Mäuse und Motorboote in Fajardo

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Von Culebra, der vorgelagerten Insel, segeln wir hinüber an die Ostseite der Hauptinsel von Puerto Rico.

Marina Puerto del Rey – Stapelweise Motorboote
Unser Ziel ist die Marina Puerto del Rey, die mit ihren 1000 Liegeplätzen die grösste der Karibik ist. Als wir ankommen haben wir das Gefühl, dass wir mit den etwas über 30 Seemeilen die Grenze von der Karibik in die USA überschritten haben. Hier ist alles sehr professionell, die riesige Marina ist sehr sauber, ordentlich und effizient. Besonders faszinierend ist das Treiben am Trockendock. Es ist Sonntagabend, die Leute kommen mit Ihren Motorbooten vom Wochenendausflug zurück, machen vor dem Trockendock fest und dann kommt blitzschnell einer von vier(!) riesigen Gabelstaplern gefahren, der das Boot an seinen Platz hievt. Ein tolles Schauspiel.

Fajardo – Plaza mit kolonialem Flair
Der zugehörige Ort Fajardo hat nicht so viel zu bieten, mit einer Ausnahme: Der Hauptplatz aus der Kolonialzeit ist sehr schön anzuschauen. Einige Leguane nehmen hier ein Sonnenbad.

Segelreparatur
Auf dem Törn von Culebra nach Fajardo hat der Skipper festgestellt, dass es einen kleinen Riss im Großsegel gibt, der geflickt werden muss. Wir fahren mit unserem Mietwagen zum örtlichen Segelmacher und fragen ob sie das übernehmen können. „Kein Problem“ sagen sie, „Habt Ihr das Segel dabei?“ Nachdem wir geklärt haben, dass es vielleicht nicht so einfach ist mehr als 120 Quadratmeter Segel abzunehmen und zu transportieren, wird uns schnell geholfen. Wir vereinbaren, dass einer der Mitarbeiter des Segellofts an Bord kommt und das Segel fachgerecht näht. So sitze ich als Ballast auf dem Segel während er arbeitet. Dabei gibt er mir gleich noch ein paar Tipps, was man hier un der Umgebung alles unternehmen kann.

Mäusealarm
Als der Skipper morgens zu seiner Kaffeemaschine geht fällt sein Blick auf den Obstkorb. Dort liegen zwei Äpfel, die bereits angebissen sind. Nachdem ich ihm glaubhaft versichert habe, dass ich die Äpfel nicht angeknabbert und danach wieder in den Korb zurückgelegt habe bricht er in Panik aus. Wer hat wohl unsere Äpfel angeknabbert? Der Skipper verlangt, dass wir unverzüglich alle Vorräte sichten und nach dem Übeltäter fahnden. Nur mit Mühe kann ich ihn davon überzeugen, dass wir vorher noch kurz frühstücken. Danach werden alle Schränke und Schubladen ausgeräumt. Sämtliche vorhandene Vorräte werden ausgebreitet.

Und tatsächlich wir werden fündig: Eine Müsli-Packung wurde eindeutig angeknabbert. Wir vermuten der Übeltäter war eine Maus. Der Skipper ist höchst beunruhigt.

Sofort fahren wir los um Mausefallen zu besorgen. Wir packen alle Lebensmittel, die nicht in Dosen oder Gläsern verpackt sind, in die beiden Kühlschränke und verteilen die Mäusefallen im Boot.

Als wir Abends mit Michael und Jill von der SY Gerty an Deck sitzen, sehe ich auf einmal etwas über den Steg flitzen. Eine kleine Maus kommt über die vordere Festmacherleine an Deck gelaufen. Alarmstufe rot. Der Skipper holt schnell den Wasserschlauch und hält ihn auf die Maus, die am Bug sitzt. Sie fällt ins Wasser. Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil wir die arme Maus in den Ertrinkungstod getrieben haben. Doch Jill beuhight mich: Mäuse sind sehr gute Schwimmer. Tatsächlich sehen wir sie schwimmen und am Nachbarsteg wieder hochklettern. Von da ab ist der Skipper in ständiger Alarmbereitschaft: wir schlafen nur noch bei geschlossener Luke, es darf kein einziger Krümel herumliegen. Überhaupt werden Mahlzeiten an Bord möglichst vermieden. Müll wird sofort von Bord gebracht. Nichts darf eingekauft werden. Sein Ziel: Falls noch irgendwo eine Maus ist soll sie ausgehungert werden.

In den nächsten Tagen wollen wir escape in der Marina liegen lassen während wir mit dem Auto die Insel erkunden. escape liegt hier sehr sicher. Der Skipper allerdings fragt sich ob die Mäuse wohl an Bord ihr Unwesen treiben während wir weg sind. Das wird sich zeigen…

Relevante Links

Marina Puerto del Rey

11 Kommentare

  1. Na die arme, arme Maus! Das muss ausgesehen haben wie im Comic, wie sie mit einem Wasserschlauch abgespritzt wurde. Es schient ihr ja nicht geschadet zu haben 🙂 Könnten Mäuse an Deck größeren Schaden anrichten?

    Liebe Grüße
    Kasia

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    1. Hallo Kasia, Ja es war wirklich komisch😄 . Erwachsene Menschen in Aufregung wegen einer kleinen Maus. Objektiv betrachtet kann eine Maus sehr wahrscheinlich keinen größeren Schaden anrichten. Ich glaube nicht, dass Mäuse Kabel anknabbern oder Ähnliches.Subjektiv betrachtet ist es dem Skipper ein Greuel irgendwelche Tiere jeglicher Art an Bord zu haben und möglicherweise ihre Hinterlassenschaften auf seinem Boot zu finden. Da versteht er keinen Spass.

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      1. Lach… das kann ich irgendwie schon verstehen… aber es erinnert wirklich an die altem Tom&Jerry Filme, wo die Hausdame auf einen Stuhl steigt und kreischt 😉 Beim Skipper vermute ich eher die Episode, wie er mit einem Besen hinter der Maus her jagt… Ist einer von euch zeichnerisch begabt? 😉

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  2. Das klingt ja echt spannend und ich bin gespannt wie es weitergeht ! Ich hätte jetzt wirklich auch nicht mit Mäusen auf einem Schiff gerechnet ! pass nur auf dass du nicht nachts mal in eine Mausefalle tabst ! Könnte schmerzhaft werden !!! Weiterhin gute und mausfreie Fahrt !!!!

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