Es geht nach Hause

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Es ist soweit: wir fliegen nach Hause😊. escape ist im South Annapolis Yacht Centre gut aufgehoben. Wir haben sie sorgfĂ€ltig auf ihr Alleinsein vorbereitet😉. Unser Stegnachbar Rich hat sich netterweise bereit erklĂ€rt, ab und zu die Klimaanlage laufen zu lassen, damit es innen nicht zu feucht wird.

Ich bin etwas nervös😟. Eine Flugreise in Zeiten von COVID ist nicht so einfach, wie sie frĂŒher einmal war. Wir fliegen von Washington Dulles ĂŒber Reykjavik nach Deutschland. Der Flug mit Icelandair kostet nur halb soviel wie mit Lufthansa und ist nur unwesentlich lĂ€nger. Außerdem hat das den Vorteil, dass man statt eines Langstreckenfluges zwei MittelstreckenflĂŒge hat. Das ist mir deutlich angenehmer.

Am Flughafen in Washington ist alles gut organisiert. Der Flughafen ist sehr leer. Sehr wahrscheinlich ist die Anzahl der Passagiere nur ein Bruchteil im Vergleich zu dem was vor COVID hier abgefertigt wurde. Der Flug it angenehm. Allerdings ist es in Reykjavik dann etwas chaotisch. Die Passagiere werden in Flughafenbussen zusammengepfercht wie eh und je. DichtgedrÀngt stehen die Leute am Gate. Wir wundern uns, dass weder in Rejkavik noch in Frankfurt jemand nach unserem Impfstatus oder einem COVID-Test fragt.

Sonntags kommen wir in Köln an, Volker fÀhrt am Montagmorgen zuerst zu seiner Mutter und dann in die Firma, als wÀre er nie weggewesen. Ich dagegen brauche erst einmal einen Tag um mich zu sortieren.

Es ist so schön Familie und Freude wiederzusehen. Schon im Vorfeld habe ich versucht, die Termine so zu planen, dass wir die maximal mögliche Zeit haben, um uns unseren Lieben zu widmen. Trotzdem wird man nicht allen gerecht. Die Zeit vergeht viel zu schnell. Neben den Besuchen von Verwandten und Freunden mĂŒssen wir auch einiges erledigen, wie beispielsweise Arztbesuche, Steuerberater u.Ă€.

Dann wird auf einmal alles auf den Kopf gestellt. Volker und ich sind mit meinen Eltern in Euskirchen zum Abendessen verabredet. Es hat schon den ganzen Tag geregnet, aber das ist in Deutschland ja nichts außergewöhnliches. Als wir im Auto zum Restaurant fahren, sind mehrere Straßen ĂŒberflutet. Ich wundere mich, denn hier in der NĂ€he ist ĂŒberhaupt kein GewĂ€sser. Da ahnen wir zum ersten Mal, dass es vielleicht doch mehr ist als ein starker Regen. Als wir aus dem Restaurant kommen, steht rings herum alles unter Wasser. Wir schaffen es kaum vom Restaurant bis zur Autobahnauffahrt Richtung Köln. Überall stehen Straßen unter Wasser. In einer UnterfĂŒhrung steht ein Auto bis zu den Fenstern im Wasser. Da merken wir, dass das hier etwas Ernstes ist. Doch das wahre Ausmaß können wir uns noch nicht erahnen.

Am nĂ€chsten Tag lesen wir dann in der Presse wie schrecklich es wirklich ist. Ich hĂ€tte mir nicht vorstellen können, dass es in unserer Region solch eine Flutkatastrophe geben könnte. Es ist furchtbar. Viele Dörfer meines Heimatortes und der Umgebung sind schwer getroffen. Die Menschen haben grausame Dinge erlebt. Wie konnte das nur passieren? Ich hĂ€tte mir wahrlich einen freudigeren Anlass gewĂŒnscht um den Namen unseres Kreises in der New York Times zu lesen. Wie alle um uns herum sind wir tief betroffen.

Von da an gestaltet sich unser Besuches anders als erwartet. Angesichts einer solchen Katastrophe fĂŒhle ich mich etwas fehl am Platze. Es ist völlig unangebracht sorglos ĂŒber Reiseerlebnisse zu quatschen wĂ€hrend um uns herum so viel Leid passiert ist. Um so mehr freut es mich, dass Einige meiner frĂŒheren Mitarbeiterinnen es tatsĂ€chlich schaffen mich zum Kaffe zu treffen und dann auch noch so leckeren Kuchen zu backen. Danke Ihr LiebenđŸ˜ŠđŸ€©đŸ˜

Mit Volkers ehemaliger Stammtisch-Runde gibt es einen besonders lustigen AbendđŸ» im Irish Pub „The Cornish Arms“ in Solingens schönstem Stadtteil GrĂ€frath . Erst um 3.00h sind wir zu Hause. Das hat es lange nicht gegeben.

