Arenal, Costa Rica: Naturerlebnisse im Schatten des Vulkans

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Schon während der Anreise nach Arenal geniessen wir die Aussicht auf die wunderschöne Landschaft rund um den Arenal-See. Nachdem ein Ausbruch des Arenal Vulkans die dort liegenden Dörfer zerstört hatte, wurde der See künstlich angelegt. Der Arenal-See wird zur Erzeugung von Wasserkraft benötigt und kommt heute für ca. 23% der Stromversorgung Costa Ricas auf.

Im Hotel angekommen, gibt es ein schnelles Mittagessen. Dann brechen wir auf zu unserer ersten Tour. Wir sind nur drei Nächte hier, da wollen wir keine Zeit verlieren. Unser erstes Ziel ist der Vulkan Arenal. Es gibt einen Rundwanderweg, der durch das Gebiet führt, wo 1968 der Vulkanausbruch war. Doch zunächst lenkt unser Führer Gustavo unsere Aufmerksamkeit weg vom großen Vulkan hin zu den kleinen Bewohnern des Waldes. Er zeigt uns einen giftige Tausendfüssler. Seine orangefarbenen Borsten roten können starken Juckreiz verursachen.

Wir sehen einer Kolonie Blattschneiderameisen bei der Arbeit zu. Neben den Arbeitern, die die Blätter transportieren, gibt es die größeren und kräftigeren Soldaten, die die Kolonne lenken und verteidigen. Ausserdem gibt es noch die kleinen Ameisen, die in der Qualitätskontrolle arbeiten und dafür sorgen, dass kein von Keimen befallenes Blatt verarbeitet wird.

Die unterschiedliche Vegetation am Weg ist beeindruckend. Hier sehen wir die wilden Verwandten des Zuckerrohrs.

Langsam nähern wir uns dem Vulkan, noch ist die Spitze in Wolken gehüllt.

Wir klettern durch das Lavafeld. Gustavo erklärt uns, dass bei dem schlimmen Vulkanausbruch hier keine flüssige Lava geflossen ist, sondern der Vulkan Dämpfe und riesige Gesteinsbrocken ausgespuckt hat.

Wir haben Glück, als wir oben auf der Aussichtsplattform ankommen, ist der Vulkankegel perfekt zu sehen. Nur ein paar Schleierwölkchen ziehen um den Berg. Gustavo versichert uns wieviel Glück wir haben, den Vulkan in seiner ganzen Pracht zu sehen. Er schiesst mehrere Erinnerungsfotos von uns (siehe Titelbild oben)

Wir gehen langsam zurück. Am Ende des Weges hat man noch einmal einen wunderschönen Blick auf den Berg und sein Spiegelbild im Wasser.

Davor liegen einige der Steinblöcke, die der Berg damals ausgespuckt hat.

Zum Schluß gibt es noch ein Modell von See und Vulkan mit dem Original im Hintergrund. Alles in allem war es eine perfekte Tour. Wir haben nicht nur viel gesehen, sondern kommen auch trockenen Fußes ins Hotel, obwohl es nachmittags um diese Jahreszeit fast immer regnet.

Am nächsten Morgen steht ein weiteres Highlight auf dem Programm. Die Hängebrücken im Mistico Park gelten als eines der Highlights Costa Ricas.

Wieder haben wir eine Tour mit einem lokalen Führer gebucht. Wir wundern uns, warum er ein riesiges Fernrohr mitschleppt. Doch als er uns den ersten Vogel, zeigt verstehen wir warum. So sieht man auch weiter entfernte Tiere perfekt. Wenn wir alleine unterwegs gewesen wären, hätten wir diese nie entdeckt.

Ein häufig anzutreffender Bewohner hier im Wald ist der Pfeilgift-/Erdbeerfrosch. Er kommt in verschiedenen Farbvarianten vor. Hier besonders schön in „Blue-Jeans“. Ja sie nennen ihn wirklich so, ich habe extra noch einmal nachgefragt.😄

Die hängenden Brücken sind spektakulär, diese Tour ist definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst oder Schwindel. Glücklicherweise habe ich damit nichts zu tun.

So kann ich die Tour bestens gelaunt genießen 🤩.

Mittags sind wir wieder im Hotel. Während wir genüßlich eine Pizza essen fängt es an zur regnen. Das stört uns nicht, Hauptsache das Wetter während der Tour war gut.

Am nächsten morgen klingelt der Wecker schon um 5.00h Uhr. Ich habe uns zu einer Faultier-Beobachtungstour angemeldet. Die startet so früh. Der Skipper meutert, aber da muss er jetzt durch. Beim Segeln richte ich mich ja auch nach seiner Zeitplanung. Das frühe Aufstehen wird mit einem schönen Blick auf den Vulkan Arenal im Morgenlicht belohnt.

