Entdeckungstour auf den Îsles des Saintes

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‚Ran an die Boje

Nach zwei Nächten vor der idyllischen Îsle Cabrit drängt der Skipper darauf, dass wir uns vor die Hauptinsel der Saintes verholen. Seit wir hier angekommen sind, hat er das Wettrennen der Boote um freie Mooringbojen beobachtet. Als er früh am Morgen sieht, dass einige Yachten die Bucht verlassen gibt er das Kommando zum Aufbruch. Er möchte, dass ich mit dem Dinghy vorausfahre und die Boje blockiere bis er mit escape hinterhergekommen ist. Dann sollte ich ihm aus dem Beiboot die Leine anreichen, um die Boje zu befestigen. Ich kann mich mit dieser Idee gar nicht anfreunden. Was kann bei diesem Manöver alles schiefgehen? 😯

Also machen wir es auf die bewährte Art. Das Beiboot bleibt in der Garage; wir fahren gemeinsam auf escape hinüber zum Mooringfeld vor Terre-de-Haut. Der Skipper fährt die Boje an, ich schnappe sie mit dem Bootshaken. Allerdings ist sie so schwer, dass ich sie nicht hochbekomme. Doch da kommt der Skipper schon nach vorne geeilt und zieht sie hoch. Schnell haben wir sie befestigt. Allerdings hat sich die Leine einmal komplett um die Boje gewickelt. Das muss der Skipper dann mit dem Dinghy korrigieren. Geschafft😅. Wir liegen an der Boje in einer der schönsten Buchten der Karibik. Doch was ist das? escape rollt heftig hin und her. Draußen herrscht immer noch Starkwind, es steht ein unangenehmer Schwell in der Bucht. Aber das ist leider nicht zu ändern.

2019 waren wir zweimal kurz auf den Îsles de Saintes (Inseln der Heiligen) und haben hier Weihnachten und Silvester gefeiert. Damals haben wir außer dem Hauptort nichts von den Inseln gesehen. Das wollen wir jetzt nachholen.


Hinauf zum Fort

Nachmittags gehen wir an Land. Nachdem wir unsere Boje bezahlt haben, geht es hinauf zu Fort Napoleon. Ich hätte gedacht, dass dieses Fort, wie viele seiner Art in der Karibik, nur aus ein paar kläglichen Überresten besteht. Doch weit gefehlt, oben sehen wir eine rundherum erhaltene Mauer, der Burggraben ist klar zu erkennen.

Innen ist ein Museum. Das hat leider nur vormittags geöffnet. Hätte ich vielleicht vorher mal nachschlagen sollen😉? Doch auch der Weg um das Fort herum lohnt sich. Wir haben Ausblick auf die Îsle Cabrit, wo wir gestern unterwegs waren.

Und wir sehen die große Bucht, wo escape (rechts oben im Bild, zu erkennen am schwarzen Mast) an ihrer Boje schaukelt.

Nachdem wir wieder unten sind, geht es zurück zu escape. Zum Abendessen fahren wir wieder an Land, um in einem der Zahlreichen Restaurants zu essen. Doch überall wo wir fragen heisst es: „Kein Tisch ohne Reservierung“. Wir laufen durch den ganzen Ort und wieder zurück. Nirgendwo gibt es ein Plätzchen für uns. Schliesslich bekommen wir einen Tisch in einem Restaurant am Hafen. Als wir sitzen fragt der Kellner nach unseren Impfausweisen. Ausgerechnet jetzt haben wir kein handy dabei. In den letzten Wochen hatte niemand mehr danach gefragt. kurzerhand werden wir aus dem Restaurant wieder hinauskomplimentieret. Am Ende ergattern wir den letzten Tisch ins der Citrus Lounge. Das ist eigentlich eine Bar, doch es gibt auch Tapas, die ausgesprochen lecker sind. Am Ende wird es noch ein schöner Abend. Auch als ein Regenguss kommt und all Gäste nach drinnen flüchten tut das der guten Stimmung keinen Abbruch.

Mit Schwung in die Pedale

Die Nacht ist extrem unruhig obwohl escape sicher an der Boje liegt. Wie soll man schlafen wenn das Bett wild hin und her schaukelt? Ich bin froh als wir morgens wieder an Land fahren. Wir habe ein E-Bike gemietet, um auf Entdeckungstour zu gehen. