Bootsarbeiten in Fort Lauderdale

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An unserem zweiten Tag in Fort Lauderdale geht es los mit den Bootsarbeiten, schliesslich sind wir nicht zum Spass hier😉. Die Klimaanlagentechniker kommen. Das bedeutet, dass in jeder Ecke Bodenbretter und Polster aufgehoben werden, um die darunter liegenden Teile der Klimaanlage zugĂ€nglich zu machen. Es sieht chaotisch aus. WĂ€hrend drinnen an der Klimaanlage gearbeitet wird, nutzt der Skipper die Zeit um draussen zu werkeln. Er kriecht tief in die Lazarette.

Als nÀchstes steht die Aufarbeitung des Cockpits-Tisches auf dem Programm.

Nach der Behandlung sieht der Tisch aus wie neu. So vergeht ein ĂŒber den anderen Tag mit Arbeiten. Die Zeit, in der nicht an der Klimaanlage gearbeitet wird nutze ich um zu waschen oder drinnen sauberzumachen. Manchmal verkrĂŒmele ich mich auch in ein CafĂ© oder erledige Besorgungen, wie zum Beispiel die dringend benötigte US-Gastlandflagge. Dabei stosse ich auf ein wunderbares SpezialgeschĂ€ft fĂŒr maritime BĂŒcher und Seekarten.


Winsch-Wartung
Der Skipper ist derweil in seinem Arbeitseifer nicht zu bremsen. UnermĂŒdlich arbeitet er die endlose To-Do-Liste ab, die jeder Bootseigner kennt. Nach zwei Jahren ist es an der Zeit die Winschen zu warten. Sie mĂŒssen vorsichtig auseinander geschraubt werden. Dann werden alle Teile gereinigt, mit Pflegemittel behandelt und wieder sorgfĂ€ltig zusammengesetzt.

Fast jeden Tag sind wir im West Marine, der grössten Marinebedarfskette in den USA. In der NĂ€he von Fort Lauderdale haben sie mehrere Filialen. Nach einer Woche kennen wir sie alle. GlĂŒcklicherweise hat der West Marine hier auch eine grĂ¶ĂŸere Auswahl an Bekleidung, so dass bei diesen endlosen Shopping-Trips des Skipper wenigstens auch das ein oder andere neue Segel-Outfit fĂŒr mich abfĂ€llt😉. Trotz intensiver Suche finden wir keine genau passende Rolle fĂŒr unseren Anker. Der Skipper muss sie erst noch passend machen.

Meine Aufgabe ist es die noch fehlenden Ersatzteile zu bestellen, bzw. lokale HĂ€ndler ausfindig zu machen, die sie vorrĂ€tig haben. Ich suche einen VolvohĂ€ndler, der alle Teile fĂŒr eine Motorwartung vorrĂ€tig hat. Dann das Gleiche fĂŒr den Yamaha-Aussenbordmotor des Beiboots. Dieses braucht ausserdem einen neuen Propeller. Nach mehreren Telefonaten finde ich endlich eine Firma, die den Propeller innerhalb von wenigen Tagen besorgen kann. Wir fahren mit dem Uber (Taxi welches per Smartphone App bestellt wird) in einen Aussenbezirk von Fort Lauderdale und holen ihn ab. Als wir wieder an Bord sind kommt dann die große Überraschung: Es ist der richtige Propeller, mit der korrekten Seriennummer aber die Fixierung des Propellers mit dem Motor ist anders als beim VorgĂ€ngermodell. Auch hier muss der Skipper sich etwas einfallen lassen um es passend zu machen. Aber letztendlich bekommt er es hin. Der Motor lĂ€uft wieder ruhiger.

links der alte Propeller, rechts der neue

Die Klimaanlagen-Techniker finden ein Leck und tauschen den Kompressor komplett. Danach versteht sich die Elektrik der neuen Einheit nicht mit dem Rest, aber irgendwann bekommen sie es hin und die Anlage lÀuft tatsÀchlich problemlos. Wir sind sehr froh, dass sich Thermodinamica, der Hersteller der Klimaanlage, dazu entschlossen hat das Aggregat am Ende der Garantizeit komplett zu tauschen. So sind wir zuverichtlich, dass wir in Zukunft keine Probleme mehr haben werden. Danach kommt mein Part. Als alle Techniker fertig sind ist Grossreinemachen im Boot angesagt.

Nach der Arbeit kommt das VergnĂŒgen
TagsĂŒber sind wir gut beschĂ€ftigt. Doch wir nutzen wenigstens die Abende, um etwas von Fort Lauderdale zu sehen. Mit der Crew der Valentin treffen wir uns in Fort Lauderdale Beach und flanieren ĂŒber den Boulevard.

Leider gibt es in unserer Marina keinerlei Bar, wo man mal etwas trinken könnte. Ironischerweise wirbt die Marina aber genau damit die die geselligste Marina von Fort Lauderdale zu sein😂. DafĂŒr nehmen wir ab und zu mit Christoph unserem Stegnachbarn einen Sundowner an Deck.

An einem Abend möchte sich der Skipper fĂŒr seine viele Arbeit mit einem richtig guten Steak belohnen. An Essen an Bord ist bei dem dort herrschenden Chaos sowieso nicht zu denken. Also google ich die SteakhĂ€suer von Fort Lauderdale. Als wir dort ankommen stellen wir fest, dass das Steakhaus zum luxuriösen W-Hotel gehört. Der Skipper ist in seine Segelshorts vielleicht nicht ganz adĂ€quat gekleidet. Aber hier in Amerika sieht man das entspannt. Wir bekommen einen schönen Tisch auf der Terrasse und können auch ein Blick auf das wunderbare Quallen Aquarium werfen.

Manchmal nutzen wir den Abend fĂŒr einen kleinen Spaziergang. Auf dem Las Olaf Boulevard glĂ€nzt und glitzert es , so wie man sich Florida vorstellt.

Ein Restaurant, was ĂŒberall in den Empfehlungen auftaucht ist die Southport Raw Bar. Hier treffen sich die Einheimischen nach der Arbeit bei Live-Musik zum Austernessen. Wenn man dem Slogan des Lokals Glauben schenkt pflegen sie dabei noch ihre Gesundheit😉.

So verbringen wir unsere Tage in Fort Lauderdale. Man hĂ€tte einen der berĂŒhmten StrĂ€nde besuchen können. Aber auch Blauwassersegler haben eben nicht immer Urlaub und die StrĂ€nde waren in den Bahamas sowieso viel schöner. NatĂŒrlich haben wir trotzdem die Gelegenheit genutzt um noch ein bisschen von Florida zu sehen. Dazu mehr in den nĂ€chsten BlogbeitrĂ€gen.

Relevante Links

Pier 66 Marina Fort Lauderdale

Restaurant Steak 954

Southport Raw Bar

10 Kommentare

  1. Zu den Bekleidungs“vorschriften“: am schoensten finde ich hier den Spruch, „No shirt, no shoes, no service“. 😉 Man sieht es aber wirklich viel lockerer als in Deutschland. Manchmal zu locker, finde ich, weil manche Anblicke einem dann doch schon den Appetit verderben koennen. 😉
    Liebe Gruesse, und weiterhin viel Erfolg bei den Wartungsarbeiten und – hoffentlich auch mit der Aufenthaltsgenehmigung,
    Pit

    GefÀllt 2 Personen

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