Ankunft in der Chesapeake Bay

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Tag 7 auf See
Unsere Passage von den US Virgin Islands in die Chesapeake Bay neigt sich dem Ende entgegen. Wir sind froh, dass bis jetzt alles so gut gelaufen ist. Morgens werden wir noch einmal mit einem traumhaften Sonnenaufgang belohnt. Allerdings ist es heute zum ersten Mal deutlich kühler. Jetzt macht sich bemerkbar, dass wir viele Meilen Richtung Norden gesegelt sind. Auf dem 18. Breitengrad sind wir gestartet, jetzt sind wir auf dem 33. Breitengrad angekommen.

Sonnenaufgang auf dem Atlantik

Wir sind die ganze Nacht unter Motor gefahren. Auch tagsüber können wir nicht segeln. Wir haben nur sehr wenig Wind und dann noch genau von vorne.

Später kommt noch eine blöde Welle 🌊 dazu, so dass escape oft unsanft auf das Wasser kracht. Wenn escape leidet geht es auch dem Skipper nicht gut. Er ist extrem schlecht gelaunt😠 und flucht. So sieht also „Wind gegen Strom“ aus. Vorher haben wir bei der Diskussion der verschiedenen Wetterprognosen oft darüber gesprochen. Der Golfstrom schiebt in nördlicher Richtung und der Wind kommt aus Norden genau dagegen. Unter diesen Umständen können wir froh sein, dass nur so wenig Wind ist.

Wir nutzen die Zeit und bereiten uns intensiv auf die Ankunft vor indem wir Seekarten und Revierhandbücher studieren.

Volker setzt schon einmal die Gastlandflagge

Später schaffen wir es dann durch eine kleine Kursänderung noch ein paar Stunden zu segeln. Das Wetter wird jetzt deutlich schlechter. Glücklicherweise haben wir vor der Abfahrt noch die Schlechtwetter-Kleidung bereitgelegt.

Ein kleiner Vogel verirrt sich in unser Cockpit. Volker hilft ihm wieder nach draussen.

Tag 8 auf See

Wenn alles klappt ist heute der letzte Tag unserer Passage. Bei Tageslicht sehen wir nichts. Es herrscht dicker Nebel. Die Sichtweite beträgt unter 50m. Dadurch wird die Ansteuerung problematisch. Jetzt müssen wir AIS und vor allem Radar intensiv beobachten. Die Einfahrt der Chesapeake Bay ist einer der mistbefahrenen Seewege der USA. Außerdem ist Norfolk eine große Navy Basis. Sieht man Kriegsschiffe immer auf AIS und Radar?

Gegen 10.00h kommt etwas Wind. Sofort setzen wir den Code0. Als der Motor ausgeht spüren wir wie entspannend das ist. Man hört das Wasser plätschern und leichte Geräusche des Segels im Wind. Wir gleiten sanft dahin. Die Sache hat nur einen Haken. Wir machen nur 6 Knoten Fahrt bei dem laufen Lüftchen. Das bedeutet wir würden mitten in der Nacht ankommen. Da wir jedoch in diesem stark befahrenen Gebiet unterwegs sind möchten wir liebe bei Tageslicht ankommen. Also werfen wir schweren Herzens den Motor wieder an und holen den Code0 ein.

Der Nebel lichtet sich erst gegen 12.00h. Aber auch dann können wir die Küste noch nicht erkennen und eine Stunde später ist er wieder genauso dicht wie vorher. Dabei hatte ich mir das so schön vorgestellt wie das wohl ist, wenn man nach einer Woche auf See zum ersten Mal wieder Land sieht. Aber leider sehe ich nichts.

Je näher wir der Küste kommen um so mehr Schiffsverkehr sehen wir, zumindest auf dem AIS und dem Radar. In der Realität sehen wir nicht die Hand vor Augen. Ganz schön mulmiges Gefühl permanent in eine weisse Wand hineinzufahren.

