Blick aus dem Inselparadies auf die Welt đŸ‡ș🇩

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Der 24. Februar ist der Tag bevor escape wieder ins Wasser kommt. Am Boot ist alles fertig, Leon von der Werft hat heute noch einmal den Termin bestĂ€tigt, der Skipper ist rechtzeitig aus Deutschland zurĂŒck. Es ist also alles in Ordnung in unserem karibischen Inselparadies. Aber auch nur hier.

Der 24. Februar 2020 wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem Europa dem 3. Weltkrieg ein großes StĂŒck nĂ€her gekommen ist. FĂŒr mich ist es unbegreiflich, wie es soweit kommen konnte. Was bedeutet Rußlands Überfall fĂŒr die Menschen in der Ukraine? Welche Konsequenzen hat das fĂŒr Europa?Wie wird es weiter gehen?

Ich schwanke zwischen dem Wunsch nach Information und der Suche nach Ablenkung. TagsĂŒber lese ich Zeitungen, abends hocke ich zusammengekauert neben dem Skipper wĂ€hrend wir die deutschen Nachrichten schauen.

Wie viele andere Blogger stelle ich mir die Frage, ob es richtig ist jetzt bunte Bilder mit UrlaubsatmosphÀre zu veröffentlichen. Ich pausiere einige Tage, veröffentliche dann einen kurzen Artikel zum Thema. Dann pausiere ich wieder und fahre schliesslich etwas halbherzig mit dem Bloggen fort.

Ich schaue mir an was andere Blogger in dieser Situation machen. Sports Insider Daniel hat in seinem MonatsrĂŒckblick fĂŒr Februar Gedanken und Artikel zum Thema gesammelt.

Claudia von Glam Up your Lifestyle beschreibt die Situation fĂŒr mich sehr treffend:

EIN PAAR WORTE ÜBER DIE AKTuELLE SITUATION
Eigentlich wollte ich mich ĂŒber die aktuelle politische Situation Ă€ußern, doch ich bin mir nicht sicher, ob ich fĂŒr meine Gedanken und Sorgen die passenden Worte finde. Ich schreibe einfach mal meine Gedanken nieder, die mich gerade umtreiben, ohne vorher zu wissen, ob diese einen Sinn fĂŒr andere ergeben.Das alles ist so unfassbar schlimm. Mein Herz schmerzt, die Situation in der Ukraine nimmt mir die Luft zum Atmen. Ich schwanke gerade, ob ich mir die ganzen Nachrichten ĂŒber die aktuelle Situation ĂŒberhaupt anschauen oder mich lieber mit dem Kopf unter der Bettdecke verkriechen soll. Ich fĂŒhle mich wie ohnmĂ€chtig an, …

Ein paar Worte ĂŒber die aktuelle Situation – Glam up your Lifestyle

Auch ich fĂŒhle mich hilflos, weil ich das GefĂŒhl habe, dass man nichts tun kann. Darum gefĂ€llt mir der Artikel von Luzia besonders gut.

#STANDWITHUKRAINE,
DENN NICHTS TUN IST EBEN AUCH KEINE OPTION – 7 DINGE, DIE JEDE*R TUN KANN, UM DER UKRAINE ZU HELFENPosted on 1. MĂ€rz 2022NICHTS.
Am Donnerstag, dem 24. Februar, nachdem Putin die Ukraine ĂŒberfiel und einen Krieg begann, schrieb ich auf meinem Instagram Account: “Fassungslos. Wortlos. Hilflos. Nichts, was ich heute sagen oder tun könnte, fĂŒhlt sich irgendwie angemessen oder richtig an. Nichts davon wĂŒrde etwas an diesem Wahnsinn Ă€ndern. Deswegen habe ich auch gerade keine Worte. Und meine Gedanken sind bei den vielen ukrainischen Menschen, die doch eigentlich nur in Frieden ihr Leben leben wollen. Und sonst nichts.”

