Von New York zurück in die Chesapeake Bay

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Nach fünf Tagen Sightseeing in New York wird es Zeit den Anker zu lichten. Den Vormittag verbringen wir noch an unserem Ankerplatz. Mittags fahren wir unter herbstlichem Himmel den Hudson River entlang. Vom Boot aus sehen wir noch einmal Einiges, was wir uns in den letzten Tagen angeschaut haben: das Museumsschiff „Intrepid“, die begehbare Skulptur „The Vessel“ und die Wolkenkratzer von Hudson Yards.

Man merkt, dass Sonntag ist. Auf dem Wasser ist viel los. Speziell in Zeiten der Pandemie nutzen die New Yorker alle Möglichkeiten um auf dem Wasser der Enge der Stadt zu entkommen.

Diese Yacht hat den passenden Namen dafür.

Nach einem letzten Blick auf die Freiheitsstaue verlassen wir durch die Verrazano Narrows Bridge den Hafen von New York. Unser erstes Ziel ist der nahe Ankerplatz von Sandy Hook, wo wir schon einmal geankert haben. Morgen wollen wir dann bei Tagesanbruch hinaus auf den Atlantik.

Am nächsten Tag klingelt um 5.00h der Wecker. Da es aber draussen noch komplett dunkel ist, drehen wir uns noch einmal um. Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Beantworten einiger Emails geht es um 7.00h los. Zunächst fahren wir unter Motor, weil der Wind genau von vorne kommt. Die Welle ist unangenehm. Ich fühle mich nicht besonders wohl und schlafe die meiste Zeit. Mittags zeigt plötzlich unser Motor eine Fehlermeldung. Er läuft extrem unruhig. Was tun? Wir ändern den Kurs, so dass wir segeln können und fahren erst eimal weiter auf den Atlantik hinaus. Während ich Wache halte tauscht Volker den Dieselfilter. Danach ist die Fehlermeldung weg, wir segeln aber weiter. Wir geniessen den Sonnenuntergang. Es gibt Ravioli aus dem Glas(Die Letzten aus dem Bio-Supermarkt in Martinique😋).

Gegen 22.30h übernehme ich für einige Stunden die Wache, der Skipper hat etwas Ruhe verdient. Gegen 1.30h übernimmt er wieder. Jetzt kommt die Einfahrt in die Delaware Bay, da muss er aufpassen. Noch segeln wir. Später lässt der Wind nach und Volker holt die Segel ein. Um 5.00h morgens fahren wir unter Motor in der Delaware Bay. Jetzt schläft der Skipper wieder und ich passe auf. Allerdings wecke ich ihn als uns in dem engen Fahrwasser ein riesiger Tanker entgegenkommt. Die Delaware Bay ist zwar sehr breit, aber genau an der Stelle, wo uns der Tanker begegnet, sind links und rechst flache Stellen, wo es mit dem Tiefgang knapp werden könnte. Nachdem der Tanker passiert hat schläft Volker wieder. Langsam geht die Sonne auf. 

Doch dann läuft der Motor wieder sehr ungleichmässig, auch die Fehlermeldung blinkt wieder auf. Es bleibt mir nichts anderes übrig als den Skipper wieder zu wecken. Wir setzen die Genua und segeln mit nur 3,5 Knoten die Delaware Bay hoch. Volker arbeitet am Motor während ich Wache habe. Da kommt der nächste Tanker von hinten. Ich werde leicht nervös 😟. Nach Steuerbord kann ich nicht ausweichen, weil dann der Wind genau von hinten käme und das Boot nur mit Genua für mich kaum zu steuern wäre. Bleibt nur anluven und nach Backbord ausweichen. Dort ist aber nur ein relativ schmaler Korridor. Daneben beginnt eine Stelle, die weniger als 3m tief ist. Da. Volker noch mit dem Motor beschäftigt ist, muss ich da irgendwie durch. Ich fahre langsam aus dem Fahrwasser, so dass der Tanker uns überholen kann. Konzentriert beobachte ich den Tiefenmesser. Währenddessen kommen immer wieder Rufe aus dem Motorraum „Hol mir einen Lappen“; „Hol mir den Schraubenzieher…Kein Problem…😅 Nach einer Weile läuft der Motor wieder, wir rollen die Genua ein, weil der Wind immer weniger wird. Volker schläft noch einmal und ich fahre langsam die Bucht hoch bis in den Chesapeake und Delaware Kanal. Im Kanal übernimmt der Skipper lieber selber wieder das Steuer.

