir dort vielleicht noch hin möchten.

Bücher 📚

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