Boxenstopp in Portsmouth, RI

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In letzter Zeit hatten wir immer wieder Probleme mit dem Wassermacher. Jetzt haben wir einen Termin bei einem vom Hersteller empfohlenen Servicepartner; dafür müssen wir in eine Marina. Meine Idee, den Wassermacher am Ankerplatz zu überprüfen, hat der Mitarbeiter der Servicefirma schlichtweg abgelehnt😀. Wir haben einen Liegeplatz bei New England Boatworks in Melville reserviert, einem Stadtteil von Portsmouth, Rhode Island. Der Hafen liegt nur ein paar Meilen nördlich von Newport auf der gleichen Insel, Aquidneck Island.

Für die kurze Strecke lohnt es sich nicht zu segeln. Die Hafeneinfahrt ist extrem schmal und unübersichtlich. Schon der Hafenmeister in Newport hat heute morgen beim Abschied gesagt: „Passt bloss auf wenn ihr dort hineinfahrt“. Ausgerechnet jetzt haben wir 20 Knoten Wind, was die Manöver nicht unbedingt erleichtert. Der Skipper fährt vorsichtig hinein. Ich versuche über Funk herauszufinden wo unser Liegeplatz ist. Die Dame am Funk verweist auf das Slip Assignment (Hafenplan mit Benennung unseres Liegeplatzes), was sie mir per Email geschickt hat. Das Problem ist nur, dass sie das Slip Assignment erst losgeschickt hat, als wir schon unterwegs waren. Jetzt mitten in der Hafeneinfahrt will ich nicht unbedingt meine Emails checken😅. Da sehen wir sie winken. Am Steg stehen zwei hübsche junge Mädels in knappen Shorts. Das sind die angekündigten Dockshands, die unsere Leinen annehmen. Ich weiss, was der Skipper jetzt denkt, möchte aber an dieser Stelle nicht näher darauf eingehen…😉. Trotz Wind klappt das Anlegemanöver perfekt, eine Leine nach der anderen wird ordentlich belegt. escape hat einen sehr geschützten Schlafplatz für die nächsten Tage.

Die Marina ist auf Bootsarbeiten ausgelegt. Es gibt große Abstellflächen für Boote an Land und drei Travellifts, von denen immer einer in Bewegung ist. Trotzdem ist die Marina schön angelegt, man hat nicht das Gefühl, dass man auf einer Werft lebt. Es gibt einen Pool und ein nettes Restaurant. Während wir auf einen Tisch warten geniessen wir den Sonnenuntergang am Wasser.

Der Termin mit dem Wassermacher-Spezialisten ist kurz, er tauscht ein Teil, welches wir vor kurzen erst ersetzt hatten und erklärt uns den Wassermacher noch häufiger zu spülen. Hoffen wir, dass es in Zukunft klappt.

Wir nutzen den Hafenaufenthalt um auch unserem Beiboot einen professionellen Service zu gönnen. Mit dem Dinghy haben wir zwar keine Probleme, aber wir möchten sicherstellen, dass das auch so bleibt. In letzter Zeit liegen wir fast nur noch vor Anker und müssen oft grössere Strecken mit dem Beiboot zurücklegen. Daher ist es extrem wichtig, dass alles tadellos funktioniert. Wir melden den Tender zur Motorwartung an. Die notwendigen Verbrauchsmaterialien zum Wechseln bestellen wir gleich doppelt , so dass der Skipper den nächsten Service selber machen kann. Von unserem Liegeplatz aus beobachten wir wie unser Dinghy sehr professionell mit dem Kran aus dem Wasser gehoben und aufgebockt wird.

Ein Marina-Aufenthalt bedeutet immer Grossreinemachen. Der Skipper ist in seinem Element und setzt alles unter Wasser, was in seiner Reichweite ist. Davon sind auch meine Birkenstock-Schlappen betroffen, die auf dem Steg stehen und danach komplett aufgelöst und unbrauchbar sind. Aber auf solche Kollateralschäden wird keine Rücksicht genommen😂😂😂.

Natürlich beinhaltet ein Hafenaufenthalt auch einen Besuch des ortsansässigen Bootsausstatters. Hier sind wir begeistert🤩. Der von außen unscheinbar wirkende „Ship’s Store“ ist extrem gut sortiert und hat mehr als alles was das Seglerherz begehrt. Zudem gehört er keiner Kette an sondern wird vom immer gut gelaunten Inhaber Nick mit viel Liebe geführt, was meine besondere Sympathie hervorruft.

Volker benötigt einen speziellen Stecker für unseren Ersatzgenerator. Schon seit der Karibik versucht er ihn überall zu bekommen. Nick meint wir könnten einfach mal in die obere Etage gehen und bei den Gebrauchtwaren schauen ob da etwas dabei ist. Als ich Volker allein nach oben schicke ist Nick enttäuscht und meint ich solle doch unbedingt auch einmal schauen. Tatsächlich, hier lagern alle Arten von Dingen die Yachties irgendwie brauchen könnten.

Von Kleidung über Schläuche, alte Funkgeräte bis hin zu Winschen findet man alles mögliche, eine echte Schatzkiste 😊. Alle Segler schwärmen immer vom großen West Marine Store in Newport; aber das hier ist wirklich etwas Besonderes. Auch der Skipper wird fündig, endlich hat er seinen Stecker.

Nick’s Ship’s Store hat aber nicht nur Bootszubehör sondern auch einige andere essentielle Dinge, wie beispielsweise mein geliebtes Magnum oder Mineralwasser. Wir ordern gleich 20 Kanister. So sind wir auf alle Eventualitäten vorbereitet falls der Wassermacher wieder streikt oder wir bei der Einreise in Maine mehrere Wochen Quarantäne auf dem Boot verbringen müssen.

Morgen geht es los, Richtung Maine, dem nördlichsten Bundesstaat an der US- Ostküste. Innerhalb der USA hat Maine einen Ruf als grosse Segeldestination: starke Gezeitenunterschiede und eine großartige Landschaft, die nach Norden hi immer dünner besiedelt ist, sollen das Segeln hier zu einem besonderen Erlebnis machen. Wir sind gespannt.

Relevante Links

New England Boatworks

Ship’s Store

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