Ab in den Norden: Von Rhode Island nach Massachusetts

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Es ist Mitte August. Nachdem wir aufgrund des nicht passenden Windes länger in Bristol liegen geblieben sind als geplant, wird es jetzt Zeit nach Maine hoch zu segeln. Schliesslich ist die Saison dort Mitte September schon vorbei, denn dann wird es kalt. Ende September kann in Maine schon der erste Nachtfrost kommen🥶.

Tag 1: Von Bristol nach Newport
Damit es mit Tide und Strömung passt machen wir erst einen kurzen Schlag nach Newport, um dann am nächsten Morgen früh Richtung Norden aufzubrechen. Wir haben 22 Knoten Wind (Windstärke 6). Um in der engen Bucht schnellstmöglich manövrierfähig zu sein, segeln wir nur mit Genua. Auch ohne Grossegel haben wir 7-8 Knoten Geschwindigkeit. Tatsächlich sehen wir noch den ein oder anderen Segler, der ebenfalls nur mit Vorsegel unterwegs ist.

Wie immer am Wochenende ist in der Bucht von Newport Einiges los. Man kann alle Arten von Segelbooten beobachten. Wir fahren wieder zu unserem alten Ankerplatz zwischen Brücke und Goat Island. Abends nutzen wir die Gelegenheit um noch einmal in unserer Lieblings-Brasserie essen zu gehen.

Tag 2: Von Newport nach Plymouth, Massachusetts
Um 7.30h gehen wir in Newport Anker auf. Während wir unter Motor hinausfahren werfe ich einen letzten Blick auf die Newport Mansions. Sobald wir Newport hinter uns gelassen habe setzen wir Segel: die Genua komplett und das Grossegel mit einem Reff. Wir segeln so hart am Wind wie möglich; bei 15 Knoten Wind haben wir 7 Knoten Geschwindigkeit. Nach 2 Stunden erreichen wir die Buzzards Bay, ab jetzt müssen wir kreuzen. Der Wind nimmt zu, darum wechseln wir auf die kleinere Selbstwendefock. Bei ungefähr 20 Knoten Wind haben wir jetzt 8 Knoten Geschwindigkeit. Während ich die starke Krängung (Neigung des Bootes zur Seite) nicht wirklich mag ist der Skipper in seinem Element.

Es fängt an zu regnen 🌧. Gegen 14.30h sind wir vor dem Cape Cod Kanal. Wir rollen die Segel ein, der Kanal muss unter Motor passiert werden. Plötzlich höre ich den Skipper wütend rufen: „Der Plotter(Bildschirm mit der digitalen Seekarte und der Position des Bootes) ist ausgefallen“. Ich schaue kurz auf den Bildschirm und sehe ein Kartenbild. Als ich daraufhin frage : „Wieso, da ist doch die Karte?“ wird er richtig sauer😠 . Ich habe nicht bemerkt, dass die Karte, die der Plotter zeigt, nicht das Gebiet ist wo wir uns gerade befinden, sondern ein Testbild von einer Bucht in Florida. Was nun?

Während der Skipper sein Handy als Ersatzplotter einsetzt ankern wir erst einmal vor dem Kanal. Nachdem er das System mehrfach an- und ausgeschaltet hat funktioniert der Plotter glücklicherweise wieder😅. Wir können den Anker einholen. DerSkipper navigiert vorsichtig Richtung Cape Cod Kanal, derweil funke ich die für den Kanal zuständige Kontrollstelle an. Man benötigt die Autorisation per Funk um in den Kanal einzufahren. Beim dritten Versuch antwortet eine freundliche Dame, sie sieht uns auf dem Bildschirm, es gibt keinen Verkehr im Kanal, sie gibt grünes Licht.

Nach wie vor regnet es in Strömen☔️ . Doch der Skipper muss hier im Kanal an seinem seinen Steuerstand bleiben. Auch ich verlasse ab und zu meinen geschützten Platz im Cockpit um wenigstens ein paar Fotos zu machen, speziell als wir unter den Brücken durchfahren.

Dank der perfekten Passageplanung des Skippers nutzen wir die starke Strömung des Kanals. Unsere Marschgeschwindigkeit unter Motor beträgt normalerweise 7 Knoten, jetzt sind wir mit 10 Knoten unterwegs obwohl wir deutlich weniger Gas geben als sonst.

Einige Tage nach unserer Passage des Kanals finden wir auf Marinetraffic (website bzw. App zur weltweiten Lokalisation von Schiffen) folgendes Foto von escape im Cape Cod Kanal🤩. Wo kommt das her?

escape passiert den Cape Cod Kanal, Foto von Dick Anderson, Bourne, Massachusetts

Wir stellen fest, dass Dick Anderson aus Massachusetts es dort eingestellt hat. Ich finde ihn auf Facebook und bedanke mich bei ihm. Er postet regelmässig Fotos von Booten im Cape Cod Kanal. Thank You 🙏 😊 Dick.

Route der escape am 16.8. von Newport nach Plymouth

Direkt nach dem Kanal setzen wir wieder Segel. Der ursprüngliche Plan war die Nacht durchzusegeln. Allerdings habe ich bei diesem Wetter überhaupt keine Lust dazu😕. Es regnet nach wie vor. An Deck ist alles nass. Der Skipper checkt noch einmal das Wetter. Laut Vorraussage sollte der Wind achterlich(von hinten) kommen, aber stattdessen kommt er genau von vorne. Das sind keine angenehmen Aussichten für die Nacht. Unter diesen Bedingungen hat auch der Skipper keine Lust die ganze Nacht durchzusegeln, zumal er sonst Meuterei des einzigen Crewmitglieds fürchten müsste. Er sucht nach einem Ankerplatz, den wir noch vor Einbruch der Dunkelheit anlaufen können. Wir fahren nach Plymouth, Massachusetts, wo wir um 18.30h den Anker⚓️ fallen lassen. Als wir die nassen Sachen ausgezogen haben und es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht haben, sind wir froh😊, dass wir nicht die Nacht durchsegeln müssen.

Wie geht es morgen weiter? 🤔 Wir wissen es noch nicht. Mal sehen was Wind- und Wettervorhersage morgen Neues bringen.

Relevante Links
Marinetraffic

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