Wir segeln von Saint Martin nach Antigua

Gepostet von

Vorbereitungen
Am 1. Februar liegen wir in Grand Case auf der französischen Seite von Saint Martin.

Abfahrt in Grand Case

Heute ist ein geschäftiger Tag in unserem ansonsten so beschaulichen Blauwasserleben. Um 6.00h klingelt der Wecker, um 7.00h sind wir an Deck, um 8.30h sind wir in Marigot an der Tankstelle.

Das letzte Mal haben wir in den USA getankt, vor der Überfahrt in die Karibik. Es wird also Zeit. Aber selbst das Tanken ist in Zeiten von COVID nicht mehr so einfach wie früher. In der Fort Louis Marina muss man vorab einen Termin reservieren und mehrere Formulare online ausfüllen. Die Tankstelle macht laut Webseite um 8.00h auf. Aber am Telefon hat man mir direkt gesagt, dass wir vor 8.30h nicht da sein müssen, schließlich weiß man nicht wann die Jungs kommen😉.

Als wir an der Tankstelle ankommen ist noch alles zu. Normalerweise würde man jetzt warten bis die Tankstelle aufmacht und jemand die Leinen annimmt. Nicht so der Skipper der escape. Er nähert sich rückwärts dem Steg mit der Heckleine in der Hand. Ich bekomme klare Abweisung sein Einhandmanöver nicht zu stören. Mit Rückwärtsgang manövriert er escape vorsichtig an den Steg und wirft die Heckleine über die Klampe. Das Heck ist fest. Jetzt ist es für mich einfach die mittlere Leine zu belegen. Als die Jungs von der Tankstelle kommen ist alles vorbereitet.

Wir tanken 850 Liter, insgesamt 1300 Liter passen in die Tanks. Auch wenn ich vorher die Kreditkartendaten schon übermittelt habe, muss ich trotzdem noch ins Büro um vor Ort zu bezahlen. Passt uns gar nicht, denn wir haben noch viel zu tun. Von der Tankstelle fahren wir hinaus in die Bucht von Marigot und suchen uns einen Ankerplatz. Es ist 10.00h, bis 11.00h können wir im Ort unseren COVID Test machen, der für die Weiterreise notwendig ist. Also schnell ins Beiboot und ab in den Ort. Der COVID Test geht schnell und unproblematisch. Außerdem ist er pro Stück 40 Euro günstiger als auf der holländischen Seite.

Soweit hat alles gut geklappt. Wir haben Zeit für einen Stopp im Café „So Benedict“. Danach erledigen wir letzte Einkäufe. Um 12.00 haben wir den nächsten Termin. Ein Servicetechniker kommt an Bord, um uns ein Angebot für neue Batterien zu unterbreiten. Zwischenzeitlich muss noch das Boot klariert werden. Leinen und Fender werden verstaut. Danach haben wir noch einen letzten Programmpunkt: Ausklarieren. Doch das ist hier in Saint Martin ja sehr einfach. Wir fahren zum Marinebedarfsladen Îsle Marine, geben die Daten in den Computer ein und bekommen einen Ausdruck mit Stempel. Der Skipper nutzt die Zeit, um auch noch das Beiboot zu betanken. Dann sind wir mit allem fertig. Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein leckeres Abendessen in unserem neuen Lieblingsrestaurant „Be Kool“. Wir sitzen direkt am Wasser, das Beiboot ist neben uns festgemacht. So mag es der Skipper😊.

Erste Etappe nach St. Barth

Heute lassen wir es langsam angehen Unsere erste Etappe geht nur 26 Seemeilen bis St. Barth. Zunächst segeln wir an einem sehr schönen Teil von St Martin vorbei, der Halbinsel Terres Basses.

Dann kommen wir auf die holländische Seite von Sint Maarten. Vor der Simpson Bay liegen jede Menge Megayachten vor Anker. Sehr wahrscheinlich warten die Crews auf neue Gäste. Das Ankern hier ist frei und der internationale Flughafen SXM ist nahe. Außerdem zählen wir sechs Kreuzfahrtschiffe, eins auf Reede die anderen im Hafen von Philipsburg.

