Auf dem höchsten Berg der Niederlande

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An unserem zweiten Tag auf Saba machen wir eine kleine Inselrundfahrt. Cyril unser Taxifahrer erklärt uns mit viel Liebe seine Insel. Saba ist 13 Quadratkilometer groß und hat ca.1900 Einwohner. Es ist Teil des Königreiches der Niederlande aber nicht der EU.

Sein Taxi hat eine Geschichte. Der Wagen gehörte früher dem Gouverneur. Als das jetzige Königspaar Máxima und Willem-Alexander zu Besuch war, hat er sie in diesem Wagen über die Insel chauffiert.

Wir fahren hinunter zur Wells Bay. Saba ist die einzige Karibikinsel die keinerlei Strand hat. Nur ab und zu, je nach Wetterlage wird hier etwas Sand aufgeschüttet.

Als Nächstes fahren wir in die Fort Bay. Hier hätten wir mit dem Beiboot anlanden müssen, wenn wir mit escape gekommen wären. Dies ist der industrielle Teil der Insel. Die Tankstelle, die Energieversorgung und einige andere Gewerbebetriebe liegen hier. Wenn wir hier angekommen wären hätte sich uns der Charme von Saba nicht erschlossen. Draußen vor der Küste sehen wir die Bojen, an denen wir hätten festmachen müssen. Ankern ist vor Saba nicht möglich. Das Meer ist zu tief. Es steht viel Schwell vor der Küste, man würde sehr unruhig liegen. Also haben es richtig gemacht, escape im Hafen von Sint Marten zu lassen.

Wir fahren nach St. Johns, Cyrill zeigt uns die Schule der Insel, die sehr malerisch auf einem Felsplateau liegt. Was uns auffällt: Im Gegensatz zu anderen Karibikinseln gibt es auf Saba gibt es keinerlei Bausünden. Dadurch sehen die Örtchen mit den weissen Häusern und roten Dächern sehr malerisch aus.

Unsere Tour endet in Windwardside, dem touristischen Zentrum der Insel. Nach anderthalb Stunden im Auto ist es Zeit zu wandern. Wir wollen den höchsten Berg der Niederlande erklimmen. Der Mount Scenery ist 877m hoch. 1067 Stufen führen nach oben. Cyril besorgt uns noch zwei Wanderstöcke dann geht es los

Nach kurzer Zeit bin ich schweissnass, der Puls rast, immer wieder mache ich Pausen. Der Skipper dagegen läuft leichtfüssig den Berg hinauf. Irgendwann fängt es an zu regnen, das stört mich auch nicht mehr. Unter dem dichten Blätterdach des Waldes stellen wir uns unter bis es nachlässt. Es gibt zwar entlang des Weges mehrere Schutzhütten, aber jetzt ist keine in der Nähe.

Weiter geht es nach oben, ich fluche und schimpfe. Warum habe ich mir das angetan? Ich hätte auch am Pool liegen können. Doch die Ausblicke auf die Landschaft von Saba und die üppige Pflanzenpracht entschädigen für die Mühe.

Als wir uns dem Gipfel nähern werden die Stufen steiler. Es gibt Seile an denen man sich nach oben ziehen kann. So kann ich die fehlende Kraft in meinen Beinen kompensieren. Irgendwann haben wir es dann tatsächlich bis oben geschafft. Wir sind am höchsten Punkt des Königreiches der Niederlande angekommen😅.

Doch um uns herum ist alles grau. Der Mount Scenery ist wie so oft in Wolken gehüllt. Ich glaube es nicht. Habe ich mich jetzt den ganzen Weg nach oben geschleppt um nichts zu sehen? Da hat der Himmel ein Einsehen mit mir. Plötzlich lichten sich die dichten Wolken. Durch einen zarten Nebelschleier sehen wir unter uns die kleinen Örtchen, die dicht bewachsenen grünen Hügel und das blaue Meer.

Mir graut vor den Abstieg aber es hilft nichts. Auf dem Weg hinunter bieten sich noch einmal faszinierende Ausblicke über die Insel.

Nachdem wir ein Drittel des gleichen Weges zurück gegangen sind, biegen wir auf einen anderen Weg ab. Wir wollen direkt zum Hotel wandern. Hier gibt es keine Stufen mehr, der Pfad windet sich steil den Berg hinunter. Ich hoffe, dass irgendwann ein gerades Stück kommt, aber Fehlanzeige. Eines habe ich heute gelernt: In Saba geht es immer nur steil, entweder hinauf oder hinunter.

Wir gehen den Buds Mountain Trail, dann den Bottom Mountain Trail. Überall wachsen die sogenannten „Elefantenohren“.

Ich werde immer langsamer; der Skipper treibt mich erbarmungslos an. Er droht, dass wir noch im Dunkeln hier herumlaufen, wenn ich nicht schneller bin. Als wir das Ende des Trails erreicht haben bin ich heilfroh. Der höchste Berg Hollands hat mich geschafft. Ich kann kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen. Vier Stunden haben wir gebraucht für die komplette Tour, knapp 9km sind wir gegangen💪.

Jetzt haben wir uns einen Drink verdient. Wir lassen den Nachmittag an der Hotelbar ausklingen. Was für ein Tag🤩.

Relevante Links

Die deutsche Wikipedia über Saba

Hotel Queens Garden Resort

5 Kommentare

  1. Wenn zu Pfingsten lange Autokolonnen auf der A3 von der niederlaendischen Grenze aus Richtung Koeln stroemten, waehrend wir zum Segeln nach Loosdrecht unterwegs waren, dann haben wir immer den Scherz gemacht, dass der Drachenfels der hoechste Berg der Niederlande sei 😉
    Liebe Gruesse,
    Pit

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