Schon kurz nachdem wir losgefahren sind hält unser Führer dem Minibus an. Ein Brüllaffe sitzt in den Bäumen über uns. Wenn man in den Wäldern Costa Ricas unterwegs ist, hört man die charakteristischen Geräusche dieser Affen fast täglich. Nach dem Geräusch zu urteilen, hatte ich sie mir allerdings größer vorgestellt.

Dann kommen wir zum eigentliche Ziel unserer Tour: den Faultieren🦥. Da sich die Faultiere, wie der Name vermuten lässt, recht wenig bewegen, weiss unserer Führer sehr gut, wo er sie finden kann. Nachdem das erste Faultier nur zusammengerollt in einer Astgabel lag bringt unser Führer uns zu Max, einem besonders aktiven Vertreter seiner Art.

Wir werden nicht enttäuscht. Nachdem Max sich ausgiebig dem Gähnen gewidmet hat, hängt er sich kopfüber an einen Ast und kratzt sich ausgiebig. Während ich verzückt die zeitlupenartigen Bewegungen von Max beobachte, wird der Skipper nicht müde die Gemeinsamkeiten zwischen mir und dem Faultier aufzuzählen😄.

Während dieser Tour sehen wir den Arenal Vulkan noch einmal aus einer anderen Perspektive. Jetzt sieht man, dass er zwei Krater hat.

Üppige Pflanzenpracht ist allgegenwärtig in Costa Rica.

Zum Abschluss der Faultier-Tour gibt es in einer kleinen Eco Lodge mitten im Wald ein typisch Costa-Ricanisches Frühstück mit Ei, Reis und Bohnen (dem sogenannten „Gallo Pinto“). Dabei können wir Vögel und ein Eichhörnchen beobachten, die ihren Frühstücksplatz direkt neben unserem haben. Alles in allem war die Faultier Tour rundum gelungen. Dafür hat sich das frühe Aufstehen auf jeden Fall gelohnt.

Den verregneten Nachmittag wettern wir auf unserer überdachten Terrasse ab. Mit Blick auf den tropischen Garten und den Vulkan lassen sich so auch die Schlechtwetter-Phasen geniessen. Wir wußten ja, dass wir in der Regenzeit nach Costa Rica fahren. Schade, dass unser Aufenthalt in Arenal schon zu Ende geht. Hier hätten wir noch viele spannende Sachen machen können. Viele Besucher machen hier Rafting, seilen sich in Canyons ab oder baden in einer der zahlreichen Thermalbädern. Ich hätte auch gerne noch die Faultier-Aufzuchtstation im nahem La Fortuna besucht, aber davon habe ich leider zu spät erfahren.

Relevante Links

Die Touren haben wir mit verschiedenen lokalen Anbietern gemacht. Alle waren perfekt organisiert. Die gut ausgebildeten Führer wussten viel Interessantes zu erzählen. Speziell wenn man Tiere sehen möchte empfiehlt sich ein Guide, da man auf Dinge aufmerksam gemacht wird, die man selbst nie gesehen hätte.
Vulkan Arenal 1968 und Hängende Brücken: Canoa Adventures La Fortuna
Faultier-Tour: Callidryas Tours, La Fortuna

Das Rezept für das typisch Costa-Ricanische Frühstück gibt es bei den Travel Foodies

Offizielle Website des Parks Arenal 1968

Mistico Hängende Brücken

Faultier-Pflegestation in La Fortuna

Wikipedia über die Blattschneiderameise
Wikipedia über den Erdbeerfrosch

9 Kommentare

    1. Ja die Einreise ist relativ problemlos. Man muss einige Formulare ausfüllen. Außerdem mussten wir eine Krankenversicherung abschliessen, die für mögliche COVID Koste aufkommt. Ich glaube mittlerweile hat sich das wieder geändert und ist für geimpfte Personen nicht mehr nötig.
      Die COVID Zahlen gehen jetzt aktuell wieder hoch. In Costa Rica sind auch bis jetzt nur 30% der Bevölkerung zweimal geimpft. Aber letztendlich ist man währen der ganzen Reise meistens draußen, so daß es trotzdem relativ ungefährlich ist bzw. man möglichen Gefahren aus dem Wege gehen kann. Die Agenturen, die die Ausflüge veranstalten Beteiben relativ viel aufwand. Es wird viel desinfiziert. Die Leute passen auf. Wir hatten die meiste Zeit ein gutes Gefühl.

      Gefällt mir

  1. Danke fuer’s Mitnehmen nach Costa Rica! Prima Reise! 🙂 Hochinteressant fand ich Deine Erlaeuterungen zu den Blattschneiderameisen. Die hatten wir uebrigens mal in Karnes City, aber bisher wusste ich nichts ueber deren Arbeitsteilung.
    Liebe Gruesse, und weiterhin gute Reise,
    Pit
    P.S.: Mary war vor ein paar Jahren auch mal in Costa Rica, und es hat ihr sehr gut gefallen.

    Gefällt 1 Person

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