Auf nach Saba oder Lummerland gibt es wirklich

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Eine der Nachbarinseln von Sint Maarten ist Saba. Für mich hat diese Insel etwas Geheimnisvolles. Während man bei anderen Karibikinseln wie den Tobago Cays, Grenada oder St. Barth bestimmte Bilder im Kopf hat, auch wenn man noch nicht dort war, habe ich mich bei Saba immer gefragt wie es dort wohl aussehen mag. Bereits zwei Mal sind wir an Saba vorbei gesegelt. Einmal im Mai 2020, als wir von Guadeloupe zu den US Virgin Islands gesegelt sind. Das zweite Mal im März vorigen Jahres als wir von Antigua nach Puerto Rico unterwegs waren. Damals hat die untergehende Sonne die kleine aber steile Insel in ein magisches Licht getaucht. Spontan dachten wir: „Das ist Lummerland“. Seitdem wissen wir: Da wollen wir hin.

Für alle denen das nichts sagt: Lummerland ist die kleine Insel mitten im Ozean, aus der Geschichte von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer, deren Erlebnisse uns als Kinder fasziniert haben. Bekannt ist auch das zugehörige Lummerlandlied, in dem die Insel beschrieben wird:

Von Sint Maarten aus sehen wir Saba am Horizont. Nichts wie hin…

Doch wir haben COVID, gerade wütet Omikron überall, Reiserestriktionen werden verschärft. Jede Bewegung des Bootes ist kompliziert. Was tun? Ich schaue bei der Fährgesellschaft nach, mit der wir auch nach St. Barth gefahren sind. Siehe da, die Fähre nach Saba geht dreimal die Woche. Das ist unsere Chance nach Saba zu kommen. Ich buche die Fähre und für drei Tage ein Hotel. Natürlich auch wieder einen PCR -Test, dessen Ergebnis zusammen mit unseren persönlichen Daten und Impfnachweisen in das Einreiseportal von Saba hochgeladen werden muß. Kurze Zeit später ist die Autorisierung da. Morgen geht es nach Saba, Juhu 😚

Ich sitze am Rechner und erledige noch einigen Schreibkram als plötzlich eine Mail des Fährbetreibers kommt: „Ihre Fähre nach Saba wurde gecancelt, sie können auf einen späteren Termin umbuchen“. Was soll das? Ich möchte nicht auf einen späteren Termin umbuchen. Es ist alles vorbereitet, selbst wenn ich das Hotel vielleicht umbuchen könnte, würden der COVID Test und die Einreiseautorisierung verfallen. Ich müsste wieder von vorne anfangen😬.

Ein Anruf beim Fährbetreiber bringt mich nicht weiter, sie bestätigen lediglich, dass sie das Geld zurücküberweisen. Was jetzt? Da hat der Skipper hat eine Idee: Es gibt auch Flüge nach Saba. Und tatsächlich kann ich noch einen Flug für morgen früh bekommen. Er ist auch nicht viel teuerer als die Fähre. Glück gehabt😅.

Am nächsten Morgen holt uns das Taxi um halb sechs ab. Wir sind die Ersten am menschenleeren Flughafen SXM. Offenbar war der Ratschlag der Fluglinie man solle 90 Minuten vor Abflug am Flughafen sein etwas übertrieben.

Wir fliegen mit einem Kleinstflugzeug, das weniger als 20 Sitzplätze hat. Es gibt keine Tür zum Cockpit, man kann bis nach vorne sehen.

Kurz nach Sonnenaufgang hebt der Flieger ab. In der kleinen Maschine wackelt es ganz schön. Von hier oben bekommen wir eine andere Perspektive auf Sint Maarten.

Der Flug dauert nur 12 Minuten. Während der Skipper den Flug geniesst, bin ich ängstlich und greife nervös nach seiner Hand. Besonders spannend wird es als wir auf Saba zufliegen. Es ist ein komisches Gefühl, wenn man nach vorne ins Cockpit schaut und sieht, dass man geradewegs auf einen großen grünen Berg zufliegt🥺. Der Flughafen von Saba ist sehr speziell, er hat die kürzeste Landebahn eines öffentlichen Flughafens weltweit.

