Die Exumas – das Herz der Bahamas

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Zwischenstopp in der Calabash Bay
Nach nur einer Nacht verlassen wir das wunderschöne Conception Island schon wieder. Unser nächstes Ziel ist die Calabash Bay an der Nordspitze von Long Island. Wir ankern vor weißem Sandstrand.

Im Revierführer haben wir gelesen, dass das hier ansässige Hotel (Cape Santa Maria Resort), Segler gerne willkommen heisst. Sicherheitshalber rufe ich vorher kurz an. Ja, kein Problem wir können kommen. Während der Skipper schon einmal einen Drink an der Strandbar nimmt, mache ich noch einen kleinen Spaziergang am feinen Sandstrand des Resorts.

Anschliessend geht’s zum Abendessen ins Restaurant. Das Essen ist köstlich und das Team des Restaurants sehr freundlich. Wir wundern uns, dass der Herr vom Nachbartisch seinen eignen Wein mit ins Restaurant bringt. Da kommt er zu unserem Tisch und stellt sich vor. Er ist gebürtiger Finne, lebt aber schon lange in den USA. Den kalifornischen Wein hat er extra von zu Hause mitgebracht, weil es sein Lieblingswein ist, auf den er im Urlaub nicht verzichten möchte. Spontan schenkt er uns beiden ein Glas ein. Es ist wirklich ein vorzüglicher Rotwein 🍷, der besonders gut zu dem Lammcarré passt, das der Skipper sich bestellt hat😋, ein rundum gelungener Abend.

Auf in die Exumas

Auch in der Calabash Bay hätte man länger bleiben können oder vielleicht mit einem Mietwagen den Rest von Long Island anschauen. Doch für uns war es nur eine Zwischenstation auf dem Weg in die Exumas. Diese Inselgruppe ist ein Sehnsuchtsziel vieler Segler und so etwas wie das Herz der Bahamas. Hier gibt es unzählige kleine Inselchen🏝 („Cays“ genannt) mit weissem Sandstrand und türkisfarbenem Wasser. Allerdings müssen wir uns den Zugang zu diesem Paradies erst erarbeiten. Es ist dort stellenweise sehr flach. Wir müssen genau planen, wo wir mit escape noch hin können ohne ein zu grosses Risiko einzugehen. Der Skipper hat die entsprechenden Seekarten genauestens studiert. Zu mir sagt er: „Nimm am Besten eine Beruhigungstablette“😂. Er weiss, dass ich nervös werde, wenn der Tiefenmesser nicht mehr viel Wasser unter dem Kiel anzeigt. Als wir uns der Einfahrt in die Exumas nähern, sehen wir vor uns eine Vielzahl von Felsen und kleinen Inselchen.

Die Farbe des Wasser wechselt auf ein intensives Türkis. Vorsichtig fahren wir durch den Kanal, der für uns von der Tiefe her passt. Wie immer bin ich angespannt und der Skipper cool 😎 . Alles klappt gut😅. Wie geplant finden wir einen Ankerplatz vor Stocking Island. Gegenüber liegt Georgetown, die grösste Siedlung der Exumas und ein beliebter Treffpunkt für Yachten.

Chat’N’Chill – Der Name ist Programm
Mit dem Beiboot machen wir eine erste Erkundungstour. Nicht weit von unserem Ankerplatz liegt eine der bekanntesten und schönsten Strandbars der Bahamas: Das Chat ‚N‘ Chill. Heute am Sonntag ist besonders viel los. Segler, Urlauber und Einheimische lassen es sich hier gutgehen. Am Strand stehen die Motorbootfahrer mit einem Drink hinter ihren Booten im Wasser. Wassertaxis bringen immer neue Gäste. Doch das Areal ist sehr weitläufig, es ist genug Platz für alle. Wir finden noch einen Tisch im Schatten und sehen in aller Ruhe dem bunten Treiben zu. Der am Conch-Stand frisch zubereitete Muschelsalat ist zwar schon aus, aber dafür lässt sich der Skipper das Spanferkel vom Grill schmecken.