Als wir zur Eisenbahnbrücke kommen, die laut Revierführer immer oben ist, erleben wir eine Überraschung. Sie ist unten. Wir müssen warten. Die Geduld des Skippers wird auf eine harte Probe gestellt. Es dauert fast eine Stunde bis der Zug kommt.

Wir geniessen die Ruhe auf dem Kanal.

Doch dann nähert sich ein grosser Schubverband von hinten, wieder ist volle Konzentration gefragt.

Am Endes des Kanals suchen wir uns einen geeigneten Ankerplatz.

Hier noch einmal unsere Route von Sandy Hook bis zum Ankerplatz nach dem Chesapeake und Delaware Kanal:

Am nächsten Morgen geht es bei strahlendem Sonnenschein weiter. Wir fahren in den Sassafras River. Auch hier waren wir schon einmal. Allerdings haben wir bei unserem ersten Aufenthalt weit vorne an der Flussmündung geankert. Damals haben wir die Ausläufer eines Sturms abgewettert und wollten so viel Platz wie möglich haben.

Heute fahren wir weit in den Fluss hinein, der für mich einer der schönsten Zuflüsse der Chesapeake Bay ist. Wir ankern zwischen Fredericktown und Georgetown. Weil es hier so schön ist, bleiben wir erst einmal einen Tag am Ankerplatz liegen und geniessen das warme Spätsommer-Wetter in der Chesapeake Bay.

Nach einem Tag Pause geht es weiter Richtung Süden. in Annapolis haben wir einen Hafenplatz reserviert.

Als wir unter der Chesapeake Bay Bridge hindurchsegeln fühlt es sich ein bisschen an wie „nach Hause kommen“. Im Frühsommer haben wir hier einige Zeit verbracht; jetzt freuen wir uns wieder hier zu sein.

Der Skipper ist in seinem Element. Es sind einige andere Segelyachten unterwegs. Er will sicherstellen, dass escape nicht unnötigerweise überholt wird; so trimmt er kontinuierlich die Segel und optimiert den Kurs.

In Annapolis ankern wir am ersten Abend wieder in der Bucht vor der Militärakademie, so dass ich am nächsten Morgen noch eimal von der amerikanischen Nationalhymne geweckt werde. Auch dieses Mal war es schwierig, in Annapolis einen geeigneten Liegeplatz für escape zu finden. Aber dank unserer CNB-Familie haben wir schliesslich einen Platz im South Annapolis Yacht Centre bekommen, was gerade fertiggestellt wurde. Zunächst fahren wir mit dem Dinghy in die Marina, um uns alles in Ruhe anzusehen. Für die Einfahrt in diesen Hafen ist das Timing entscheidend. Aufgrund einer Untiefe vor der Marina können wir nur bei Flut einlaufen.

Zusätzlich müssen wir die Brücken-Öffnungszeiten der Spa-Creek-Bridge berücksichtigen.

Mit dem letzten Abendlicht laufen wir im South Annapolis Yacht Centre ein.

Unser neues Zuhause gefällt uns auf Anhieb. In der Marina ist alles ordentlich und sauber. Von Stegnachbarn und Marina-Mitarbeitern werden wir freundlichst empfangen. Hier werden wir einige Tage bleiben, um verschiedenste Wartungs- und Reparaturarbeiten an Boot und Crew zu erledigen😉.

Relevante Links
South Annapolis Yacht Centre

2 Kommentare

  1. „Der Skipper ist in seinem Element. Es sind einige andere Segelyachten unterwegs. Er will sicherstellen, dass escape nicht unnötigerweise überholt wird; so trimmt er kontinuierlich die Segel und optimiert den Kurs.“
    Ach nee! Kommt mir irgendwie bekannt vor! 😉
    Habt Ihr eine Ahnung, was mit der Machine los war? Hoffentlich ist die jetzt in Ordnung. Erinnert mich an einen Toern vor der hollaendischen und belgischen Kanalkueste, Da setzte der Motor in ganz unpassenden Momenten aus. Einmal beim Auslaufen aus Ostende. Wir waren noch nicht soweit, dass wir Segel setzen wollte – gerade an den Molenkoepfen vorbei. Blieb uns aber nichts Anderes uebrig als Segle schnellstens hoch und dann unter Segel zurueck in den Hafen und dort anlegen. Hat aber eins A geklappt. Nur brauchte ich danach ein paar Minuten alleine, um die Spannung wieder abzubauen.

    Gefällt 1 Person

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