Segeln als Liebesbeweis đŸ˜‰

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ZurĂŒck in Antigua

An unserem ersten Morgen in Antigua sitze ich frĂŒhmorgens an Deck und beobachte das morgendliche Farbspiel am Himmel. Es ist ein gutes GefĂŒhl wieder hier zu sein.

Ich wecke den Skipper. Mein Ziel ist es als erster beim Einklarieren zu sein. Ob es wohl so einfach geht wie im Internet beschrieben? In den vergangenen Jahren war das Einklarieren in Antigua immer sehr aufwendig. Wir fahren mit dem Beiboot zum Dock des Zolls. Noch ist niemand da, also warten wir. Gegen 9.00h geht es los. Zuerst gehen wir zur freundlichen Dame bei der Gesundheitskontrolle, danach geht es zur Einwanderungsbehörde und zum Zoll. Zwischenzeitlich sind noch mehrere andere Beiboote angekommen. Doch die Beamten hier haben die Sache im Griff. Mehrere Crews werden parallel abgefertigt. Es dauert nicht lange und wir sind auch offiziell wieder in Antigua.  

Gute Stimmung in Jolly Harbour
Wir laufen durch Jolly Harbour und stellen fest, dass es ganz anders ist als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr war alles sehr verlassen, vieles wirkte etwas heruntergekommen. In diesem Jahr ist mehr los, Ladenlokale und HĂ€user werden renoviert. Das Ganze macht einen guten Eindruck. Vielleicht könnten wir hier unterkommen, wenn escape nĂ€chste Woche aus dem Wasser kommt? Wir klappern die verschiedenen Agenturen ab. Bei der letzten werden wir fĂŒndig und mieten ein Ferienhaus fĂŒr fĂŒnf Tage. Nach einem kleinen italienischen Mittagessen geht es zurĂŒck zu escape. Abends wollen wir noch einmal an Land. Doch es regnet mehrmals hintereinander heftig, da macht es keinen Sinn die weite Strecke mit dem Dinghy zu fahren. Der Skipper muss auf sein geliebtes Fassbier verzichten. Stattdessen bleiben wir an Bord und essen Reste. 

Segeln als Liebesbeweis
Am nĂ€chsten Tag geht es weiter nach English Harbour. Es ist sehr böiger Wind mit 25 Knoten vorausgesagt. In den Böen kann es noch etwas mehr werden. Mir ist das zu viel. Der Skipper und escape dagegen mögen viel Wind. Was tun? Nervös harre ich der Dinge, die da kommen😟. 

Wir fahren hinaus. Noch ist wenig Wind, aber das kann sich schnell Ă€ndern. Ich frage mich wieviel Großsegel der Skipper wohl setzen wird. Doch er setzt nur die Genua (das große Vorsegel). Um auf die WindĂ€nderungen reagieren zu können, belassen wir es erst einmal dabei. Anfangs ist der Wind noch schwĂ€cher als vorhergesagt. Kurzzeitig dĂŒmpelt escape nur mit vier Knoten dahin, doch dann werden wir schneller. „Langsames dahingleiten und die Wellen plĂ€tschern sanft, so geht schönes Samstagnachmittags-Segeln“ rufe ich. „Nichts gleitet hier; 4o Tonnen schieben sich mit viel zu wenig SegelflĂ€che an der KĂŒste Antiguas entlang“ entgegnet der Skipper. So unterschiedlich kann man einen Törn wahrnehmen😄. 

Doch der Wind nimmt stetig zu, escape wird krĂ€ftig auf die Seite gedrĂŒckt. Jetzt ist es auch dem Skipper nicht mehr langweilig. In der Spitze laufen wir nur mit der Genua 8,7 Knoten. Auch der Seegang wird mehr. Doch dank unserer kleinen SegelflĂ€che ist escape leicht zu manövrieren. Uns begegnen einige andere Segelyachten. Siehe da, wir sind nicht die einzigen die auf diese unkonventionelle Art segeln.

Ich strahle meinen Mann an. „Danke, dass Du so viel RĂŒcksicht auf mich nimmst, das ist ein echter Liebesbeweis“ sage ich. Doch er wiegelt ab „Ich mache das nur, um nicht schon wieder zum Segelmacher zu mĂŒssen“. Wie auch immer, wir haben jedenfalls trotz Starkwind einen entspannten Paar-Törn😊.


Mitten im Yachting-Hotspot
Die Ankunft in der großen Bucht von Falmouth fĂŒhlt sich an wie nach Hause kommen. Letztes Jahr haben wir sehr lange hier gelegen. Es ist wie immer.  Überall sieht man große Yachten. Diese Mal sind besonders heiße Rennyachten da, denn bald geht die Carribean 600 los, eine der wichtigsten Regatten der Karibik.

Nachdem wir geankert haben, packt der Skipper die HÀngematte aus. 


Abends fahren wir an Land, um einen ausgedehnten Spaziergang durch Falmouth und das benachbarte English Harbour zu machen. Wir sind gespannt, was sich hier in den letzten elf Monaten verĂ€ndert hat. Als wir im Beiboot sitzen erleben wir unseren ersten Hagelschauer in der Karibik. Blöd nur, dass es losgeht als wir genau auf halber Strecke zwischen escape und dem Hafen sind. Triefend kommen wir im Yachtclub an, was von den dort sitzenden Menschen mit lautem GelĂ€chter quittiert wird. Unser Spaziergang fĂ€llt ins Wasser. Wir essen im Cloggys direkt am Dinghydock mit Blick auf die Megayachten. Alles fĂŒhlt sich klamm an, aber nach drei Jahren Leben auf dem Segelboot macht mir das nicht mehr so viel aus. FrĂŒher hĂ€tte ich die Krise bekommen wenn ich so beim Abendessen hĂ€tte sitzen sollen…đŸ€Ł

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