Als die Sonne tiefer steht leer sich das Lokal. Nächtliche Strandpartys sind hier nicht angesagt. Man macht pünktlich Feierabend. Also fahren wir zurück zu escape und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Fröhliche Seglergemeinschaft
Am nächsten Morgen sitze ich an Deck und schreibe gerade eine Nachricht an Dorothee von der SY IVIA. Bis jetzt kennen wir uns nur über Facebook und unsere jeweiligen Blogs, aber die INVIA ist auch unterwegs in die Exumas und vielleicht klappt es hier ja mit einem persönlichen Treffen. Auf einmal rauscht hinter mir ein Boot heran und als ich mich umdrehe sehe ich… die INVIA🤩. Sie sind gerade angekommen und suchen sich einen Ankerplatz.

Nachmittags treffen wir uns an Bord der INVIA, hier lernen wir auch die Crew der SY Vairea kennen: Martina und Dani. Abends gehen wir dann gemeinsam mit Dorothee und Stefan von der INVIA zum Essen nach Georgetown. Dort finden wie ein nettes kleines Hotel, das Peace and Plenty , wo wir auf der Terrasse zu Abend essen. Das Hotel ist liebevoll dekoriert, die Küche ist gut und die Mitarbeiter sehr freundlich. Mit der Crew der INVIA haben wir viel zu erzählen. Ein perfekter Abend auf den Exumas, da können uns auch die aggressiven Fliegen beim Essen nicht wirklich stören.

Mit der INVIA und der Vairea sind noch einige andere Deutsche und Schweizer Segler nach Georgetown gekommen. Am nächsten Abend treffen wir uns alle in großer Runde im Chat ‚N‘ Chill. Dies ist ein willkommene Abwechslung für uns, nachdem wir die letzten Tage immer an einsamen Ankerplätzen waren.

Ladies in Pink im Chat’N’Chill – Quelle: https://vairea.ch/ein-schweinisches-vergnuegen-auf-den-exumas/

Georgetown
Irgendwie hatte ich mir Georgetown grösser und vielleicht auch etwas mondäner vorgestellt, weil es überall als „Hotspot“ der Yachtingszene in den Bahamas beschrieben wird. Stattdessen ist es sehr klein und beschaulich. Mit dem Beiboot fahren wir in den Lake Victoria, eine Art Lagune, um die die Stadt herum gebaut wurde.

In Georgetown nutzen wir die Gelegenheit uns wieder mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen. Anscheinend war gerade das Versorgungsboot da, was die Inseln mit Frischware beliefert. Es gibt eine große Auswahl. Ausserdem erledigen wir noch Einiges andere. Nach einigen Fehlversuchen finden wir einen funktionierenden Geldautomaten. Außerdem holen wir Sprit für das Beiboot. Gut dass wir escape nicht betanken müssen, denn Sprit ist auf den Bahamas sehr teuer.

Am nächsten Morgen überlegen wir lange. Sollen wir noch einen Tag bleiben? Die gesellige Runde mit den anderen Seglern hat Spass gemacht, der Ankerplatz hier ist sehr schön und sicher. Man hat alles was das Seglerherz begeht. Trotzdem entscheiden wir uns für die Weiterfahrt. Wir müssen in zweieinhalb Wochen in Florida sein und auf den Bahamas gibt’s noch so viel zu sehen. Hoffentlich treffen wir einige der anderen Crews später an der US-Ostküste wieder.

Relevante Links

Cape Santa Maria Resort, Long Island

Chat’N’Chill, Exumas

Segler, die mit uns zeitgleich in Georgetown waren
SY Invia
SY Vairea
SY Lille Venn

Weitere aktuelle Blogs aus Georgetwon/ bzw. den Exumas
SY Flora
SY Infinity

10 Kommentare

  1. Muss schön sein, die Segler-Kollegen wieder zu sehen. Ihr seid eine richtiggehende Gemeinschaft da draußen in der Welt, oder? Auch die Insel wirkt so beschaulich schön, mit dem Sonnenuntergang ganz besonders.

    Liebe Grüße
    Kasia

    Gefällt 1 Person

    1. Ja die Seglergemeinschaft ist wirklich toll. Je länger man unterwegs ist um so mehr Leute kennt man und die Wahrscheinlichkeit, dass in der Ankerbucht ein Boot liegt das man kennt wird grösser. speziell im letzten Jahr war das auch wichtig, denn dadurch das Heimflüge weggefallen sind, hat man ja die Freunde und Familie in der Heimat nicht mehr gesehen.

      Gefällt 1 Person

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