Segeln an der Südküste von Puerto Rico

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Escape segelt wieder

Heute ist es soweit, nach fast zwei Wochen in der Marina stechen wir wieder in See. Doch bevor es losgehen kann, müssen wir erst einmal an die Tankstelle. Gestern haben wir schon einmal mit dem Beiboot und unserem mobilen Tiefenmesser geschaut, ob es dort auch tief genug für uns ist. Vorsichtig manövriert der Skipper escape in den hinteren Teile des Hafens, wo die Tankstelle liegt. Alles klappt. Das letzte Mal haben wir vor 5 Monaten in den USA getankt. Der Tank ist dementsprechend leer. Wir tanken 980 Liter Diesel. Gegen 11:00h verlassen wir die Marina. Sobald wir weit genug draußen sind, setzen wir Segel. Wir fahren hoch am Wind die Ostküste von Puerto Rico entlang Richtung Süden.

Später, als wir die Südostspitze der Insel runden, können wir dann etwas abfallen (der Wind kommt jetzt mehr von seitlich hinten). Dadurch haben wir deutlich weniger Lage. Für 50% der Crew ist das sehr angenehm; die anderen 50% langweiligen sich😉.

Unruhige Nacht in Puerto Patillas

Unser Ankerplatz liegt an der Südküste der Insel: Puerto Patillas. Der Ankerplatz gefällt uns, wir sehen auf den Regenwald, den wir in den Tagen davor erkundet haben.

Die Bucht it geschützt durch ein vorgelagertes Riff: man sieht die Wellen brechen. Unser Problem ist allerdings, dass wir nicht tief genug in die Bucht hineinfahren können, um wirklich geschützt zu liegen. Dort ist es zu flach für uns. Dort wo wir ankern steht viel Schwell, escape schaukelt hin und her.

Dafür werden wir mit einem Regenbogen und einem schönen Sonnenuntergang entschädigt.

Als wir allerdings nach drinnen gehen fühle ich mich nicht wohl. Innen merkt man die Schiffsbewegungen noch deutlich stärker als an Deck. Oh je 😯, ich werde doch nicht am Ankerplatz seekrank werden? Lesen oder Blogschreiben ist jedenfalls heute Abend nicht drin. Kurzfristig ziehe ich aus dem gemeinsamen Schlafzimmer aus. Nicht wegen einer Ehekrise, sondern weil es dort im Bug zu sehr schaukelt. Ich schlafe auf dem Sofa vom Salon, dort ist es wenigstens ein bisschen ruhiger. Die ganze Nacht über liegen wir sehr unruhig. Am nächsten Morgen sind wir früh auf und fahren nach einem schnellen Frühstück weiter. Es ist kein Wind also müssen wir motoren. Macht nichts, der Tank ist ja wieder voll.

Auf der Suche nach Seekühen in Jobos

Es geht weiter entlang der Südküste. Unser heutiges Ziel ist die Ankerbucht von Jobos. Im Blog der INVIA habe ich gelesen, dass es hier Seekühe (Manatees) geben soll. Allerdings hat man nicht immer das Glück sie zu sehen.

Bei der Einfahrt in die Bucht runden wir eine kleine vorgelagerte Insel.

Der Skipper navigiert konzentriert.

Es ist Wochenende, ständig brausen Jet-Skis und kleine Motorboote an uns vorbei.

Zunächst fahren wir tief in die Bucht hinein um uns alles anzuschauen und einen idealen Ankerplatz zu suchen. Wir fragen uns: Ist es hier jetzt schön oder nicht? Sollen wir überhaupt hierbleiben? Auf der einen Seite schaut man auf Industrieanlagen, so stellt man sich eine karibische Ankerbucht eher nicht vor.

Lässt man den Blick aber auf die andere Seite schweifen, sieht man eine schöne Mangrovenlandschaft. Wie so oft im Leben kommt es auch hier darauf an, aus welcher Perspektive man die Dinge betrachtet.

Wir entscheiden uns für die positive Betrachtungsweise und bleiben hier. Der Skipper hat einen Ankerplatz inmitten der Mangroven erspäht. Hier sind wir das einzige Boot. Von den Jetskis hört man nur noch ein leichtes Brummen. Es ist tatsächlich schön.

Weg von escape durch die Bucht von Jobos, der rote Punkt ist der Ankerplatz

Mit dem Beiboot erkunden wir die Mangroven. Werden wir Seekühe sehen?

Wir fahren in sämtliche Seitenarme in der Nähe unseres Ankerplatzes, aber leider sehen wir keine einzige Seekuh, Schade.

Doch so leicht gebe ich nicht auf. Nachdem ich gelesen habe, dass die Seekühe gerne Salat mögen bringen wir einen Salatkopf an einer langen Leine als Köder aus😂. Vielleicht leisten die Seekühe und ja beim Sundowner Gesellschaft😄?

Doch leider zeigen sie sich nicht, anscheinend haben sie am Wochenende frei😉. Am nächsten Morgen schwimmt der Salat noch unangetastet neben dem Boot. Das Blöde ist nur, dass sich die Schnur vom Boot gelöst hat. Der Salat treibt also an einer langen Leine durch die Bucht. Das können wir so nicht lassen. Die Leine könnte sich bei einem Boot in der Schraube verfangen. Also springe ich ins Wasser und hole die Leine wieder ein.

Das war’s. Wir haben wirklich alles versucht, aber die Seekühe wollten sich nicht zeigen. Der Ankerplatz inmitten der Mangroven war trotzdem schön.

Relevante Links

Blogartikel der SY INVIA über die Seekühe von Jobos

Blogartikel der SY Flora über Manatees in Puerto Rico

8 Kommentare

  1. Ach ja, der Tiefgang. Bei meinen Segeltoerns hat es schon des oefteren unten etwas gekratzt. Aber nie schlimm – zum Glueck. Meistens deswegen, weil ich mir Strecken ausgesucht hatte, die wirklich am Limit waren – aber eben navigatorisch reizvoll.
    Liebe Gruesse, und habt ein feines Wochenende,
    Pit

    Gefällt 1 Person

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