Yorktown oder doch wieder Hampton?

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Nachdem wir zwei Nächte zwischen Norfolk und Portsmouth gelegen haben wird der Skipper langsam unruhig. Es ist Zeit weiterzuziehen. Bei der Törnplanung in der Chesapeake Bay sind neben den Gezeiten und dem Wetter die Tiefen ein kritischer Punkt für uns. Mit einem Tiefgang von 2,95m kommt unsere CNB66 hier nicht überall hin. Viele Marinas in der Chesapeake Bay sind für uns zu klein und auch einige Ankerplätze können wir nicht anlaufen. Die Chesapeake Bay ist jedoch gross genug. Es gibt noch genügend schöne Ecken, die wir mit escape erkunden können. Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist die Masthöhe. Bei über 30m ist vor manchen Brücken einfach Schluß.

In Zeiten von COVID-19 kommt noch ein zusätzlicher Aspekt bei der Planung dazu: Wie ist die aktuelle Lage in unserem Gebiet? Schon in Martinique habe ich die New York Times abonniert, die sehr fundiert und detailliert berichtet. Die Zahlen werden nicht nur pro Staat sondern auch pro County(ähnlich wie bei uns Kreise) detailliert und tagesaktuell aufgelistet. Grundsätzlich meiden wir grössere Städte, wo die Anzahl der Infizierten und damit auch unser Risiko deutlich höher ist. Außerdem schauen wir uns an, wo es „Hotspots“ gibt, in denen die Zahlen gerade nach oben gehen. Auch diesen bleiben wir fern beziehungsweise verlassen escape dann so wenig wie möglich. Grundsätzlich sieht es in Virginia (Link siehe unten) sehr gut aus. Die Anzahl der Corona-Fälle ist hier ähnlich wie in Deutschland. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Counties beträchtlich. Wir haben Glück: in den dünn besiedelten Gebieten an der Südwestküste der Chesapeake Bay, wo wir als nächstes hin möchten, gibt es kaum Corona-Fälle.

Heute soll es nach Yorktown gehen. Doch vorher möchten wir noch einen Tankstopp in Hampton im Bluewater Yachting Center machen, wo wir uns vor drei Tagen schon alles angeschaut haben. Zwei Leute helfen beim Anlegen. Wir werden freundlich begrüsst: „Schön dass ihr wieder da seid“. Hier ist alles „easy going“😄.

Vor der Passage hatten wir in den US Virgin Islands noch einmal vollgetankt. Heute füllen wir insgesamt 1054 Liter Diesel in die beiden Tanks. Das ist der Preis für die Flaute während unserer Überfahrt. Glücklicherweise ist der Sprit hier günstig. Wir bezahlen 424€.

Nach dem Tanken fragt mich Volker: „Was meinst Du, sollen wir einen Tag hier in der Marina bleiben“? Sollte mein Mann einer spontanen Eingebung folgend meinen Wunsch nach einem langsameren Reisetempo erfüllen? Klar bin ich dafür😊. Gesagt, getan, die Marina hat einen Liegeplatz für uns. Da sie sehr umsichtig sind raten sie uns noch ein paar Stunden an der Tankstelle liegen zu bleiben um uns dann bei Flut zu verholen, damit wir auf keinen Fall ein Problem mit der Tiefe haben. Also beschliessen wir uns erst einmal ein leckeres Mittagessen im Surfrider-Restaurant zu gönnen. Zu meiner Freude bringt mir einer der netten Marina-Mitarbeiter ein Treppchen, so dass ich elegant von Bord steigen kann. Als ich vom Boot gehe, sehe ich warum der Skipper hierbleiben möchte. Man sieht an den Relingstützen wieder überall kleine Roststellen. Volker möchte den Aufenthalt in der Marina nutzen, um diese zu entfernen und das Boot gründlich zu reinigen. Aber er hat es mir seine Planänderung gut verkauft🤣🤣🤣.

escape an der Tankstelle im Bluewater Yachting Center, Hampton

Nach dem Mittagessen bringen wir escape an ihren neuen Liegeplatz. Der Skipper geht in den Arbeitsmodus und lässt seinem Tatendrang freien Lauf😉.Aus Erfahrung weiss ich jetzt ist es Zeit sich zu verkrümeln.

Aber natürlich will ich auch nicht untätig sein. Ich kümmere mich um die Verproviantierung. Seit der Karibik haben wir nichts mehr eingekauft. In der Nähe gibt es einen Supermarkt. Trotz Regen mache ich mich auf den Weg. Als Segler hat man schließlich die entsprechende Kleidung für jedes Wetter. 1,4 km zu Fuss sind nicht weit, zumal es durch die Ivy Home Road geht, deren Anwesen uns schon vom Wasser aus sehr gut gefallen haben. Zurück wird es allerdings anstrengend wenn man vollgepackt ist mit Einkaufstaschen. Ich verbuche das als Sporteinheit💪. Abends gehen wir wieder in das einladende Terassen-Restaurant der Marina, das bezeichnenderweise am Sunset Creek liegt. In der Tat sind das Abendlicht und der Sonnenuntergang hier wunderschön. Es könnte uns nicht besser gehen🤩.

Da Volker mit seinen Reinigungsarbeiten noch nicht fertig ist und es uns hier gut gefällt beschliessen wir noch einen weiteren Tag zu bleiben. Nach dem Frühstück geht er an Deck und putzt und poliert weiter. Ich beschäftige mich mit der Wäsche sowie der Reinigung des Innenbereiches. Als ich später an Deck komme ist Volker in guter Gesellschaft. Auf den Nachbarbooten wird überall fleissig geputzt. Sobald ein Boot einläuft und festgemacht hat, wird erst einmal der Lappen ausgepackt.

Für den nächsten Tag ist schlechtes Wetter angesagt, was dazu führt dass wir noch einen dritten Tag bleiben. Allerdings müssen wir innerhalb es Hafens den Liegeplatz wechseln, da unser bisheriger Platz ab heute vermietet ist.

escape’s neuer Liegeplatz am Hampton River

Der Skipper nutzt den Tag für die Kontrolle der verschiedenen Systeme. Er prüft Ölstände, Kühlmittel und Seewasserfilter. Er schaut ob alles dicht ist, keine Verbindungen lose sind und die Bilge überall trocken ist. Dabei zeigt er wie immer vollen Körpereinsatz.

Morgen soll es dann endlich nach Yorktown gehen. Nach drei Tagen in der Marina ist escape wieder in Bestform. Jetzt ist es Zeit für unseren ersten Segeltörn in der Chesapeake Bay⛵️.

Relevante Links

New York Times Coronavirus Statistiken für Virginia

Bluewater Yachting Center, Hampton

Ein Kommentar

  1. Hi Annemarie und Volker, das hört sich doch alles gut an. Die USA sind ein tolles Land mit vielen lieben und netten Leuten. Zugegeben, heutzutage kann man das manchmal vergessen, aber eure Berichte lassen mich weiter an dieses phantastische Land glauben. Die Situation in eurer Umgebung scheint lockerer zu sein als hier auf Grenada, ohne dass die Covid-19 cases deutlich höher sind als im Durchschnitt anderswo. Hier ist Maskenpflicht almost everywhere, um 19:00 Uhr machen die Restaurants zu, und – was das schlimmste ist, Volker- Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten! -Dummerweise gehört Bier dazu ( unverständlich). Genießt das Segeln. 1054 Liter sind ganz schön viel. Armer Alan. Er ist immer noch auf See.
    Liebe Grüße, wir vermissen Euch, Alfred und Petra

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