Kinsale – Kolonialstädtchen im Dornröschenschlaf

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Morgens geniessen wir noch in aller Ruhe den Ausblick an unserem Ankerplatz im Great Wicomico River. Trotz der Hitze raffe ich mich zu einem kleinen Workout auf💪. Mittags geht es dann weiter. Wir gehen Anker auf und fahren langsam unter Motor durch den Fluss.

Great Wicomico River

Als wir wieder in die Chesapeake Bay kommen setzen wir Großsegel und Genua. escape nimmt Kurs Richtung Norden. Wir segeln hart am Wind mit reichlich Lage.

Mit der Zeit wird der Wind weniger. Als unsere Geschwindigkeit auf 6 Knoten abgefallen ist, hat der Skipper genug. Der Code0 muss her. Siehe da, nachdem unser Leichtwindsegel gesetzt und getrimmt ist haben wir wieder 9 Knoten Fahrt. Der Skipper ist zufrieden und ich auch. So geht entspanntes Segeln in der Chesapeake Bay😊⛵️.

Wir ändern unseren Kurs Richtung Westen und segeln unter Code0 in den Potomac. Dann wird der Wind weniger und wir müssen die Segeln einrollen.

Für den Kölner ist -was Flüsse betrifft- natürlich der Rhein das Maß aller Dinge. Darum habe ich direkt einmal nachgeschaut. Der Potomac ist 652 km lang und damit etwas mehr als halb so lang wie der Rhein(1232km). Er bildet die Grenze zwischen den Bundesstaaten Virginia im Süden und Maryland im Norden. Auch wenn er unter den Flüssen der USA nur auf Platz 21 rangiert hatte er durch diese Lage große strategische Bedeutung im amerikanische Bürgerkrieg. Weiter oben am Potomac liegt Washington.

Wir folgen dem Lauf des Potomacac nur ein kurzes Stück und biegen dann in einen kleinen Nebenfluss, den Yeocomico River, ein. Hier ist höchste Konzentration gefragt. Die Fahrrinne, die für uns tief genug ist, ist sehr klein und verläuft in vielen Kurven. Gleichzeitig muss man aufpassen um den vielen Fischerbojen auszuweichen. Der Skipper navigiert gekonnt und findet einen wunderschönen, einsamen Ankerplatz.

Wie immer erkunden wir mit dem Beiboot die Gegend. Wir haben gesehen, dass weiter oben am Flussarm der kleine Ort Kinsale liegt. Der Skipper hofft dort eine nette Bar zu finden. Als wir in der Marina von Kinsale einen Mann fragen ob wir hier unser Beiboot festmachen werden wir, wie schon so oft in den vergangenen Tagen, herzlich begrüsst. Gareth fragt uns woher wir kommen und schickt uns direkt einen Link mit einer Walking Tour durch Kinsale. Er lädt uns sogar ein, am nächsten Tag auf ein paar Drinks bei ihm vorbeizukommen. Heute hat er leider keine Zeit, denn er möchte gerade eine kleine Spritztour mit dem Motorboot machen.

Kinsale wurde1706 gegründet. Wie so viele Orte entlang den Flüssen der Chesapeake Bay hatte es früher durch seine Lage am Fluss eine entsprechende Bedeutung als Hafenstadt. Heute scheint es in eine Art Dornröschenschlaf versunken zu sein. Der Ort ist schön anzuschauen aber es gibt tatsächlich nirgendwo eine Kneipe, Kiosk oder Ähnliches. Überhaupt sieht man wenig Leben obwohl wir uns im Zentrum befinden.

Nachdem wir uns ausgiebig umgeschaut haben gehen wir zum Dinghy zurück und fahren weiter in einen anderen Seitenarm des Yeocomico River. Hier finden wir eine Marina, wo aber auch alles geschlossen ist. Einige der Boote sind bewohnt. Als wir fragen ob es in der Nähe eine Bar, ein Restaurant oder auch nur einen Supermarkt gibt erfahren wir, dass alles einige Meilen entfern ist und keinesfalls mit dem Dinghy zu erreichen.

Letztendlich ist das nicht schlimm. Auf escape gibt es noch genügend Vorräte. So verbringen wir den Abend an Bord und geniessen die Stille und das schöne Abendlicht.

Als nächsten Morgen steht der Skipper wie immer vor mir auf, um in aller Ruhe seinen Kaffee ☕️ zu trinken und seine Mails zu checken. Doch er kommt fassungslos😳 in unsere Kabine zurück und berichtet, dass draußen im Cockpit von escape Tausende von Mücken 🦟🦟🦟 sitzen. Die müssen schleunigst entfernt werden. Ich überlege kurz. Entweder ich könnte aufstehen und mit dem Skipper gemeinsam die Mücken verjagen, entsorgen oder was immer er auch mit Ihnen vorhat. Oder ich stelle mich schlafend😴. Die zweite Option ist eindeutig die bessere😉, zumal grundsätzlich ich die Mückenstiche abbekomme und nicht Volker. Nach einer halben Stunde höre ich, dass alle Mücken weg sind. Aber sie haben Spuren hinterlassen. Im ganzen Cockpit und auch am Heck sind überall kleine schwarze Punkte. Es sind Hinterlassenschaften der Mücken, die schmierige Flecken geben. Also heisst es erst einmal Boot putzen 🧹🧼🧽. Jetzt muss ich natürlich auch‘ ran. Noch vor dem Frühstück packen wir Schwämme und Eimer aus. Jeder putzt eine Seite. Als wir fast fertig sind bemerken wir, dass mittlerweile wieder neue Fliegen oder Mücken(wir können es nicht genau identifizieren) kommen. Da hilft nur noch Flucht. Wir lichten den Anker und frühstücken Müsli während der Fahrt.

Bye Bye Kinsale – Schade, gerne hätten wir heute noch Gareth besucht, aber unter diesen Umständen ist es besser einen neuen Ankerplatz zu suchen. Bis jetzt hatten wir noch nie ein solches Problem mit Fliegen oder Mücken. Hoffentlich kommt das jetzt nicht öfter vor.

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