Oxford, MD: Die Chesapeake Bay von Ihrer besten Seite

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Auch heute sind wir wieder früh unterwegs. Um 9.00h lichten wir den Anker in Reedville. Noch wissen wir nicht genau wo wir hinfahren. Erst einmal hinaus in die Chesapeake Bay. Hoffentlich können wir heute segeln. Anfangs kommen wir gut voran, escape gleitet mit 10 Koten Fahrt durchs Wasser. Doch dann wird der Wind weniger. Wir müssen den Motor dazu nehmen. Irgendwie gestaltet sich die Segelsaison in der Chesapeake Bay deutlich schwieriger als im vergangenen Jahr. Nie haben wir genug Wind.

Motorfahrten langweilen den Skipper, also übergibt er mir die Wache. Auf dem Kartenplotter erkenne ich ein Sperrgebiet, was nicht befahren werden darf. Drum herum gibt es noch einmal eine Zone für die irgendwelche Sonderregelungen gelten, die sich mir nicht erschliessen. Ich versuche das mit dem Skipper zu besprechen, aber es interessiert ihn nicht wirklich. Langsam fahren wir auf das Sperrgebiet zu. Da höre ich auf dem Funk wie ein Patrouillenboot der Navy nach und nach alle Sportboote anfunkt, die in dem Gebiet unterwegs sind. Es gibt klare Anweisungen, wo gefahren werden darf: entweder an der Westseite der Bucht nah unter Land oder im Gebiet östlich von den roten Fahrwasser Tonnen. Wir entscheiden uns für die Ostseite und ändern den Kurs. Da sehen wir auch voraus das Patrouillenboot der Navy.

Sobald es ein Sportboot erspäht, was sich der verbotenen Zone nähert, wird Gas gegeben und das entsprechende Boot auf den rechten Weg gewiesen. Da wir in vorauseilendem Gehorsam den Kurs bereits geändert haben, bleiben wir unbehelligt.

Es ist sehr heiss und nach wie vor fast windstill. Trotzdem beschliessen wir, die 85 Meilen bis Oxford durchzufahren, denn für morgen ist auch wenig Wind vorhergesagt aber es soll denn ganzen Tag regnen. Außerdem ist die SY INVIA auch nach Oxford unterwegs. Dorothee hat schon die besten Restaurants für das Abendessen gegoogelt. Kurz bevor wir Oxford erreichen kommt noch einmal ein bisschen Wind auf, so dass wir wenigstens ein kleines Stück segeln können.

Oxford ist ein idyllisches Örtchen am Ostufer der Chesapeake Bay. Wir ankern wieder an der gleichen Stelle wie im letzten Jahr. Der Ankerplatz sowie der gesamte Ort haben uns gut gefallen. Schnell melde ich uns noch telefonisch bei der Zoll- und Grenzschutzbehörde an. Wir haben wieder einen neuen Bundesstaat erreicht: Maryland

Essen wie bei Oma in Italien
Mit dem Dinghy gent es zum Abendessen an Land. Die INVIA Crew wartet bereits in der Pope’s Tavern im Oxford Inn. Anders als der Name vermuten lässt, wird hier authentisch italienisch gekocht. Das Restaurant und das zugehörige Inn stehen seit zwei Monaten unter neuer Leitung. Ein Paar aus New York hat sich hier niedergelassen. Sie kochen nach alten italienischen Rezepten der Grossmutter. Alle Pasta ist hausgemacht. Es ist ausgesprochen lecker. Wir geniessen das Essen und das Wiedersehen mit der INVIA Crew. Noch lange sitzen wir auf der Veranda vor der Taverne.

,Am nächsten Tag ist erst einmal Hausarbeit angesagt. Da ist es nicht schlimm dass es fast den ganzen Tag regnet.

Vom Boot aus können wir die Krabbenfischer beobachten.

Als wir später an Land gehen können wir deren Boote auch einmal aus der Nähe betrachten.

Krasse Überraschung beim Abendessen
Zum Abendessen sind wir wieder mit Dorothee und Stefan von der INVIA verabredet. Das Restaurant Latitude 38 liegt etwas außerhalb des Ortes, so machen wir einen kleinen Spaziergang.

