Zurück im Atlantik

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Morgens früh verlassen wir unseren Ankerplatz zwischen den Frachtschiffen in der Delaware Bay.

Unser erstes Ziel ist Cape May. Das älteste Seebad der USA liegt dort, wo sich die Delaware Bay mit dem Atlantik vereint. Vorsichtig fahren wir von der Atlantikseite in die geschützte Bucht. Wir sehen uns um, finden aber keinen geeigneten Ankerplatz für escape.

Der einzige Platz, der gut für uns passen würde, liegt vor dem Steg der Coastguard. In diesem Bereich ist aber leider Ankern komplett verboten.

Was machen wir jetzt? Wir überlegen kurz: es ist noch früh am Tag, das Wetter ist gut, wir segeln weiter. Gerne hätten wir Cape May besucht, aber dafür wäre ein sicherer Ankerplatz Voraussetzung. Der Skipper navigiert vorsichtig aus der engen Einfahrt wieder hinaus auf den Atlantik, während ich mich noch ein bisschen umschaue.

Der nächste mögliche Ankerplatz ist Atlantic City, bis dahin sind es 37 Seemeilen. Wir fahren an der Küste entlang Richtung Norden. Am Ufer sehen wir einen riesigen Freizeitpark, der wegen COVID natürlich noch geschlossen ist. Über eine solche Anlage direkt am Strand kann man sicherlich geteilter Meinung sein.

Schon kurz nachdem wir Cape May hinter uns gelassen haben kann man in der Ferne die Umrisse der Hochhäuser von Atlantic City erkennen. Langsam kommt die imposante Skyline näher.

Atlantic City ist bekannt für seine Spielcasinos, eine Art kleines Las Vegas am Atlantik, wobei die Hotels allerdings nicht so fantasievoll gestaltet sind wie in Las Vegas. Normalerweise sind Spielcasinos nicht unsere Sache. Zwischen Cape May und New York gibt es jedoch keinen anderen Ankerplatz oder Hafen. Für einen Abend könnte es vielleicht ganz lustig sein, wenn nicht gerade COVID grassieren würde.

Wir ankern vor einer Brücke, die über den Zugang zum Intracoastal Waterway (ICW) führt. Vom Boot aus hören wir die Menschen am Strand laut lachen und feiern. Durch das Fernglas erkennt man dass „social distancing“ hier nicht wirklich stattfindet. Für uns ist klar: Hier gehen wir nicht von Bord auch wenn ich mir auf der viel gelobten Strandpromenade nach den zwei langen Segeltagen gerne einmal die Beine vertreten hätte.

Es wirkt merkwürdig, wenn zwischen den Hochhäusern ein Fischerboot fährt.

Der Ankerplatz ist sehr unruhig. Es gibt viel Schwell, da Wind und Strömung aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Außerdem sind heute am Sonntag viele Sportboote und Jetskis unterwegs. Einige der Sportbootfahrer halten kurz an um mit uns zu plaudern. Gegen Abend wird es dann etwas ruhiger. Als die Sonne langsam am Horizont verschwindet, gehen die Lichter der Stadt an. Atlantic City gehört zu den Ankerplätzen, die im Dunkeln eine deutlich schönere Aussicht bieten als bei Tageslicht.

Relevante Links
Für alle die mehr über Cape May erfahren wollen empfehlen wir den Blogartikel der SY Flora

3 Kommentare

  1. Sowohl Cape May, das mir durch die Literatur nähergebracht wurde ( obwohl für manch einen das Buch „Tage in Cape May“ wohl schon nicht mehr als Literatur eingeordnet wird), als auch Sandy Hook (nächster Post), an dessen Strand ich vor sicherlich mehr als 20 Jahren auf einem Ausflug im Rahmen eines Business Trips im November (!) die Surfer beobachten konnte, sind mehr als nur Objekte meiner Begierde. Toll beschrieben, danke, auch für den Cape May Link zu SY Flora.

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