Kreuzfahrt-Parkplatz Bahamas

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Von Eleuthera zu den Berry Islands
„Morgens um 6.00h Anker auf“, das hast der Skipper schon am Vortag verkündet. Wir schaffen es mit fünf Minuten Verspätung. Heute haben wir wieder einen langen Törn vor uns. Von unserem idyllischen Ankerplatz an der Nordspitze Eleutheras geht es Richtung Westen in die nördlichste Ecke der Berry Islands. Eigentlich ist das nicht meine Zeit, so früh am Morgen. Aber das Licht um diese Zeit ist wunderschön.

Wir haben einen gemütlichen Segeltag. Der Wind kommt sehr achterlich(von hinten), so dass wir ohne Downwind Segel wieder einmal sehr langsam unterwegs sind. Allerdings stört das nur 50 Prozent der Crew😉.

Great Stirrup Cay
Wir ankern vor Great Stirrup Cay. Diese Insel ist genau wie die Nachbarinsel(Little Stirrup Cay) im Besitz eines Kreuzfahrtunternehmens. Da wir bereits auf Halfmooon Cay gute Erfahrngen mit einer Kreuzfahrtinsel gemacht haben, hoffen wir, dass es hier ähnlich ist. Schliesslich finden momentan noch keine Kreuzfahrten auf den Bahamas statt. In unserem Revierführer steht, dass man mit dem Beiboot anlanden und zum Leuchtturm hinauf wandern kann. Das hört sich gut an. Nach dem langen Segeltag würde ich mir gerne etwas die Beine vertreten.

Als wir uns der Insel nähern sehen wir allerdings kein Dinghy Dock. Stattdessen stehen überall Schilder „Privatbesitz- Betreten verboten“. Wir sehen eine uniformierte Frau in einem Buggy vorbeifahren und winken Ihr. Freundlich fragen wir sie ob wir zum Leuchtturm laufen können. Sie schaut sehr ernst drein und erklärt uns, dass Sie hier für die Sicherheit zuständig sei. Hier sei alles privat und wir dürften auf keinen Fall irgendwo an Land gehen. Per Funk imformiert sie Ihre Kollegen. “ I have a situation here…“ Das ist jetzt wirklich etwas übertrieben. Schliesslich haben wir nicht versucht unbemerkt an Land zu gehen sondern haben gezielt gefragt. Sie notiert noch unsere Personalien und erklärt uns, dass wir unverzüglich zum Boot zurück müssen, was wir dann auch tun. Betrachten wir es mal so: Durch uns hat sie sich heute in Ihrem Job wirklich wichtig gefühlt. Wir haben auch nicht vor länger zu bleiben, morgen früh soll es weiter gehen.

Segeln durch einen Kreuzfahrt-Parkplatz
Heute geht es bereits um 5.45h los. Kurzzeitig denke ich über Meuterei nach. Aber was soll’s, noch nie habe ich so oft den Sonnenaufgang bewusst erlebt wie in den letzten Tagen. Und der Skipper hat versprochen, wenn wir heute den langen Segeltag geschafft haben, dann können wir mal wieder ein paar Tage vor Anker liegen bleiben.

Von Great Stirrup Cay, fahren wir zu Little Stirrup Cay beziehungsweise Coco Cay. Auch hier hat die Kreuzfahrtgesellschaft der Insel einen neuen Namen gegeben, der bei den Touristen besser ankommen soll. Das kleine Inselchen hat ein eigens Dock für Kreuzfahrtschiffe. Dort liegt die „Oasis of the Seas“ von Royal Carribean. Es wirkt surreal wie dieses riesige Schiff für der flachen Insel liegt.

Man erkennt die Aufbauten, des Vergnügungsparks, den die Kreuzfahrt Gesellschaft hier exklusiv für Ihre Passagiere gebaut hat. Gibt es nicht genügend Freizeitparks? Muss man dafür eine Bahamas-Insel zubauen?

