escape segelt Richtung Süden: Von Boston in den Long Island Sound

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Bye Bye Boston

Der September geht zu Ende. Für escape ist es Zeit wieder Richtung Süden zu segeln. Als unsere neuen Freunden zum Abschied winken 👋 wird mir warm ums Herz🥰. Dieses Mal fällt es mir besonders schwer weiterzuziehen. Vielleicht sind wir ja nächste Saison wieder hier?

Wir fahren noch schnell zur Tankstelle, dann werfen wir einen letzten Blick auf die Skyline von Boston.

Wo geht es hin? Für den Anfang lassen wir es langsam angehen. Wir fahren nur hinaus in die große Bucht von Boston und ankern vor einer der kleinen Inseln, den sogenannten Harbor Islands (der blaue Punkt markiert unseren Ankerplatz).

Durch den Cape Cod Kanal
Am nächsten Tag gehen wir um 9.15h Anker auf. Der Skipper hat vorausberechnet, dass wir so am besten mit der Strömung durch den Cape Cod Kanal fahren. Sobald wir die Inseln hinter uns gelassen haben setzen wir Segel. Bei 14 Knoten Wind aus 119 Grad läuft escape 9 Knoten. Der Skipper ist zufrieden.

Es ist ganz schön frisch hier draußen, gut dass ich mir in Boston eine warme Mütze gekauft habe.

Im Licht der Nachmittagssonne kommen wir am Cape Cod Kanal an. Boote über 65 Fuß müssen sich vor der Fahrt durch den Kanal per Funk anmelden, so leiste ich auch einen bescheidene Beitrag zum Gelingen des heutigen Törn😉. Im letzten Jahr sind wir den Kanal schon einmal gefahren, allerdings in entgegengesetzter Richtung. Damals war das Wetter so schlecht, dass wir von der Umgebung kaum etwas gesehen haben.

Heute können wir den Blick auf die Landschaft geniessen und den Wasservögeln zuschauen.

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Die Passage durch den Kanal ist sehr angenehm. Als wir durch sind, melde ich mich per Funk wieder ab. Der Skipper steuert derweil den Ankerplatz an, den er sich schon auf der Seekarte ausgeguckt hat.

Ankerplatz von escape am Ausgang des Cape Cod Kanals

Nachdem wir den ganzen Tag draußen waren, genießen wir zum Sonnenuntergang den Blick aus dem Fenster.

Vom Cape Cod Kanal nach Fishers Island

Am nächsten Morgen verlassen wir den Ankerplatz schon um 7.30h. Eine Viertelstunde nachdem wir losgefahren sind setzen wir die Segel, das Großsegel und den Code Zero, unser Leichtwindsegel. escape läuft mit 10 Knoten Geschwindigkeit.

Doch der Wind wird etwas stärker und vor allem sehr böig 🌬 . Die Böen liegen bei 13 Knoten. Das ist deutlich mehr als der Code Zero vertragen kann. Es ist enorm viel Druck auf dem Segel, escape saust mit viel Lage Richtung Long Island Sound. Doch bevor wir einen erneuten Besuch beim Segelmacher einplanen müssen, hat der Skipper ein Einsehen und rollt den Code Zero ein.

Die Genua wird ausgerollt. Jetzt sind wir etwas langsamer aber dafür sicherer unterwegs. Der Skipper sitzt am Steuer und gibt seiner Crew Kommandos: „Großschot fieren(nachlassen), noch ein bisschen mehr, dann doch wieder dichter holen, Genua trimmen, Genuaschot aufrollen… „🙄 So wird mir wenigstens nicht langweilig oder kalt.

Am Ende sind wir 68 Meilen in 8 Stunden gesegelt, so einen guten Segeltag haben wir lange nicht gehabt. Wir ankern vor Fishers Island, einer Privatinsel vor der Küste Connecticuts. Da sie uns hier in der letzten Saison den Landgang verboten haben, versuchen wir es dieses Jahr gar nicht erst. Wieder verbringen wir einen ruhigen Abend an Bord.

Von Fishers Island nach Port Jefferson
Morgens um halb sechs säuselt jemand in mein Ohr: „Anneliechen es ist Wind“. Doch mir ist das eindeutig zu früh, besser keine Reaktion zeigen. Der Skipper steht auf und macht sich den ersten Kaffee☕️ . Nach einer halben Stunde kommt er wieder. Diesmal fordert er mich mit mehr Nachdruck zum Aufstehen auf. 

Für heute morgen war kein Wind vorhergesagt. Ich hatte vor, in aller Ruhe Yoga zu machen und dann gemütlich zu frühstücken. Stattdessen gibt es nur ein schnelles Frühstück. Der Skipper nimmt sich noch Zeit Obst zu schneiden, während ich mich fertig mache, dann rein in die dicken Klamotten und an Deck. Um 8.00 h ziehen wir den Anker hoch. Sobald wir aus der Bucht ‚raus sind, werden die Segel gesetzt und mit 11 Knoten Wind aus 90 Grad mach escape 9 Knoten Fahrt.

Der Skipper macht Wasser. Der Wassermacher und ich haben eines gemeinsam: Wir mögen beide keine starke Schräglage. Doch während den Skipper das bei mir nicht so sehr stört, nimmt er die Befindlichkeiten seines Wassermachers sehr ernst. Sonst quittiert der wieder einmal den Dienst. Das hat zur Folge, dass wir jedesmal wenn eine Böe kommt und das Boot mehr als 20 Grad krängt die Großschot aufmachen, um Lage herauszunehmen. Als der Wind weniger wird wechseln wir von der Genua auf den Code Zero

Wir segeln so gut dreieinhalb Stunden dann schläft der Wind ein. Immerhin, vorausgesagt war gar kein Wind da geben wir uns mit einem halben Segeltag zufrieden.

Den restlichen Törn bis Port Jefferson fahren wr unter Motor . Dabei diskutieren wir die meiste Zeit wer Wache hat und wer in Ruhe in seinem Buch lesen kann.

In Port Jefferson ankern wir in der großen Bucht. Insgesamt haben wir heute 55 Meilen geschafft. Den vierten Abend hintereinander gehen wir nicht an Land. Den Landgang heben wir uns für morgen auf, denn da wollen wir wieder in New York ankern.

Bei dem schönen Abendlicht raffe ich mich dann noch zu der Runde Yoga 🧘‍♂️ auf, die ich heute morgen nicht mehr geschafft habe.

Relevante Links

Wikibrief über den Cape Cod Kanal

7 Kommentare

  1. Moin aus dem viel zu heißen Aruba. Ich habe fast vergessen, dass man auch in Mütze und Jacke segeln kann 😄. Ich bin immer wieder von eurer Schräglage beeindruckt. Mein Skipper lässt für mein Gefühl auch eher zu viel Segel stehen, aber ich bin da wie du nie so wirklich von begeistert. Tragt ihr eigentlich auch Rettungswesten oder Sicherheitsleinen? Mit zwei Kindern an Bord bin ich sicher übervorsichtig, aber gerade bei nur einer 2 Mann/Frau Besatzung ist es eine Challenge, wenn wirklich mal einer über Bord geht. Das wäre mir zu riskant.
    Ganz liebe Grüße,
    Sandra

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Sandra, mit den Rettungswesen hast Du natürlich Recht. Wenn wir Offshore unterwegs sind oder schlechteres Wetter haben, tragen wir Rettungswesen und haben die Leinen zum Einpicken. Bei den küstennahen Schönwettertörns verzichten wir darauf. Aber mit Kindern ist das natürlich noch eimal etwas Anderes. Liebe Grüße nach Aruba

      Gefällt 1 Person

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