Aktuelles aus Antigua: Die Atlantikruderer sind da

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Während wir in Falmouth vor Anker liegen, hören wir, dass am nächsten Tag die ersten Atlantik-Ruderer in Antigua ankommen sollen. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Die Teilnehmer der „härtesten Ruderregatta der Welt“ sind vor einem Monat in La Gomera gestartet. Von Vierer-Teams bis hin zu Solo-Ruderern ist alles dabei. Kurioserweise ist das in Führung liegende Boot kein Vierer- sondern ein Zweier-Team(Row4Cancer), welches das Rennen von Anfang an dominiert hat.

Im Race-Tracker sehen wir, dass die Ruderer am nächsten Morgen ab 6.00h ankommen sollen. Ich stelle mir extra einen Wecker um rechtzeitig dort zu sein. Als aber am nächsten Morgen der Wecker klingelt gucke ich wieder auf den Race Tracker und siehe da: die Ruderer sind schon angekommen. Auf den letzten Meilen haben sie noch einmal alles aus sich herausgeholt, so dass sie deutlich schneller waren als vorrausberechnet. Glückwunsch 🥳 🎉 🎊 Mark Slats und Kai Wiedmer zum neuen Weltrekord. In 32 Tagen und 22 Stunden haben die beiden Ausnahmeathleten im Ruderboot den Atlantik überquert.

Beim nächsten Boot sind wir besser vorbereitet. Der Skipper fährt extra eine Stunde vor der avisierten Zeit mit dem Beiboot von unserem Ankerplatz in Falmouth hinüber nach English Harbour. Ich gehe derweil zu Fuss, denn diesen Ritt auf dem offenen Meer möchte ich nicht mitmachen. Auf der anderen Seite steige ich wieder ein. Wir sitzen im Beiboot; der Skipper checkt wann das Ruderboot um die Ecke kommen müsste.

Als es soweit ist brandet Jubel auf, die Fans stehen oben auf dem Fort an der Hafeneinfahrt von English Harbour. Gemessen an der enormen sportlichen Leistung, die das Team hinter sich hat, ist das Publikumsinteresse allerdings eher bescheiden. Schade…

Das Vierer-Team „On Shoulders of Giants“ fährt über die Ziellinie. Die Signalfackeln werden angezündet (siehe Titelbild oben). Anschliessend sammeln sich die Ruderer kurz und fahren dann in den Hafen.

Dabei werden sie von Wasserfahrzeugen aller Art begleitet.

Am Dock findet direkt die Siegerehrung statt. Das Team is als zweiter insgesamt ins Ziel gekommen. Damit haben sie die sogenannte „Race Class“ gewonnen. Herzlichen Glückwunsch 👏 👏👏

35 Tage und knapp 7 Stunden waren sie in diesem kleinen Boot auf dem Atlantik unterwegs. Wie hält man diese Strapazen aus? Für mich war die 8 Tage lange Ozeanpassage auf escape schon eine Herausforderung bei der ich an meine Grenzen gestoßen bin. Was bin ich nur für ein Weichei🤣🤣🤣.

In den nächsten Tagen kommen noch weitere Ruderboote an. Als drittes Boot kommt das Vierer-Team „Latitude 35″in Antigua an. Sie haben die Strecke in 35 Tagen und 5 Stunden geschafft. Dieses Boot haben wir leider nicht ankommen sehen.

Am nächsten Tag machen wir morgens eine Wanderung über den Hügel von Falmouth nach English Harbour. Dieses Mal haben wir Glück: genau als wir English Harbour ankommen läuft das nächste Ruderboot ein. „HPF Atlantic“ ist ebenfalls ein Viererteam. Nach 37 Tagen und knapp 2 Stunden auf See haben sie es geschafft. Während zwei aktiv über die Ziellinie rudern, stehen die andern beiden im Boot.

Sowohl auf dem Boot, als auch oben auf dem Fort werden wieder die Fackeln angezündet.

Im Hafen kommt dann erst der offizielle Teil, bevor die Ruderer die wartenden Familienmitglieder in die Arme schliessen können.

Die Fotos in diesem Beitrag haben leider eine geringe Qualität. Als wir im Beiboot saßen, war es sehr wellig. Die meisten Fotos und sämtliche Videos waren völlig verwackelt😂. Teilweise sind wir nicht nahe genug herangekommen, da die Betreuungs- und Presseboote die Ruderer abgeschirmt haben. Auch hatte ich immer nur ein Handy dabei, dessen Möglichkeiten zum Zoomen begrenzt sind.

Trotzdem ist mir dieser Beitrag wichtig, da ich von der Leistung dieser Ausnahmesportler absolut beeindruckt bin. Schon im letzten Jahr hat mich die Ankunft des Solo-Ruderers Stephane Brogniart in Martinique fasziniert. Er brauchte damals 72 Tage. Ich überlege mir wie man sich wohl fühlt in so einem Boot, wenn Wellen und Stürme über einen hinwegfegen und man weiß, dass man noch 1000 Seemeilen vor sich hat🤔? Es gibt noch einmal deutlich mehr Gefahren als bei einem Segeltörn über den Atlantik. Ein Boot wurde sogar von einem Schwertfisch attackiert, der mit seinem Schwert ein Leck in den Rumpf gebohrt hat. Glücklicherweise konnte die Crew es reparieren und keiner wurde ernsthaft verletzt.

In den nächsten Tagen und Wochen werden weitere Boote ankommen. Es gibt auch gemischte Teams und reine Frauenteams. Am Schwersten haben es natürlich die Solo Ruderer. Sie werden doppelt so lange unterwegs sein, wie die, die jetzt angekommmen sind. Was für eine Willensstärke muss man besitzen um so etwas durchzuhalten.

Falls ich Euch jetzt neugierig gemacht habe, findet ihr anbei die entsprechenden Links zur Ruderregatta.

Relevante Links

Offizielle Website der Ruderregatta: Talisker Whisky Atlantic Challenge

Webseiten der Teams, die bereits im Ziel sind
Row for Cancer
On Shoulders of Giants
Latitude 35
HPF Atlantic

3 Kommentare

  1. Liebe Annemarie,
    begeistert lese ich regelmäßig Deinen Blog, vor allem im derzeit trüben und winterlichen Berlin sind Deine Berichte aktuell mein Highlight!
    Ist Dir denn aufgefallen, dass das Team „On Shoulders of Giants“ von Deinem ehemaligen Arbeitgeber Kearney gesponsert ist? Hier der Link zu weiteren Infos rund um unseren UK Kollegen Justin Houlton und seine Freunde https://kearney.ro/kearney-blog/atlantic-row. Großartige Leistung!
    Bleibt weiter gesund und habt eine tolle Zeit!
    Herzliche Grüße, Ricarda

    Gefällt 1 Person

    1. Halo Ricarda, schön von Dir zu hören. Danke für die Info. Das mit Kearney hatte ich gesehen, ursprünglich sollte das auch vom Blog erwähnt werden, aber dann habe ich es wohl vergessen. Ich finde es toll , dass Kearney soetwas unterstützt. Die. Jungs sind wirklich absolute Ausnahmeportler und außerdem rudern sie noch für einen guten Zweck. Toll👏 👏 👏

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