Was machen eigentlich die ganzen Kreuzfahrtschiffe, die momentan nicht fahren können? Ein Blick auf den Plotter gibt die Antwort. Die Ozeanriesen liegen hier vor Anker und warten auf Ihren nächsten Einsatz nach der Pandemie. Es sind Schiffe verschiedener Gesellschaften: Royal Carribean, Carnival, Princess, Celebrity und die Holland America Line.

Kreuzfahrtschiffe auf dem Kartenplotter

Unter Segeln fahren wir durch das Ankerfeld.

Vereinzelt sieht man Beiboote zwischen den Kreuzfahrtschiffen hin und her fahren. Ausserdem herrscht reger Funkverkehr zwischen den Schiffen.

Irgendwann lassen wir die Kreuzfahrtschiffe achteraus.

Bahamas Bank
Wir fahren über die nördliche Spitze der Bahamas Bank, einem riesigen Flachwasser-Bereich zwischen den Berry Islands und Bimini. Hier leuchtet das Wasser die ganze Zeit über in einem klaren Türkiston. Man hat das Gefühl, dass man fast auf den Grund sehen kann. Wir bleiben bewusst ganz im Norden dieses Bereiches, wo wir wissen, dass es noch tief genug ist. Dafür nehmen wir einen Umweg in Kauf. Der Skipper ist nicht ausgelastet und klettert beim Segeln auf den Baum. Die meiste Zeit lassen wir den Motor mitlaufen, damit wir nicht zu langsam werden.

Bimini
Wir ankern in Nord-Bimini vor Alice Town. Am Ende haben wir genau 12 Stunden für 85 Meilen gebraucht.

escape am Ankerplatz vor Nord-Bimini

Der Skipper lässt es sich nicht nehmen noch eine kleine Erkundungstour mit dem Beiboot zu machen. So fahren wir mit dem Dinghy in den Kanal hinein auf die andere Seite der Insel. Dort liegen die verschiedenen Marinas. Im Big Game Club machen wir das Dinghy fest und gönnen uns in der dortigen Strandbar, dem „Sharkies“ einen Ankerdrink. Morgen möchte ich die Insel erkunden und mal wieder ein paar Schritte laufen.

Relevante LInks
Royal Carribean über Coco Cay

Big Came Club Bimini

3 Kommentare

  1. Wie fühlt man sich denn so als „a situation here?“ 😉 Das war ja reichlich übertrieben, aber hey, wahrscheinlich das erste, das ihr seit Monaten spannendes passiert ist.
    Warum ist es eigentlich notwendig, so früh loszusegeln? (und die Frau nicht schlafen zu lassen 😉 ) Gibt es dafür einen besonderen Grund? Oder hast dich einfach nur unbeliebt gemacht 😉 Auf jeden Fall sind die ersten Stunden des Lichts früh am Morgen wunderschön, die Erfahrung habe ich auch bei meinen (unfreiwilligen…) frühen Stunden gemacht.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Kasia, wir segeln immer so früh los damit wir die angepeilte Tagesdistanz im Hellen schaffen. Auf den Bahamas gab es in manchen Ecken nicht so viele Ankerplätze die für uns gepasst haben, darum waren die Distanzen relativ gross. Klar, theoretisch könnte ich den Skipper alleine lossegeln lassen und weiter schlafen. Aber erstens ist es eine meiner wenigen Aufgaben an Bord den Anker hochzuziehen. Ausserdem werde ich leicht seekrank wenn ich unter Deck bleibe(vor allem ohne Frühstück)😉. Darum machen wir es so, dass ich aufstehe, wir zusammen lossegeln und wenn das Boot läuft und die Segel gesetzt sind verkrümele ich mich auf meine Bank und schlafen noch eine Runde.
      Ich wünsche Dir einen schönes Wochenende.

      Gefällt 1 Person

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