Nachtfahrt von Jacksonville nach Savannah

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escape liegt an der Mündung des St. Johns River. Wir warten auf den richtigen Zeitpunkt für unsere Abfahrt nach Savannah. Da dieses Mal so viele Faktoren zu berücksichtigen sind, hat der Skipper sogar einen schriftlichen Passageplan erstellt. Als optimale Startzeit für unseren Törn hat er acht Uhr abends ermittelt. Im Abendlicht gehen wir Anker auf. Wir wollen über Nacht nach Savannah segeln, um dort mit Tageslicht und Beginn der Flut in den Savannah River einfahren zu können. Es herrscht reger Betrieb im Inlet.

Während die Sonne am Horizon verschwindet setzen wir Segel. Der Skipper übernimmt die erste Wache, ich schlafe.

Später in der Nacht löse ich ihn ab. Er ist unzufrieden. Der Wind ist deutlich schwächer als vorhergesagt. Wir sind langsamer als erwartet. Dafür verläuft die Nacht angenehm ruhig, was mir sehr entgegenkommt. So lässt sich die ungeliebte Nachfahrt gut überstehen.

Am nächsten Morgen sehen wir vor der Mündung des Savannah Rivers einen Fischkutter bei der Arbeit.

In seinem Kielwasser hinter dem ausgeworfenen Netz schwimmen Delfine, die sich am Fang bedienen.

Da der Skipper in seinen Berechnungen noch Reserve eingeplant hatte, fahren wir gerade noch rechtzeitig mit der Flut in den Savannah River hinein. Wir sehen den Leuchtturm von Tybee Island.

Langsam fahren wir den Savannah River hinauf. Wie immer geniesse ich die Flussfahrt als willkommene Abwechslung zum Segeln auf dem offenen Meer. Das Ufer erscheint mir grüner und deutlich weniger industriell als am St. Johns River auf dem Weg mach Jacksonville.

Außer einigen kleineren Sportbooten begegnet uns kein anderes Schiff. Mir scheint es so als ob hier kaum Berufsschifffahrt unterwegs ist. Nach zwei Stunden Flussfahrt haben wir Savannah erreicht. Von der Infinity wissen wir, dass man am Town Dock direkt vor der Altstadt anlegen kann. Lediglich eine telefonische Anmeldung ist erforderlich. Ohne Hilfe legen wir unter großem Interesse der vorbei spazierenden Touristen längsseits an. Nachdem wir festgemacht haben passiert uns ein riesiges Containerschiff. Ich mache große Augen. Wie wäre das wohl gewesen wenn uns dieses Schiff in einer der engen Windungen des Flusses entgegengekommen wäre? Laut Skipper wäre das kein Problem gewesen aber ich bin froh, dass wir nicht in der Situation waren.

Kurz darauf kommt der nächste Riese durch den Savannah River. Da lag ich mit meiner Einschätzung des Frachtverkehrs auf dem Savannah River wohl ziemlich daneben.

Die Besatzung hat offenbar viel Spaß bei der Einfahrt nach Savannah. Man sieht die Seeleute in den Fenstern winken. Die Passanten in der Altstadt winken zurück.

Bei der Durchfahrt der Brücke sieht man wie groß das Schiff ist.

Auch aus dem Salon bieten sich hier am Dock interessante Ausblicke.

escape zieht hier in Savannah viele Blicke auf sich. Sobald wir uns an Deck zeigen werden wir angesprochen. Die Leute haben großes Interesse an unserem Boot und unserer Tour. Alle sind sehr freundlich. Einige haben entweder deutsche Vorfahren oder waren mit dem Militär in Deutschland. Die Kommentare über Deutschland sind dabei durchweg positiv. Zwischenzeitlich überlege ich aber doch ob ich nicht ein Schild mit den wichtigsten Informationen heraushängen soll: „Das Boot ist eine CNB, gebaut in Bordeaux in Frankreich. Unsere Atlantiküberquereung hat 16 Tage gedauert, etc…“

An Deck zu sitzen fühlt sich komisch an. Aber es gibt glücklicherweise genug Alternativen um einen Drink zu nehmen. Direkt gegenüber in der Altstadt von Savannah liegt ein Lokale neben dem anderen.

Vor uns liegt die Georgia Queen, ein Ausflugsdampfer der Tag und Nacht Touristen herumfährt. Savannah hat nur 300.000 Einwohner aber ungefähr 15 Millionen Besucher jedes Jahr; diese wollen unterhalten werden.

Heute machen wir nur einen kleinen Spaziergang in der Stadt. Wir statten einer der berühmtesten Eisdielen der USA einen Besuch ab. Leopold’s Icecream ist eine Institution, die weit über die Grenzen von Savannah hinaus bekannt ist. Demzufolge muss man auch immer Schlange stehen um eine der köstlichen Kreationen zu ergattern. Morgen beginnt dann unser Sightseeing Programm.

Relevante Links
Blogbeitrag der SY Infinity über Savannah

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