Ganz schön ‚was los an der Einfahrt zur Chesapeake Bay, unten rechts sieht man escape

Wir halten uns neben dem Fahrwasser für die Grosschiffahrt. Mit weniger als 500m Abstand passiert ein Frachter. Man erkennt ihn nur schemenhaft. Allerdings hört man das Nebelhorn.

Frachter passiert escape an der Einfahrt zur Chesapeake Bay

Konzentriert betrachten wir den Plotter, die Bojen die das Fahrwasser markieren sind heute leider nicht zu sehen. Aber laut Seekarte gibt es hier eine Heulboje (Boje, die ein akustisches Signal gibt, damit man sie auch bei schlechter Sicht identifizieren kann). Die macht bei dem Nebel wirklich Sinn. Allerdings passieren wir die Heulboje in weniger als 200m Entfernung und man hört nichts. Scheint wirgendwie nicht zu funktionieren. Schade, schon immer seit ich den Sportbootführerschein gemacht habe, wollte ich mal eine Heilboje live erleben.

Als wir nur noch eine Stunde von unserem geplanten Ankerplatz entfernt sind sieht man etwas mehr von der Küste. In der Einfahrt zur Bucht wird gerade gebaggert.

Vorsichtig navigiert Volker Richtung Hampton. Vor dem Ort gibt es einen Ankerplatz: Mills Creek. Hier liegen schon einige Boote, es ist aber noch genug Platz für uns. Wie geplant fällt der Anker ⚓️ mit dem letzten Tageslicht. Allerdings muss man im Nachhinein sagen, dass eine Ansteuerung im Dunkeln auch nicht schwieriger gewesen wäre als bei dem dichten Nebel. Im Gegenteil: Im Dunkeln hätte man wenigstens die Leuchtfeuer und beleuchteten Fahrwassertonnen erkennen können. Lediglich beim Ankern ist es von Vorteil, dass wir noch etwas sehen können. Die kleinen Fischerbojen in der Bucht hätten wir sonst nicht erkannt.

Die Freude ist groß ist groß😊. Wir sind sicher angekommen. In einem unserer vorigen Blogbeiträge hatte ich bereits kurz über die Ankunft berichtet, um Familie und Freunde zeitnah zu informieren.

Die escape Crew nach gelungener Passage bei Ankunft in der Chesapeake Bay

Jetzt müssen sie uns nur noch offiziell ihn die USA 🇺🇸 einreisen lassen. Wir wundern uns, dass wir bis jetzt noch keinerlei Kontakt mit Zoll oder Coast Guard hatten und hier ganz unbehelligt unseren Anker fallen lassen durften. Aber sehr wahrscheinlich verfolgen sie und auf dem Bildschirm. Während Volker sein wohlverdientes Anlegebier 🍺 geniesst(das erste seit unserer Abfahrt), beginnt meine Hauptaufgabe bei diesem Törn: Die Einreiseformalitäten: Wird alles glattgehen? 🤔

Ein Kommentar

  1. Hi Annemarie und Volker,
    Wahnsinn: weiße Wände, Wind gegen Strom-Wellen, heavy Schiffsverkehr, Code0 hoch und runter, 50m Sicht, ihr habt alles gemeistert. Chapeau mal wieder. Und dann So viele Nächte auf See. Ich war schon nach einer Nacht ganz gut geschlaucht auf unserem Törn von Martinique nach Grenada.
    Nur 6 Knoten Fahrt. Hm. 😪
    Schade, dass das mit der Heulboje nicht geklappt hat, meine Einzige bisher habe ich vor Kiel erlebt. Klingt nach Geisterbahn.🐙
    Wie man ein Anlegerbier vor Anker trinkt, müsst ihr mir dann noch mal zeigen.🤔😊
    Viel Glück weiterhin, wir freuen uns auf eure nächsten Posts!

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