Wilder Ritt von Antigua nach Guadeloupe ⛵️

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Adieu Antigua
Nach fast 14 Tagen in Falmouth ist es Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen. In den letzten Tagen haben wir überlegt, wo es hingehen solle. Das nahe liegende Montserrat ist noch für Segler geschlossen. St. Kitts and Nevis wäre eine Option. Dieser Kurs gefällt dem Skipper weil er da den neuen Genauer testen könnte. Am Ende entscheiden wir uns jedoch für Guadeloupe, was nur 40 Seemeilen südlich von Antigua liegt. Hier haben wir in unserer ersten Karibiksaison schon zweimal kurz geankert und wollten unbedingt noch einmal wiederkommen.

Am Abend vor unserer Abfahrt gehen wir noch einmal in die französische Brasserie. Wir mögen dieses Stück Frankreich inmitten dem in britischer Hand liegenden English Harbour. Die beiden Inhaber sind sehr authentisch. Isabel managt den Service mit französischem Charme. Eric, der jederzeit für einen Gauloise Werbespot Modell stehen könnte, steht in der Küche. Als Eric hört, dass wir am nächsten Tag nach Guadeloupe segeln wollen meint er: „Oh, das ist aber viel Wind“. Hat der Skipper mir etwas verschwiegen? Vielleicht hätte ich mich doch selber mit dem Wetter beschäftigen sollen?🤔

Auf nach Guadeloupe
Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um 6.15h. Wenn wir segeln bin ich immer früh auf, um rechtzeitig alles wegzuräumen, was bei Lage verrutschen könnte. Während wir beim Frühstück sitzen verlassen einige Segelyachten die Bucht. Offenbar nutzen noch andere das Wetterfenster. Scheint der Skipper mit seiner Törnplanung also nicht ganz falsch zu liegen. Ich bin beruhigt. Um 8.30h gehen wir Anker auf und verlassen die große Bucht von Falmouth. 20 Minuten später sind die Segel gesetzt und escape rauscht mit10 Knoten Richtung Guadeloupe. Wir segeln mit Genua und Großsegel ohne Reff, bei knapp 20 Knoten Wind aus 125 Grad.

Eine Stunde lang sind wir gut unterwegs. Ich merke allerdings, dass ich meinen Platz am Steuerstand auf der Leeseite (die dem Wind abgewandte Seite, die tiefer liegt) nicht verlassen darf, sonst wird mir übel. Der Wind nimmt zu und wird gleichzeitig böiger. Jetzt ist auch der Skipper soweit, dass er die Segelfläche verkleinert. Das Großsegel wird gerefft und wir wechseln von der Genua auf die kleinere Selbstwendefock. In der Spitze haben die Böen jetzt 29 Knoten. Das entspricht Windstärke 7(steifer Wind).

Als der Himmel vor uns immer grauer wird refft der Skipper noch ein Stückchen weiter, um gewappnet zu sein falls der Wind im Squall plötzlich stärker wird. Das Reffen ist jetzt schon schwieriger, weil ich es bei dem Wellengang nicht schaffe, dass Boot so im Wind zu halten, dass das Segel flattert und vom Skipper am Mast gut eingeholt werden kann. Ich merke, dass ich meine Komfortzone verlassen habe. Alles über 25 Knoten Wind ist für mich zu viel. Guadeloupe ist aber schon in Sichtweite, von daher ist es nicht wirklich schlimm. Nach fünf Stunden erreichen wir Deshaies an der Nordwestküste der Schmetterlingsinsel.

Einklarieren ganz einfach
Mit uns kommen einige andere Boote an. Die Buch ist voll. Wir ankern weit draußen auf 18m Wassertiefe. Der Anker hält sofort. Das Einklarieren ist hier wie auf den meisten französischen Karibikinseln sehr einfach. In einer Boutique (Pelikan Shop) gibt man seine Daten in den Computer ein. Die Boutique macht um 14:00h wieder auf. Wir sind die ersten. Alles geht schnell und unkompliziert. Wir sind wieder in der EU. Den COVID Test hätten wir nicht gebraucht. Nachdem wir eine Runde durch das Örtchen gedreht haben und der Skipper sein Ankerbier bekommen hat geht es zurück an Bord. Jetzt ist erst eimal Entspannung angesagt.

PS
Von dem Segeltörn selbst gibt es keine Fotos, da ich mich dazu nicht in der Lage sah😉.

6 Kommentare

  1. Hallo und ahoi,

    Ich bin zufällig hier gelandet und finde deinen Bericht sehr schön geschrieben.

    Respekt an deine Ehrlichkeit mit der komfortzone ab 25 knoten. Meist hört man die Leute eher laute Töne spuken – bis sie von der Realität eingeholt werden. Danach wirds dann ziemlich schnell, ziemlich leise. Oder selbstherrlich, je nachdem 25 Knoten sind halt 25 knoten.

    Ich wünsche euch weiterhin eine tolle Reise mit viele großartigen Erinnerungen!

    Handbreit,
    Milan

    Gefällt 1 Person

  2. Hi Annemarie
    Schade, keine Fotos vom Segeln. Kenn ich aber. Immer wenn es spannend wird, werden die Prioritäten anders gesetzt.
    Eine Frage sei erlaubt: hätte ich eure Rettungswesten kennengelernt?
    Ganz liebe Grüße aus Lake Worth,
    Alfred

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Alfred, ja seit diesem Tag trage ich immer meine Rettungsweste wenn die See nicht ganz ruhig ist bzw. Diese Saison haben wir deutlich mehr Wind als in den ersten beiden Jahren in der Karibik, aber vielleicht sind wir auch vorher an den Tagen mit viel Wind einfach nicht gesegelt? Liebe Grüße Annemarie

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