Aber nichts sagen und nichts schreiben, ist eben fĂŒr mich auch keine Option. So tun, als wĂ€re nichts und schöne Inspirationen posten, das kann ich im Moment nicht. Uns letztendlich stimmt es auch nicht, wenn wir sagen
. wir können NICHTS tun. Wir können. Wir können alle irgendwas tun. Ein bisschen.

Eigentlich wĂŒrde heute und an dieser Stelle mein MonatsrĂŒckblick “DIE DINGE im Februar” erscheinen. Und tatsĂ€chlich sind in unserem Februar einige Dinge passiert, die mich sehr froh und glĂŒcklich gemacht haben. Und natĂŒrlich leben auch wir unser Leben weiter so gut es geht, selbst angesichts des Grauens. Aber das hier und jetzt zum Thema zu machen, bekomme ich im gerade jetzt einfach nicht hin. Ich werde daher meinen MonatsrĂŒckblick zu einem anderen Zeitpunkt veröffentlichen.

Heute soll es stattdessen um den Krieg in der Urkaine gehen
 und das nicht mit Fokus auf die schrecklichen Nachrichten, die gerade ĂŒberall auf einen hereinprasseln. Sondern mit dem Blick auf die Dinge, die Jed*r von uns tun kann, um den ukrainischen Menschen in dieser Situation zu helfen und auch, um seinem eigenen GefĂŒhl von Hilflosigkeit einen sinnvollen Kanal zu geben.  Ich möchte heute einige Bespiele geben, die ich gesammelt habe


#standwithukraine – 7 Dinge, die Jede*r tun kann, um der Ukraine zu helfen

Auch der Artikel von Susanne von Texterella beschÀftigt sich mit der Frage, wie wir mit der Situation umgehen.

TEXTERELLA PERSÖNLICH.
WIE ICH IN DIESEN ZEITEN BEI SINNEN BLEIBE

Nach zwei Jahren Pandemie und einigen privaten Traurigkeiten hĂ€tte ich nicht gedacht, dass sich das alles noch toppen lassen wĂŒrde – im negativen Sinne. Und doch ist es genauso gekommen. Nicht nur gibt es gut 1000 Kilometer entfernt einen Krieg, P*tin zĂŒndelt auch noch mit der Atombombe. Was ist nur mit unserer Welt passiert? Die Frage stelle ich mir mittlerweile jeden Tag. Nein: jede Stunde.

Und auch wenn dies Zeiten von großer SolidaritĂ€t, Hilfsbereitschaft und Altruismus sind und auch sein mĂŒssen – so sollten wir uns unbedingt auch um uns selbst kĂŒmmern. Nur wenn wir selbst bei KrĂ€ften bleiben, können wir anderen helfen. Kennen wir ja vom Fliegen: Erst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, und dann anderen helfen.

Es ist also nicht egoistisch in diesen Zeiten auch an sich selbst zu denken. Im Gegenteil: Es ist vernĂŒnftig und fĂŒrs Ganze sogar hilfreich. Beten hilft mir persönlich auch. Was wem hilft, ist natĂŒrlich sehr individuell. Die eine betreibt Business as usual, um schlimme Gedanken zu vertreiben, die andere packt im Akkord Care-Pakete mit Babykleidung und Windeln, die dritte konsumiert eine Nachrichtensendung nach der anderen und kann nicht aufhören auf dem Handy durch die News zu scrollen („Doomscrolling“ nennt sich das ĂŒbrigens, habe ich gelernt). NatĂŒrlich ist nichts davon falsch und es steht mir sowieso nicht an, darĂŒber zu urteilen. Was „gut tut“ oder wenigstens ein Ventil ist, ist okay. 

In diesem Beitrag spreche ich also nur von mir. Was mir hilft und was ich tue, um in diesen Tagen bei Verstand zu bleiben. Bei dir kann es etwas anderes sein. 

Krieg in der Ukraine: Was wir tun können, um nicht depressiv zu werden. | Texterella

Mir hilft es mich auf diese Weise dem Thema zu nĂ€hern. Ich hoffe der ein oder andere Artikel war auch fĂŒr Euch interessant.

