Barbuda und die Spuren von Hurrikan Irma

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Das Karibik-Paradies Barbuda wurde im September 2017 von Hurrikan Irma nahezu komplett zerstört. Mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 km/h stand einer der schwersten Tropenstürme aller Zeiten mehrere Stunden über der kleinen, flachen Insel. Die Spuren der Zerstörung sind auch heute noch überall zu sehen.

An der Lagune von Codrington wurde ein grosses Stück Strand komplett weggerissen. Früher ging die Landzunge durch (siehe gestrichelte Linie). Heute kann man mit einem flachen Boot dort hineinfahren.

Die Lagune von Codrington im Norden von Barbuda aus der Luft

Wir spazieren am Strand auf der Landzunge entlang, bis wir zu dem Durchgang kommen, der weggespült wurde. Auf der anderen Seite sieht man das ehemalige Hotel(Lighthouse Resort), das teilweise ins Meer gestürzt ist.

Mit dem Kajak fahren wir von unserem Ankerplatz bis zum Hotel. Das Hotel war solide gebaut. Die Dächer wurden nicht abgerissen, aber dadurch, dass der Boden abgesackt ist, ist es einfach ins Meer gerutscht.

Sobald wir uns mit dem Kajak nähern, kommt eine Gruppe von Wachhunden an den Strand gelaufen. Sie bellen aufgeregt.

Während wir mit dem Kajak um die Landzunge herum paddeln folgen uns die Hunde an Land. Auch wenn der Strand wunderschön ist, werden wir hier nicht an Land gehen.

Am nächsten Tag schauen wir uns die einzige Siedlung auf Barbuda an: Codrington. Mit dem Kajak brauchen wir eine gute Stunde von unserem Ankerplatz bis in den Hafen von Codrington im Inneren der Lagune. Schon am Steg sehen wir das erste Haus mit beschädigtem Dach.

Ansonsten wirkt alles sehr beschaulich. Die Einheimischen erklären uns freundlich, wo wir unseren Kajak festmachen können und wo wir den nächsten Lebensmittelladen finden. Langsam gehen wir die Hauptstrasse entlang. Wir sehen weitere zerstörte Gebäude, deren Zustand offenbar seit zwei Jahren unverändert ist.

Aber man sieht nicht nur Zerstörung in Codrington. Es gibt Häuser, die wieder aufgebaut und frisch gestrichen sind. Normales Dorfleben findet statt. Wie bei uns in der Eifel kennt hier jeder jeden. Die Bewohner grüßen sich und halten ein kleines Schwätzchen auf der Strasse.

Insgesamt gibt es drei kleine Lebensmittelläden, in denen wir uns mit frischem Obst und Gemüse versorgen. Wir sehen ein nettes kleines Gartenrestaurant, was leider geschlossen hat.

Wenn man über den Hurrikan Irma liest und hört, was die Bewohner von Barbuda erzählen stellt man sich viele Fragen.

-Warum wurden die Bewohner von Barbuda erst nach dem Hurrikan evakuiert und nicht vorher?
-Warum hat es dann andererseits ein Jahr gedauert, bis es Ihnen erlaubt war wieder auf der Insel zu leben?
-Wie kann es sein, dass in der Zeit, in der den Bewohnern das Betreten ihrer Insel untersagt war, ausländische Investoren auf die Insel durften?

Die Antworten auf diese Fragen lauten sehr unterschiedlich, je nachdem, wer dazu Stellung nimmt. Die wichtigste Frage lautet jedoch: Wie wird es mit Barbuda weitergehen? Es sind zahlreiche Bauprojekte geplant, deren Auswirkungen auf die Natur ungeklärt sind. Unter anderem sind ein Golfplatz und eine Superyacht-Marina geplant. Beides braucht Barbuda nicht wirklich. Wer darauf nicht verzichten möchte kann auf die benachbarten Inseln ausweichen.

Beim Besichtigen der Fregattvögel-Kolonie haben wir ein Stück unberührtes Naturparadies vorgefunden. Wie lange wird dies noch existieren? Noch hat Barbuda kilometerlange unbebaute Strände. Aber die ersten Bagger sind schon am Werk…🤔🤔🤔

Relevante Links

Blogartikel der SY Flora über Barbuda

„Das Erste“ über Hurrikan Irma

„Zeit Online“ Interview nach Hurrikan Irma

„Welt.de“ über die Zerstörung von Barbuda durch Hurrikan Irma

Wikipedia über Barbuda

2 Kommentare

  1. Ja, diese Hurrikane koennen schon gewaltigen Schaden anrichten. Port Aransas hat sich auch noch nicht ganz von „Harvey“ [war, glaube ich, auch in 2017] erholt. Die Gefahr von Hurrikanen war auch ein Grund, warum wir nicht an die Kueste sondern nach hier [Texas Hill Country] gezogen sind. So weit ins Land kommen die nicht. Allerdings koennen hier Tornados vorkommen, auch wenn wir nicht in oder auch nur nahe „Tornado Alley“ wohnen.

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