Am Steuerbord sehen wir Saba, hinter uns die grünen Hügel von Saintt Martin und voraus sehen wie St. Barth. Der Törn heute bietet ein herrliches Panorama, genau nach meinem Geschmack.

Wir segeln so hoch am Wind wie möglich. Dazu haben wir den Windpiloten auf scheinbaren Wind von 30 Grad eingestellt. Als der Wind zunimmt können wir sogar noch ein Grad höher laufen. Währenddessen wird Saint Martin am Horizont immer kleiner.

Nach der Wende können wir direkten Kurs auf St. Barth anlegen.

Auch hier liegen zahlreiche Superyachten vor Anker.

Das gibt es einiges zu sehen. Unten beispielsweise wird gerade der Jetski mit dem Kran in die Buggarage eingeladen.

Wir ankern eine Nacht unter Quarantäneflagge. St. Barth besuchen wir dieses Mal nicht. Morgen in aller Frühe soll es weitergehen.

Zweite Etappe von St. Barth nach Antigua

Um 5.30h klingelt der Wecker, um 6.30 gehen wir Anker auf. Doch wo ist der Wind? Eigentlich war für heute konstanter Wind aus Ost mit mindestens 20 Knoten (entspricht Windstärke 5) vorhergesagt. Doch wir haben weniger als 10 Knoten (Windstärke 3). Wenigstens erwischt uns der Regen nicht, der bleibt achteraus über St. Barth.

Regenbogen über St. Barth

Der Wind nimmt weiter ab, nachher haben wir nur noch 5 Knoten. Ohne Motor geht da nichts. Zwischenzeitlich kommt der Wind sogar aus Süden. Das ist in der Karibik völlig untypisch. Durch die Passatwinde ist normalerweise immer eine Ost-Komponente mit dabei. Der Skipper hat morgens noch einmal das Wetter gecheckt, doch in der Realität sieht es ganz anders aus.

Ein Vogel landet auf unserem Bugsprit und bewegt sich nicht wieder weg. Das mag der Skipper nicht. Schließlich mussten wir erst gestern das Vordeck von den Hinterlassenschaften der Vögel befreien, die escape begleitet haben.

Also verjagt er den Vogel und setzt sich kurzerhand selbst dort hin.

Später dreht der Wind in die richtige Richtung und nimmt etwas zu. Endlich können wir wieder segeln. Doch dann kommt ein schwerer Moment für den Skipper. Er muss jetzt ganz tapfer sein. Wir werden überholt. 

Die Segelyacht First Light ist 28m lang. Seit St. Barth ist sie hinter uns. Im Laufe des Tages ist sie beständig näher gekommen. Jetzt hat sie uns.

Gleichzeitig quert vorne ein Kreuzfahrtschiff.

Die untergehende Sonne taucht alles in ein mildes Licht. Das ist eindeutig der schönste Teil unseres Törns.

Erst kurz vor Jolly Harbour nehmen wir die Segel weg. Mit dem allerletzten Tageslicht fällt der Anker. 74 Seemeilen haben wir heute zurück gelegt.

Relevante Links

Marina Fort Louis

Den COVID Test haben wir gemacht bei BioPole Antilles in Marigot

Tripadvisor über Cafe So Benedict
Tripadvisor über Be Kool Restaurant

Ein Kommentar

  1. Moin Annemarie,
    ich möchte dich ja nicht desillusionieren, aber mir ist nicht ein einziger Skipper bekannt, der vor einer noch geschlossenen Tankstelle kreisedrehend darauf wartet, dass der Tankwart öffnet und Leinen annimmt. Da besteht ja die Gefahr, dass sich ein Motorboot zwischendrängelt. Und wenn der erst mal seine Riesentanks auffüllt, dreht man ganz schön lange seine Kreise. Und ja, natürlich muss das Anlegen (zumindest bei halbwegs normalen Bedingungen) immer auch einhand möglich sein. Rückwärts ranfahren und in die Achterleine eindampfen ist da ein erprobter Klassiker.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß,
    Micha

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.