Von Cape Lookout in die Chesapeake Bay

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Um 5.30h klingelt der Wecker. Wie immer wenn ein längerer Törn ansteht, bin ich schon vorher wach. Als ich den Kopf aus der Kabine stecke, um das Morgenlicht zu geniessen, verläßt die SY Flora bereits den Ankerplatz.

Wir lassen es langsamer angehen. Erst wird in aller Ruhe gefrühstückt. Um Punkt 7.00h gehen wir Anker auf. Sobald wir genug freien Raum zwischen uns und die Flachs gebracht haben setzen wir Segel. Es ist wenig Wind. Wir laufen nur 5,5 Knoten (10km pro Stunde), aber wir haben ja Zeit. So früh am Morgen ist selbst der Skipper noch entspannt😉. Zuerst segeln wir ein ganzes Stück Richtung Osten. Wir müssen hinaus aufs offene Meer um Cape Lookout zu umrunden. Als wir anschliessend den Kurs ändern um Richtung Norden zu kommen, kommt der Wind fast von vorne. Der Skipper versucht zu kreuzen. Das heisst wir ändern den Kurs soweit wie nötig um segeln zu können, aber es ist zu wenig Wind. Als wir nur noch 3,5 Knoten laufen rollen wir die Genua ein und werfen den Motor an. Die anderen Boote haben schon vorher aufgegeben. So motoren wir alle hintereinander Richtung Chesapeake Bay.

Der Atlantik ist glatt wie ein Binnensee. Wir überholen einige der Boote, die vor uns losgefahren sind. Als wir die SY Vairea passieren fotografieren wir uns gegenseitig.

Je länger wir unter Motor fahren um so schlechter wird die Laune des Skippers, so hat er sich den Törn in die Chesapeake Bay nicht vorgestellt. escape ist schließlich kein Motorboot. Glücklicherweise tut sich dann am Spätnachmittag etwas. Wind kommt auf, endlich können wir segeln😊. Das berüchtigte Cape Hatteras zeigt sich von seiner friedlichsten Seite. So segeln wir ganz entspannt in den Sonnenuntergang.

Später frischt der Wind noch ein bisschen mehr auf. Der Skipper freut sich und trimmt die Segel. Er übernimmt die erste Nachtwache. Ich lege mich schlafen. Gegen 1.00h nachts bin ich dann an der Reihe. Die Segel stehen gut, escape gleitet durch die Nacht. Der Skipper kann sich beruhigt schlafen legen. Meine Wache verläuft angenehm ereignislos. Das Wetter ist stabil, andere Schiffe sieht man nur in der Ferne. Mit der Zeit merke ich, dass escape immer langsamer wird. Was tun?🤔 Ok, ich sollte die Segel dichtholen. Ich schaue nach unten in die Kabine. Der Skipper schläft wie ein Baby. Wenn ich jetzt die Winsch betätige, würde er sofort senkrecht im Bett stehen und mit seiner Nachtruhe wäre es vorbei. Also beschliesse ich unsere Performance zu opfern und einfach so weiter zu segeln wie bisher. Die Segel schlagen ja nicht und escape zieht ruhig Richtung Chesapeake Bay. Als der Skipper ungefähr eine Stunde später aufwacht und an Deck kommt, merkt er sofort das wir zu langsam unterwegs sind. „Was machst Du?“ ruft er ärgerlich😠. Sofort fängt er an beide Segel zu trimmen um escape wieder zu beschleunigen. Jetzt ist er wach und fit und widmet sich mit vollem Einsatz seiner Aufgabe, während ich noch eine Runde schlafe😊.

Am nächsten Morgen laufen wir bei strahlendem Sonnenschein in die Chesapeake Bay ein. Es ist ganz anders als im letzten Jahr, wo wir im Nebel kaum vom Heck zum Bug sehen konnten. Wie üblich in dieser Gegend sehen wir Schiffe, der US Navy bei Übungseinsätzen.

Dieses Mal stoppen wir nicht direkt am ersten möglichen Ankerplatz, sondern segeln noch ein Stück in die Chesapeake Bay hinein.

Unser Ziel ist der East River, der in die Mobjack Bay mündet. Hier waren wir schon im letzten Jahr. Der Ankerplatz in dem idyllischen Creek hat uns sehr gut gefallen. Nach 230 Seemeilen fällt um 15:00h der Anker. Es fühlt sich gut an wieder in der Chesapeake Bay zu sein. Nachdem wir das Boot klariert haben, lassen wir das Dinghy zu Wasser. Der Skipper freut sich nach dem langen Törn auf en frisch gezapftes Bier und eine Pizza im Southwind Cafe im kleinen Örtchen Matthews.

Während der Dinghyfahrt freuen wir uns an der typischen Natur der Chesapeake Bay.

Im vorigen Jahr war in Mathews Einiges los, als bewaffnete Bürger in der Innenstadt ein Denkmal verteidigen wollten. Dieses Jahr ist alles ganz beschaulich. Wir drehen eine Runde durch den Ort und essen auf der Veranda des Southwind Cafe. Zum Sonnenuntergang sind wir wieder an Bord.

Wir nehmen noch einen Sundowner mit den Crews der Flora und Easy One und lassen den Törn Revue passieren. Hier in der Chesapeake Bay beginnt für alle wieder eine neue Etappe. Während die beiden anderen Boote zeitnah einen Termin zum Auskranen haben, wissen wir noch nicht genau was wir vorhaben. Mal sehen was die nächsten Wochen bringen…

Relevante Links

Blogartikel der anderen Segler über den Törn von Cape Lookout in die Chesapeake Bay
SY Flora
SY Vairea

4 Kommentare

    1. Hallo Roland, das ist richtig. Dei Boote kommen aus dem Wasser, wie lange sie den an Land stehen bleiben ist sehr unterschiedlich. Die Meisten unserer Segelfreunde lassen das Boot einige Monate an Land stehen um nach Europa zu reisen. Andere erledigen Arbeiten am Boot. Oft ist es auch eine Kombination aus beidem. Im Herbst kommen die Boote dann wieder ins Wasser um Richtung Süden zu segeln.
      Wer aus der Karibik Richtung Europa segeln will geht meist nicht über die USA sondern segelt zwischen April und Juni über die Azoren nach Europa.

      Gefällt 1 Person

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