Schon der erste Eindruck ist besonders. Unmittelbar vor uns ragt ein grüner Bergkegel nach oben. Die ganze Insel Saba ist die Spitze eines unterirdischen Vulkans, darum ist es überall sehr steil. Schon die Taxifahrt zum Hotel ist ein Erlebnis. Die Strasse schlängelt sich in abenteuerlichen Kurven über die Insel. Ständig bieten sich neue spannende Ausblicke.

Das Hotel begeistert uns auf den ersten Blick. Es liegt in einem Berghang mit weiten Blick über die Inselhauptstadt „The Bottom“ und die umliegenden grünen Hügel bis hinunter zum Meer.

Der Skipper entdeckt ein Baumhaus. Hier machen wir es uns erst einmal gemütlich.

Nachmittags spazieren wir hinunter in den Ort, um erste Eindrücke zu sammeln.

Wir machen einen kleine Wanderung, die uns im Hotel für den Einstieg empfohlen wurde. Der Wanderweg ist kurz aber steil. Während der Skipper schnell voran schreitet bin ich nach wenigen Metern außer Atem. Wandern auf Saba ist nichts für Anfänger🤣.

Dafür bietet sich oben ein wunderschöner Ausblick über die Insel und das Meer.

Wir sind eine gute Dreiviertelstunde auf dem Parish Hill Trail unterwegs. Danach geht es zurück zum Hotel, wo der Skipper sein persönliches Highlight entdeckt. Die Hotelbar hat einen unbeschreiblichen Ausblick und dazu eine riesige Auswahl an Gin aus aller Welt. Aber das Beste daran ist, dass der Gin Tonic hier mit viel Liebe vom Chef selbst zubereitet wird. Cheers 🥃

Unser erster Tag in Lummerland war ein voller Erfolg. Saba ist komplett anders als alle anderen Karibikinseln.

Natürlich hinkt der Vergleich mit der Insel von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer, schliesslich hat Saba keine Eisenbahn. Aber es gibt durchaus Parallelen.

Wikipedia schreibt in der Zusammenfassung verschiedener Interpretationen über Lummerland:

Mit seiner Lage „im weiten, endlosen Ozean“[1] ist die Insel abgeschieden, überschaubar und selbstgenügsam.[10] Lummerland wird deshalb eingeordnet als „ein […] Modellstaat, in dem Mensch, Natur und Technik ein harmonisches Ganzes bilden“.[11] Dazu passt, dass die Insel beschrieben wird als „klein, putzig, idyllisch und nicht gefährlich.“[7] Eine Betrachtung des Werks durch Thomas Kraft ordnet Lummerland vor der Ankunft von Jim Knopf als „Weltentwurf“ ein. „Keine Utopie zwar, aber doch ein verkleinertes Abbild einer Wirklichkeit, das modellhaft für unsere Zivilisation steht. Hier wird regiert und konsumiert, gearbeitet und gefaulenzt, alles scheint sorgfältig arrangiert und bedacht.“

Lummerland – Wikipedia

Relevante Links
Einreisebestimmungen für Saba auf der offiziellen Seite des Tourismusverbandes von Saba

Hotel das Queens Garden Resort

7 Kommentare

  1. Liebe Annemarie. Es sind nicht zuletzt deine Erzählungen, die unseren Entscheid, für die nächste Saison nach Panama zu segeln, sehr schwer ins Wanken bringen. Eine Saison mehr Karibik, wird immer verlockender. Herzliche Grüße aus Guadeloupe von der Lille Venn😘

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  2. Sieht fantastisch aus dort. Danke fuer’s Mitnehmen. Sollte es irgendwann mit unserer lange geplanten Irlandreise doch noch klappen, dann steht ein so kurzer Flug auch auf dem Programm. Wir wollen naemlich die Aran Inseln besuchen, und dtatt der Faehre einen Flieger nehmen, weil wir so Ueberfahrtszeit sparen und mehr Zeit furn Inishmore haben.
    Liebe Gruesse,
    Pit

    Gefällt 1 Person

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