24 Stunden in Oxford, Maryland

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Nach einem spannenden Segeltag in der Chesapeake Bay kommen wir spät nachmittags in Oxford an der Ostküste der Chesapeake Bay an. Am ausgewiesenen Ankerplatz⚓️ liegen schon einige Boote.  Es ist relativ windig🌬. Wir machen mehrere Ankerversuche aber zum ersten Mal seit wir in der Chesapeake Bay angekommen sind will es nicht so recht gelingen. Entweder hält der Anker nicht oder wir haben nicht ausreichend Abstand zu den anderen Booten. Als wir endlich das Gefühl haben, dass er jetzt hält, stellen wir fest, dass wir zu nah am Fahrwasser der Fähre liegen, deren Kapitän uns auch prompt per Funk darauf aufmerksam macht.

Was machen wir jetzt🤔? Wir gehen wieder Anker auf und beschliessen unser Glück woanders zu versuchen. Langsam fahren wir wieder in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Auf der anderen Seite der Landzunge ist deutlich weniger Wind, der Anker hält sofort. Wir sind das einzige Boot und haben auch noch einen viel schöneren Ausblick als in der anderen Ecke.

Jetzt ist es Zeit unser Beiboot zu Wasser lassen. Das Sightseeing vertagen wir auf morgen. Stattdessen steuern wir das Restaurant Docs Sunset Grill an, was direkt gegenüber liegt. Wir haben eine gute Wahl getroffen. Unser Tisch steht direkt am Wasser. Während die Sonne langsam untergeht schauen wir den Möwen zu, die hier lautstark aktiv sind.

Auch das Essen ist spannend. Wir bestellen eine Meeresfrüchteplatte. Wichtig dabei ist, dass das Ganze nicht frittiert sondern gedünstet ist, damit der Eigengeschmack der Meeresfrüchte zur Geltung kommt. Mit Ausnahme der großen Krabben kommt alles aus der Region. Bevor man allerdings das zarte Fleisch der großen Krabben geniessen kann, muss man ihnen mit dem geeigneten Werkzeug zu Leibe rücken. 😀

Der Name des Restaurants ist passend gewählt, wir sehen einen spektakulären Sonnenuntergang 🌅, der wieder einmal alle Farben von gelb über rot, orange und tiefste Lilatöne beinhaltet. In der Ferne sehen wir escape friedlich auf dem Wasser schaukeln. Was für ein herrlicher Abend 😍. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir speziell in diesen schwierigen Zeiten solche Momente erleben dürfen.

Am nächsten Morgen begrüsst uns Oxford mit Regen🌧, darum bleiben wir erst einmal unter Deck und machen Büroarbeit sowie Reinigungs- und Wartungsarbeiten an escape. Gegen nachmittag als der Regen eine Pause macht fahren wir trotz des schlechten Wetters mit dem Dinghy an Land. Wir machen an der selben Stelle fest wie gestern und laufen von dort aus. Der Landgang lohnt sich. Oxford ist ein niedliches Örtchen mit historischen Häusern und liebevoll gepflegten Vorgärten. 

Allerdinsg wirkt alles ein bisschen ausgestorben. Wir stellen fest, dass viele Geschäfte, Restaurants und Cafés nur von Donnerstags bis Sonntags geöffnet haben, wenn die Wochenendausflügler von der anderen Seite herüber kommen. 

Besonders schmerzlich ist das für mich als wir vor dem geschlossenen Fenster der Eisdiele stehen, die in unserem Revierführer besonders gelobt worden war. Ich sehe die Tafel mit all den leckeren Sorten und kann nicht eine davon probieren. Das ist Zankerei😕.

Ebenfalls im Revierführer empfohlen war der Besuch der Cutts & Case Werft in der klassische Holzboote gebaut werden. Wir schauen uns auf dem Gelände um begegnen aber keinem Menschen. Ob das die Folgen von COVID sind?

Als der nächste Regenschauer kommt flüchten wir in die Taverne des historischen Robert Morris Inns. Dieses Gasthaus ist das älteste noch voll funktionierende Gasthaus der USA. Das Haus wurde 1710 als Privathaus erbaut und ist seit 220 Jahren ein Gasthaus. Im Laufe der Jahrhunderte haben viele bedeutende amerikanische Persönlichkeiten wie beispielsweise George Washington hier Station gemacht.

Auch Jams A. Michener hat in den 70er Jahren hier gewohnt als er seinen Roman „Chesapeake“geschrieben hat, den ich gerade lese. Er erzählt vom Leben in diesem Teil der Chesapeake Bay indem er das Schicksal verschiedener Familien über mehrere Jahrhunderte schildert. Dabei lernt man nicht nur viel über die Besiedelung Amerikas und der Chesapeake Bay. Er beschreibt auch die Schönheit der Natur poetisch und zugleich informativ. Ein wirklich empfehlenswertes Buch, vor allem wenn man in diesem Teil Amerikas unterwegs ist. (In Deutschland ist das Buch unter dem Titel „Die Bucht“ erschienen).

Praktischerweise sitzt man in der Taverne am Tisch in einer gemauerten Nische, so dass „Social Distancing“ kein Problem ist. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und betreiben viel Aufwand um den Sicherheitsbestimmungen bzgl COVID gerecht zu werden. Bevor wir hinein dürfen wird erst einmal Fieber gemessen. Eigentlich wollen wir nur etwas trinken. Als wir uns aber die Karte anschauen sehen, wir dass sie eine grosse Auswahl an hausgemachten Kuchen🍰 haben. Durch die probieren wir uns genüsslich hindurch. Die lokale Spezialität ist der Smith Island Cake(nach einer anderen Insel der Chesapeake Bay benannt), der aus multiplen Schichten von Schokolade und dünnem Teig besteht. Ich werde für mein entgangenes Eis mehr als entschädigt. Das Abendessen hat sich damit auch erledigt. Nach diversen Kuchenspezialitäten sind wir satt bis morgen früh. 

Wir überlegen ob wir noch einen Tag länger in Oxford bleiben sollen, denn morgen ist Donnerstag und vielleicht wäre es interessant zu sehen wie der Ort zum Leben erwacht. Dann entscheiden wir uns aber weiter den Choptank River hochzufahren, denn mit Cambridge wartet in der Nähe schon das nächste kleine Städtchen darauf von uns erkundet zu werden.

Hier noch einmal ein Kartenausschnitt zur Orientierung und für alle die, die vielleicht selber einmal mit einem Boot in die Chesapeake Bay bereisen möchten

Relevante Links

Restaurant Docs Sunset Grille

Cutts & Case Bootswerft

Robert Morris Inn

James A. Michener, Chesapeake

Infos zu Oxford, Maryland
https://www.visitmaryland.org/list/top-things-to-do-oxford
https://en.wikipedia.org/wiki/Oxford,_Maryland
https://en.wikipedia.org/wiki/Oxford,_Maryland
https://portofoxford.com

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