Letztendlich bin ich zu dem Schluß gekommen, dass ich den Blog auch jetzt weiterfĂŒhre, denn es ist unser Reisetagebuch. Hier halten wir unsere Reise in Wort und Bild fest, um uns immer wieder daran freuen zu können. Der Skipper und ich stellen uns manchmal vor, wie wir eines Tages im Altenheim sitzen und uns gegenseitig aus unseren Reiseerlebnissen vorlesen😉. In diesem Sinne geht es morgen weiter mit Berichten aus Antigua.

Und ansonsten bleibt uns die Hoffnung…🌈

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Relevante Links

Das Foto zum heutigen Beitrag ist von Barbara von der Lille Venn

10 Kommentare

  1. Hi Annemarie,
    wir waren auch im Zweifel, ob man so wie zuvor weiter bloggen kann bzw. soll. Wir schrieben ebenfalls dazu auf unserem Blog. Naja, man kann genauso gut sagen, wer sich nicht expressis verbis gegen diesen Krieg ausspricht, der billigt ihn. Wir sind bereits seit einiger Zeit darĂŒber geschockt, wie erschreckend unpolitisch viele Blogger sind. NatĂŒrlich ist Bloggen etwas fĂŒr Narzissten (wie wir vier 😉 ) aber angesichts des Kriegs sollte das Ego doch zurĂŒckstehen – oder?
    Wir finden das toll, wie du dieses Thema ansprichst und freuen uns, dass wir durch Zufall auf deinen Blog kamen.
    Mit herzlichen GrĂŒĂŸen vom kleinen Dorf am großen Meer
    The ab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

    GefÀllt 1 Person

  2. ich finde es auch richtig das du hier weitermachst !
    FĂŒr mich stellt sich immer die Frage, was können wir tun ? MitfĂŒhlen, SolidaritĂ€t zeigen, spenden und vieles mehr !
    Ändern können wir es aber nicht ! Leider leben auf diesem Planeten immer noch Menschen die diktatorisch veranlagt sind und nur ein paar Begriffe kennen , Macht und Ruhm !
    Die Welt hat sich also nicht groß verĂ€ndert auch wenn es wenige sind die keinerlei Grenzen kennen.
    Dieser Krieg wird die Welt verĂ€ndern und Millionen Menschen werden das Leid miterleben bzw. die Konsequenzen tragen mĂŒssen. Die Ukraine sowieso aber auch die LĂ€nder die Hilfe leisten werden vor vielen Probleme stehen. Diesen riesigen FlĂŒchtlingsstrom muss erst mal verarbeitet werden und da kommen viele LĂ€ndern an ihre Grenzen .
    Ich persönlich bin der Meinung dass nur die Bevölkerung Russlands den Krieg beenden kann.
    Er muss gestĂŒrzt werden und das ganze Regime. Die Diktaur muss fallen und Russland ein Demokratisches Land werden. Wie lange sowas dauert und ob es ĂŒberhaupt geschieht weiß niemand.
    Alles Gute Manni

    GefÀllt 1 Person

  3. Liebe Annemarie, lieber Volker,
    schön, wie Du den post gestaltet hast. Wir Segler befinden uns alle in dieser ambivalenten Situation, schönes Leben und schreckliche Ereignisse. Wir mĂŒssen alle unseren Weg finden, damit umzugehen.
    Euch weiterhin Alles Gute!
    Liebe GrĂŒĂŸe aus West Palm Beach,
    Alfred und Petra
    SY Milena Bonatti

    GefÀllt 1 Person

  4. Es ist durchaus legitim jetzt mit dem Bloggen weiterzumachen. Ablenkung ist erlaubt. Viele warten auch aus dem Grund auf neue Berichte. Das soll ja nicht heißen, das wir uns keine Sorgen machen und kein MitgefĂŒhl fĂŒr die Betroffenen haben. Es vergeht kaum eine Minute, wo bei mir die Gedanken nicht abschweifen in Richtung der grausamen Geschehnisse und der armen Menschen.

    GefÀllt 1 Person

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