Die Tische sind schön eingedeckt, die Gerichte halten was die Speisekarte verspricht. Bei einem leckeren Wein unterhalten wir uns angeregt mit der INVIA Crew. Sie hatten heute ein unschönes Erlebnis als ihr Anker geslippt ist, aber glücklicherweise ist alles gut gegangen. Der Abend könnte schöner nicht sein. Auf einmal kommt die patente Wirtin des Restaurants an unseren Tisch und erklärt uns ganz trocken, dass wir heute Abend nichts bezahlen müssen. Was??? Wir glauben es falsch verstanden zu haben und fragen nach. Sie erklärt uns, ein Stammgast des Restaurants habe uns eingeladen, unsere Rechnung sei bereits bezahlt. Als wir uns auch dem edlem Spender erkundigen, sagt sie er sei bereits gegangen. Wow 🤩, hier in Amerika passieren einem wirklich unglaubliche Dinge. Wir haben in einem der besten Restaurants der Chesapeake Bay umsonst geschlemmt, Wahnsinn!

Mit Fahrrad und Fähre nach St. Michaels
Gemeinsam mit der INVIA Crew haben wir die ganze Zeit überlegt, ob wir noch nach St. Michaels segeln oder nicht. Dann haben wir eine andere Lösung. Wir mieten in der Safe Harbor Marina ein Fahrrad und setzen mit der Fähre über nach Bellevue Landing. Von dort ist es nur eine halbe Stunde mit dem Fahrrad bis Oxford.

Die Fähre gibt es schon seit über 300 Jahren.

Der Skipper der escape klinkt sich aus, er nutzt den Tag zum Arbeiten. Stefan begleitet Dorothee und mich bis Oxford.

Während unserer kleinen Radtour sehen wir ein Stück Bilderbuchamerika: eine beeindruckende Allee, die zu einem Herrenhaus führt,

eine kleine Farm mit der typischen blau-weiß-roten Dekoration zum Unabhängigkeitstag,

und einige hübsche Kirchen.

In Oxford machen Dorothee und ich dann einen schönen Mädels-Nachmittag mit Shoppen und Eis essen. Da ist auch der Skipper der INVIA ‚raus. Abends treffen wir uns dann alle wieder im historischen Robert Morris Inn in Oxford. Es ist eines der ältesten Gasthäuser der USA. Schon George Washington soll hier geschlafen haben. Nachdem wir uns im letzten Jahr hier durch das Kuchenabngebot gefuttert haben wollte ich dieses Mal auch das normale Essen probieren. James A. Michener hat hier gewohnt als er seinen Roman „Chesapeake“ geschrieben hat. Das Buch ist absolut empfehlenswert, vor allem wenn man diese Gegend bereist.


Blaue Stunde
Mit dem letzten Tageslicht geht es zurück zu escape.

Bei Vollmond, ist die blaue Stunde in der. Chesapeake Bay besonders schön.

Wirhatten drei wunderschöne Tage in Oxford. Morgen wird es Zeit weiterzuziehen.

Relevante Links

Safe Harbor Marina Oxford

Oxford Bellevue Ferry

Restaurants
Oxford Inn und Pope’s Tavern Restaurant
Latitude 38
Robert Morris Inn

Ein Kommentar

  1. Wieder ein sehr interessanter und schön bebilderter Bericht!
    Das mit dem Essen, das von jemand anderem bezahlt worden ist, das nennt man „Random act of kindness“! Das ist auch in Kanada bekannt und ich bin auch schon mal in den Genuss davon gekommen – allerdings „nur“ bei einem „Tim Hortons“ … aber die Freude und die Überraschung waren deswegen genauso gross!
    Viele Grüsse
    Christa
    PS
    Und als ich deinen Blogtitel für diesen Eintrag gelesen habe, da ist mir sofort James Mitcheners Buch „Chesapeake“ (auf deutsch „Die Bucht“) eingefallen.

    Gefällt 1 Person

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