Wir fahren auch nach NĂŒrnberg um meinen Bruder, meine SchwĂ€gerin und Familienhund Sissi zu besuchen.

Dort machen wir einen schönen Spaziergang in der Schwarzachklamm mit anschliessendem Biergartenbesuch. Letzteres hat insbesondere der Skipper vermisst.

Es ist schön in Deutschland zu sein und alle zu treffen. Volker hat das GefĂŒhl er wĂ€re kaum weggewesen. Es hat sich weniger verĂ€ndert als gedacht. Wir feuern uns, dass die meisten GeschĂ€fte und Lokale COVID irgendwie ĂŒberstanden haben.

Eines Abends checke ich noch schnell meine Emails, da sehe ich eine Nachricht von unserem Hafen aus Annapolis. Als ich lese was dort steht erstarre ich. Es hat einen kleinen Unfall gegeben, eine anderes Boot hat escape beim Anlegen gerammt. An unserem Boot ist ein Schaden. Wie festgefroren sitze ich vor meinem Rechner. Wie soll ich das dem Skipper beibringen? Vorsichtig sage ich zu meinem Mann: “ Du musst jetzt ganz stark sein“. Wie erwartet ist er höchst beunruhigt. Am liebsten wĂŒrde er gleich ins Flugzeug steigen und nachsehen. Wie schlimm der Schaden wohl ist?

Wir haben GlĂŒck, Mareike Guhr liegt mit ihrem Katamaran Moana gerade in Annapolis. Noch am selben Abend schickt sie uns Fotos. Mareikes EinschĂ€tzung beruhigt den Skipper etwas: es scheint wohl nur eine oberflĂ€chliche Schramme am Gelcoat zu sein. Aber noch wissen wir nicht, ob wir escape aus dem Wasser nehmen mĂŒssen, um den Schaden zu beheben.

Der Hafen versichert uns, dass der Unfallgegner bekannt ist und signalisiert hat, dass er den Schaden ĂŒber sein Versicherung regulieren wird. Gut zu wissen😅, alles Weitere wird sich ergeben, wenn wir zurĂŒck in Annapolis sind.

Relevante Links

Irish Pub The Cornish Arms, Solingen-GrÀfrath

13 Kommentare

  1. Da habt ihr euch ja eine denkbar ungĂŒnstige Zeit fĂŒr die Heimkehr ausgesucht. Ich kann verstehen, dass man sich da mit seinen Geschichten und dem, was man erlebt hat, irgendwie fehl am Platz fĂŒhlt. Ich hoffe, dass ihr euch inzwischen, so gut es geht, eingelebt habt und dass auch mit der geliebten Escape alles weitestgehend in Ordnung ist.

    Liebe GrĂŒĂŸe
    Kasia

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  2. Da hĂ€ttet ihr einen schöneren Aufenthalt in der Heimat haben dĂŒrfen. Ich hoffe euren Bekannten / Familien in den Flutgebieten geht es gut. Das mit den finanziellen Hilfen hat ja wohl nicht wirklich geklappt.
    Der Bootsschaden ist sicherlich unnötig und hoffentlich auch schnell wieder ausgebessert. Euch noch eine gute Zeit (wenn ihr noch da seid)
    Ich freue mich auf weitere Berichte 🙂

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  3. Schoen, dass Ihr heil und gesund in Deutschland angekommen seid. Ueber Island bin ich nur einmal geflogen, in 1972.
    Da lese ich nun von lauter bekannten Orten, wie Euskirchen, Koeln, aber auch Solingen. Klingt irgendwie heimatlich, da ich ja nun von 1968 bis 2008 in Bonn und Umgebung gewohnt habe. Ihr seid also genau waehrend dieses schlimmen Unwetters da gewesen. Ich habe das von hier mitverfolgt. Das hat es sogar in die Live-Berichterstattung der grossen Nachrichtensender hier in den USA gechafft, mit Reportern vor Ort. Wirklich schrecklich war das ja.
    Tut mir leid, von den Schaden an der Escape zu hoeren. Da wurde ich mich schwarz aergern, selbst wenn es nur ein kleiner Kratzer im Gelcoat ist und der Verursacher die Reparatur uebernehmen will. Ich halte die Daumen.
    Weiterhin einen schoenen Aufenthalt zuhause, und macht’s gut.
    Liebe Gruesse,
    Pit

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    1. Hallo Pit, dann hast Du ja ganz bei uns ind er NĂ€he gewohnt.
      Der Schaden an escape war letztendlich nicht so schlimm. Aber wenn man so weit weg ist hat man erst einmal ein blödes GefĂŒhl. HĂ€tte aber genauso passieren können wenn wir dort gewesen wĂ€ren. Liebe GrĂŒĂŸe

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