Buchtenbummeln im Long Island Sound

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Nachdem wir New York über den East River verlassen haben liegt der Long Island Sound vor uns. In den nächsten Tagen möchten wir langsam an der Küste von Long Island entlang segeln.

Unser erstes Ziel ist eine Bucht kurz hinter New York: die Manhasset Bay. Die an den Sound grenzende Küste von Long Island wird auch „Gold Coast“ genannt. Wenn man sich umschaut versteht man warum. Es gibt riesige Anwesen am Wasser, die meist Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Die Manhasset Bay inspirierte den Autor F. Scott Fitzgerald zu seinem Roman „Der grosse Gatsby“ über das ausschweifende Leben der Reichen und Schönen in den 20er Jahren in New York. Der Autor hat selbst eine Zeit lang hier gelebt. Sein Roman zählt zu den bedeutendsten Werken der amerikanischen Literatur. Während der Lektüre des Buches empfand ich die Schilderung der exzessiven Parties in den riesigen Villen als reine Fiktion. Beim Anblick der palastartigen Anwesen am Ufer der Manhasset Bay kann ich mir jetzt vorstellen, dass dies tatsächlich stattgefunden haben könnte.

Wir lassen es ruhig angehen und geniessen nach der urbanen Kulisse von New York den Blick auf die Bucht. Anfangs herrscht noch reger Bootsverkehr. Wie üblich sind am Wochenende viele Sportboote unterwegs, doch zum Sonnenuntergang wird es langsam still.

Morgens gibt es ganz entspannt den ersten Kaffee.

Dann geht es wieder hinaus auf den long Island Sound.

Gemütlich segeln wir Richtung Nordosten und nehmen Kurs auf die nächste Bucht an der Gold Coast: die Oyster Bay. Während die anderen Boote deutlich ambitionierter unterwegs sind segeln wir ganz gemütlich. Unsere CNB66 kann zwar schnell und sportlich segeln, aber danach steht uns heute nicht der Sinn. Wir sind im Fahrtensegler-Modus.

Auch in der Oyster Bay sieht man wieder eine bemerkenswerte Auswahl an Luxusimmobilien.

Während ich mir in Ruhe alles anschaue muss der Skipper sich konzentrieren. Es ist Sonntag nachmittag, in der Einfahrt zur Oyster Bay herrscht ein Verkehr wie auf der A3 und er muss gleichzeitig Tiefe und Fischerbojen im Auge halten. Tief in der Bucht findet Volker einen wunderschönen Ankerplatz für escape.

Nicht nur der Ausblick ist herrlich, wir können auch verschiedensten Arten von Booten beim Segeln zuschauen.

Nachdem wir uns vergewissert haben, dass der Anker hält, fahren wir mit dem Dinghy an Land. Jetzt wollen wir uns die „goldene Küste“ auch einmal von Nahem anschauen. Im Sagamore Yacht Club fragen wir einen Mann, der gerade auf seiner Yacht sitzt, wo wir unser Dinghy festmachen hen können. Er erklärt uns, dass der Yachtclub privat ist und besonders in den Zeiten von COVID hier niemand einfach festmachen darf. Dann überlegt er kurz uns sagt: „Ihr seid meine Gäste; lasst das Boot hier liegen“. Wir unterhalten uns kurz. Er fragt nach unserer Tour und gibt uns noch Restauranttipps. Sein Name ist Peter, er wohnt seit über 40 Jahren hier an der Gold Coast und möchte nirgendwo anders hin. Das kann man verstehen. Für alle Fälle gibt er uns auch direkt seine Telefonnummer. Diese spontane Freundlichkeit der Menschen hier in Amerika begeistert uns immer wieder und sorgt für die kleinen Highlights zwischendurch😊.

Das Örtchen ist sehr adrett. Man sieht, dass dies eine der reicheren Gemeinden Amerikas ist. An den Strassenlaternen hängen Blumen. Wir finden das Restaurant in der Spring Street, welches Peter uns empfohlen hat. Glücklicherweise hat es auch Tische draussen, denn in Zeiten von COVID versuchen wir geschlossene Räume möglichst zu meiden. Wir geniessen das beste Abendessen seit wir in Amerika angekommen sind.

Am nächsten Morgen können wir die Fischer rund um unseren Ankerplatz beobachten. Da wir das Klappern der Schalen hören gehen wir davon aus, dass sie hier die namensgebenden Austern fischen.

Während ich auf dem Boot meine Fitnessübungen mache, gibt es für die Anwohner der Oyster Bay ein anderes Fitnessprogramm: Rudern.

Für uns geht es schon wieder weiter. Der Skipper möchte noch ein ganzes Stück weiter nach Norden; das heisst wir müssen entsprechend Meilen machen. Bei der Ausfahrt aus der Bucht bewundern wir die vielen klassischen Yachten, die hier liegen.

Unser nächstes Ziel ist Port Jefferson, eine große längliche Bucht mit einer sehr schmalen Einfahrt.

Der Ankerplatz hier ist auch schön aber das Umfeld ist ganz anders.

Wir sehen viel mehr Industrie und Arbeitsschiffe.

Aber auch das ist interessant zu beobachten.

Abends fahren wir mit dem Beiboot in das Städtchen

Der Skipper möchte endlich mal wieder italienisch essen und tatsächlich finden wir ein italienisches Restaurant mit Terrasse. Perfekt👌 .

Auch in Port Jefferson verweilen wir nur eine Nacht. Morgens fahren wir wieder hinaus durch den schmalen Kanal und nehmen Kurs auf die andere Seite des Long Island Sound. Nachdem wir bis jetzt an der Küste von Long Island entlanggesegelt sind, die komplett zum Staat New York gehört, möchten wir heute auf die andere Seite nach Connecticut.


Relevante Links

Wikipedia über „Der große Gatsby“

Restaurant 2 Spring Street, Oyster Bay

Restaurant Passt Pasta, Port Jefferson

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