Horn Harbour: hier fährt man mal eben mit dem Boot zum Abendessen

Gepostet von

Nachdem uns Reedville als Ankerplatz nicht geeignet erschien fahren wir weiter den Great Wicomico River hinauf.

Hier hat Volker sich bereits vor einigen Tagen einen Ankerplatz ausgeguckt: eine Bucht im Fluss gegenüber der kleinen Horn Harbour Marina. Der Platz ist in der Tat perfekt. Wir sind das einzige Boot vor Anker weit und breit. Das Ufer wird gesäumt von einzelnen, grosszügigen Anwesen. In der Ferne sieht man die Brücke, die über den Fluss führt. Spätestens dort wäre für uns Schluss gewesen.

Nachdem wir uns vergewissert haben, dass der Anker hält bringen wir das Beiboot zu Wasser und steuern die Marina an. Ich hoffe, dass die Speisekarte des Restaurants dem Skipper zusagt. Dann kann ich ihn vielleicht überreden noch eine zweite Nacht zu bleiben😉. Wenn wir jeden Tag ein neues Ziel ansteuern habe ich manchmal das Gefühl, dass es zu schnell geht und ich die Besonderheiten der einzelnen Orte nicht mehr richtig wahrnehme.

Als wir vor dem Restaurant ankommen werden wir freudig empfangen. „Hallo seid ihr von dem Boot dort? Herzlich Willkommen“. An einem Tisch auf der Terrasse sitzen zwei Ehepaare, die dort wohnen wo wir geankert haben. Wir unterhalten uns nett, sie fragen interessiert wie unsere bisherige Tour war. Wir erkundigen uns nach der Gegend. Beim Thema „Segeln“ sind sie sehr sachkundig. Sie befragen uns nach unserem dritten Vorsegel, dem Code0 mit dem hydraulischen Furler. Dass sie auf die Entfernung überhaupt etwas erkennen können…

Wir finden ebenfalls einen Platz auf der Terrasse. Das Restaurant hat tatsächlich eine umfangreiche Speisekarte mit Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, Es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Alle Gäste scheinen sich zu kennen. Viele kommen mit dem Boot. Wir fühlen uns wohl hier und reservieren direkt für den nächsten Abend. Als Krönung des Abends gibt es noch einen Regenbogen direkt über escape.

Dadurch, dass wir heute einen Tag Pause haben, können wir am nächsten Morgen erst einmal in aller Ruhe Kaffee trinken und den Blick auf unseren Ankerplatz geniessen. Nur ein Geräusch stört die Ruhe: das Summen der Aufsitzmäher. Die riesigen Rasenflächen der Flussgrundstücke wollen schliesslich gepflegt werden. Von daher hört man beim Ankern in einem der Nebenflüsse der Chesapeake Bay fast immer das uns mittlerweile wohlbekannte Surren der Rasenmäher. Gehört irgendwie dazu…

Nachmittags machen wir dann eine ausgedehnte Tour mit dem Beiboot. Auch wenn die Bilder ähnlich sind wie in den vergangenen Tagen ist es doch immer wieder spannend einen neuen Flussarm zu erkunden. Hier liegen die Häuser oft etwas höher. Die Grundstücke fallen zum Fluss hin langsam ab. Das einzige Problem ist, dass es kaum Stellen gibt wo wir mit dem Beiboot anlanden können. Fast Das ganze Flussufer besteht aus Privatgrundstücken. Ursprünglich wollten wir etwas laufen. Schliesslich finden wir einen Platz in einer Marina, wo die Anwohner ihre kleinen Motorboote liegen haben. Als wir an Land gehen, stellen wir allerdings fest, dass es viel zu heiss ist um länger spazieren zu gehen.

Abends gehen wir wieder ins Hafenrestaurant. Die Szene von gestern wiederholt sich. Auch die Leute, die heute auf der Terrasse sitzen begrüßen uns freundlich, fragen von wo wir kommen und wie lange wir in den USA bleiben wollen. Heute am Samstag ist es deutlich voller als gestern. Wir erfahren, dass heute der erste Tag nach dem Corona-Lockdwon ist, an dem das Restaurant auch innen wieder geöffnet hat. Gut dass wir reserviert haben. Wir wollen natürlich draußen sitzen mit blick auf escape.

Wieder kommen viele Gästen mit dem Boot zum Abendessen kommen. Jede Gruppe wird mit freundlichem „Hallo“ begrüsst. Wir sind voll integriert. Zwischendurch nimmt auch Volker mal eine Leine an. Das Marina-Restaurant hier ist wohl das Pendant der Chesapeake Bay zu einer Eckkneipe in Köln. Hier trifft sich die Nachbarschaft. Wie wir heute Nachmittag auf unserer Tour mit dem Beiboot feststellen konnten gibt’s auch weit und breit nichts anderes.

Am Nebentisch sitzt eine Ehepaar mit Kind. Er erklärt uns, dass er gegenüber auf der anderen Seite des Flusses wohnt. Frau und Kind sind mit dem Auto gekommen, aber er hat lieber das Motorboot genommen. Wozu hat man auch sonst ein Haus mit Bootssteg vor der Tür?

Schade, das wir diesen schönen Ankerplatz morgen schon wieder verlassen, aber es gibt noch so viel zu sehen in der Chesapeake Bay.

Hier der Link zur Horn Harbour Marina

2 Kommentare

  1. Schön, dass es Euch gut geht. Schön auch, dass die Situation dort, wo ihr seid, o.k. ist. Man liest viel Schlimmes. Viel Freude weiterhin. Wollt ihr bis Ende Hurricane Saison in der Chesapeake Bay bleiben?
    Liebe Grüße Alfred und Petra

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.