Buntes Miami: Little Havanna und Wynwood

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Nach unserem Besuch im Design District geht unsere Sightseeing Tour in einem komplett anderen Stadtviertel weiter. „Little Havanna“ wird überall als eines der Highlights von Miami genannt. Klar, dass auch wir uns dort umschauen wollen. Little Havanna erhielt seinen Namen von den Exil-Kubanern, die nach der kubanischen Revolution hierher kamen. Nach wie vor hört man hier mehr Spanisch als Englisch auch wenn heutzutage weniger Kubaner dort wohnen als im vergangenen Jahrhundert. Dafür sind Immigranten aus ganz Lateinamerika nachgerückt.

Demzufolge heisst die 8th Street auch nur noch Calle 8.

Hier schlägt das Herz von Little Havanna. Es sieht so aus, wie man sich ein Stück Kuba in den USA vorstellet: Bunte Wandbilder, viele Bars und Restaurants aus denen lateinamerikanische Musik dröhnt und überall Zigarren-Läden. Die Häuser sind deutlich flacher als in den anderen Stadtvierteln, die wir bis jetzt gesehen haben.

Auf dem Weg nach Little Havanna hat unser Uber-Fahrer uns bereits darauf aufmerksam gemacht: „Wie die Bären für Berlin, stehen die Hähne für Little Havanna“. Überall an der Calle Ocho stehen fantasievoll bemalte Hähne aus Pappmaché.

Nach einem Spaziergang möchten wir etwas trinken. Es ist heiss und wir sind heute schon ganz schön viel gelaufen. Dies gestaltet sich allerdings schwierig. In der ersten Bar bedient man uns gar nicht, in der zweiten müssen wir ewig warten. Der Service ist eben auch karibisch hier😉.

Ehrlich gesagt können wir die Begeisterung für Little Havanna nicht so ganz teilen. Das liegt nicht unbedingt an dem Viertel, sondern möglicherweise an unseren Erwartungen. Bevor wir unsere Segelreise mit escape angetreten haben, waren wir für eine Woche in Kuba. Damals haben wir auch mehrere Tage in Havanna verbracht. Und mit dem Original kann die kubanische Kolonie in den USA natürlich nicht mithalten. Vielleicht waren wir auch einfach zu lange in der Karibik, so dass uns ein Stück Karibik in den USA nicht mehr besonders reizvoll erscheint. Möglicherweise muss man auch Zigarrenraucher sein, um dem Charme von Little Havanna zu erliegen. Dann ist es bestimmt spannend in den verschiedenen kleinen Shops zu stöben.

Nachdem wir einmal die Calle Ocho auf und ab gelaufen sind fragen wir uns: „Was machen wir jetzt?“. Nachdem wir schon drei verschiedene Stadtviertel von Miami gesehen haben, könnten wir guten Gewissens nach Fort Lauderdale zurückfahren, wo escape auf uns wartet. Unser Sightseeing-Soll ist definitiv erfüllt😉. Aber da war doch noch etwas…? Der Uber-Fahrer hat uns auf dem Weg hierhin gesagt: „Ihr müsst unbedingt noch nach Wynwood“. Ich erinnere mich gelesen zu haben, dass es dort ein Museum für Strassenkunst gibt. Ich schaue kurz nach, es hat noch geöffnet. Auf geht’s, wir bestellen wieder ein Uber und fahren nach Wynwood.

Im letzten Tageslicht schauen wir uns die Wandbilder in Wynwood Walls an. Es ist wirklich sehenswert.

Zum Abschluss spazieren wir noch ein bisschen durch die Strassen von Wynwood. Die Strassenkunst beschränkt sich nicht nur auf das Wynwood Walls Museum. Überall sieht man farbenfroh bemalte Wände.

Wynwood ist ein junges, hippes Viertel. Sehr wahrscheinlich senken wir durch unsere Anwesenheit das Durchschnittsalter auf den Straßen😀. Mit den vielen Restaurants, Bars, Clubs und kleinen Läden erinnert es mich an unser Zuhause in Köln-Ehrenfeld. Volker meint, dass dieser Vergleich sehr schmeichelhaft für Ehrenfeld ist; aber ich finde vom Publikum und von der Stimmung her ist es ähnlich.

Hier habe ich zum ersten Mal in Miami das Gefühl, dass wir uns dort bewegen wo auch die Einheimischen unterwegs sind. Aber in Köln gehen die Jugendlichen ja auch nicht in die Altstadt, wo die Touristen sind sondern eben nach Ehrenfeld.

Fazit
„Sightseeing in Miami: Vier Stadtviertel in 12 Stunden“ so sollte der ursprüngliche Titel meines Blogartikels über Miami lauten. Beim Verfassen des Artikels habe ich dann festgestellt, dass ein Bericht über alle vier Stadtviertel den Rahmen eines einzigen Blogposts sprengen würde.

Entsprechend groggy war ich am Abend unserer Miami Tour. Die vielen neuen Eindrücke waren einfach überwältigend. Das muss man erst einmal verarbeiten (Welch ein Luxusproblem😉). Trotzdem bin ich froh, dass wir es geschafft haben, an einem einzigen Tag so viele unterschiedliche Stadtviertel zu erkunden. Nicht nötig zu sagen, dass ich gerne mehr Zeit in Miami verbracht hätte. Aber die Hurrikan-Saison nähert sich und es wird Zeit nach Norden zu ziehen.

Relevante Links

wynwoodmiami.com
Strassenkunst-Museum in Wynwood: Wynwoodwalls

4 Kommentare

  1. Little Havanna hat für mein ungeübtes Auge einen eindeutig karibischen Touch. Da ihr allerdings vorher schon das Original gesehen habt… 🙂 Die Streetartkunst ist wirklich der Hammer. So viel Schönes auf einem Fleck, ich glaube, ich wäre aus dem Fotografieren nicht mehr rausgekommen.

    Liebe Grüße
    Kasia

    Gefällt 1 Person

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