Die Gourmet-Hauptstadt der Karibik

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Von unserem Ankerplatz in Marigot fahren wir unter Motor in die übernächste Bucht. Grand Case ist ein Phänomen. Wenn man mit dem Auto hierher kommt, fährt man durch Ecken, wo man sich überlegt, ob man an einer roten Ampel anhalten würde. In der Hauptstraße dagegen, liegt ein Feinschmecker-Restaurant neben dem anderen. Grand Case ist die Gourmet-Hauptstadt der Karibik. Es verspricht also spannend zu werden, wenn wir dort einige Tage vor Anker liegen.

Falsches Bier
Es ist kein Problem einen guten Ankerplatz zu finden. Wir blicken auf den Strand. Direkt voraus liegt das große Dinghy Dock, was wir pünktlich zum Sundowner mit unserem Beiboot ansteuern. Auf dem Steg stehen Tische und Barhocker. Der Skipper bestellt ein Bier. Allerdings ist er sehr enttäuscht 😞, dass es nicht vom Fass kommt.

Als die Leute am Nebentisch ein frisch gezapftes Bier bekommen versteht er die Welt nicht mehr. Mich interessiert das weniger. Zufrieden nuckele ich an meinem Virgin Colada. Doch dem Skipper lässt das keine Ruhe bis er des Rätsels Lösung gefunden hat: Es sind zwei verschiedene Bars. Wir sitzen in Max’s Place, einer kultigen Karibikkneipe. Nebenan ist Quai 58, eine Seglerbar in der wir schon eimal waren. Nur mit Mühe kann ich meinen Mann davon abhalten sofort die Rechnung zu verlangen und in die angrenzende Bar zu wechseln. So weit kommt es noch…Schliessslich sind wir auch morgen noch hier.


Aufstrebender Ort
Wir spazieren durch Grand Case, das voller Kontraste ist. Wir sehen Häuser, die noch so aussehen wie Hurrikan Irma sie vor viereinhalb Jahren zugerichtet hat. Dann gibt es Gourmet Restaurants, mit elegant eingedeckten Tischen und dazwischen kleine Läden und einfachere Lokale mit Streetfood. Genau wie in Marigot hat man auch hier das Gefühl, dass es aufwärts geht. Einige der Ruinen sind mit Streetart verschönert, andere werden gerade renoviert.

Es ist Samstagabend. Im Ort ist viel los. Trotz der hohen Restaurantdichte ist es gar nicht so einfach ohne Reservierung einen Tisch zu bekommen. Mit viel Glück ergattern wir den letzten Platz auf der Terrasse des Ocean 82. Dies ist eines der wenige Restaurants in Grand Case, die Blick aufs Wasser haben. Das Essen ist hervorragend, der Service perfekt. Wir verstehen nicht, warum dieses Restaurant auf Tripadvisor so viel schlechter bewertet ist, als die anderen Restaurants in Grand Case.

Schöner Strandspaziergang
Am nächsten Tag spazieren wir den langen Sandstrand entlang. Einheimisch und Touristen tummeln sich am Strand, aus den Boxen der Beach Clubs dröhnt die Musik, DJ’s heizen die Stimmung an. Das Rainbow Café scheint ein Hotspot der Partyszene zu sein. Dahinter kommt die ruhigere Ecke des Strandes.

Auch hier am Strand sind die vom Hurrikan zerstörten Häuser mit bunten Bildern verschönert, was das Ganze weniger trostlos aussehen lässt.

Spannende Flugzeugbeobachtungen
Saint Martin ist weltbekannt für spektakuläre Flugzeugbeoachungen vom Strand aus, allerdings ist damit der Maho Beach auf der holländischen Seite gemeint. Wir finden, dass auch der Anflug auf den Flughafen von Grand Case einige interessante Bilder bietet.

Nach dem Strandspaziergang ist es dann endlich soweit. Der Skipper bekommt sein geliebtes Fassbier im von ihm favorisierten Quai 58.

Weil wir hier so schön sitzen bleiben wir direkt zum Abendessen da.

Heftige Gezeiten
An unserem letzten Tag in Grand Case ist Neumond und damit Springtide. Das bedeutet, dass der Wasserstand bei Flut höher ist als normal. Während wir draußen vor Anker liegen, merken wir schon, daß escape deutlich unruhiger liegt als an den Tagen davor. Als wir am Dinghydock ankommen staunen wir nicht schlecht. Die Wellen krachen mit Wucht an Land. Der Steg, der gestern noch völlig intakt war, ist heute kaputt. Überall sind Bretter herausgerissen, die von der Kraft des Wassers hochgedrückt wurden. Die Schlauchboote tanzen wild auf dem Wasser. Der Strand, wo gestern noch Kinder gespielt haben, ist völlig überspült. Einige der festgemachten Beiboote sind durch die Wellen schon komplett mit Wasser vollgelaufen. Beim Anblick der Kräfte, die hier schon bei normalem Wetter walten, verstehe ich, dass keines der Häuser der ersten Meereslinie Hurrikan Irma unbeschadet überstanden hat, Wollen wir unser Beiboot hier heute überhaupt festmachen?

Wir haben einen Tisch im Restaurant „The Cottage“ reserviert, einem der vielen französischen Spitzenlokale von Grand Case. Das Restaurant ist zu Fuß 10 Minuten entfernt und hat keinerlei Sicht auf das Dinghy Dock. Wenn hier am Steg etwas passiert, bekommen wir es nicht mit. Das ist dem Skipper zu unsicher. Mit Bedauern storniere ich unseren Tisch. Aber es macht keinen Sinn nur für ein schönes Abendessen einen Schaden zu riskieren. Stattdessen gehen wir wieder ins Quai 58 und nehmen einen Tisch mit Blick auf den Steg. Der Skipper ist gar nicht so unglücklich über die Planänderung. So kommt er wieder zu seinem Fassbier und der frische Fisch hier ist schliesslich auch nicht schlecht😉.

Relevante Links
Von den Restaurants in Grand Case haben wir das Auberge Gourmande und das Ocean 82 jeweils zweimal besucht. In beiden Restaurants haben wir hervorragend gegessen. Doch es gibt noch viele andere interessante Optionen. Beim nächsten Mal werden wir als erstes unseren Besuch im The Cottage nachholen. Andere Segler haben uns das Le Pressoir empfohlen, das neben dem Essen auch für seine Rumauswahl bekannt ist. Hier gibt es ein Menu mit Rum-Begleitung. Man kann sich also locker durch die Woche schlemmen in Grand Case😊.

Zur Übersicht die Liste von Tripadvisor über die besten Restaurants von Grand Case

Die beiden Bars, die nebeneinander am selben Steg liegen
Restaurant Quai 58
Max’s Place

Rainbow Cafe

www.grandcase.com

Wikivoyage über Grand Case

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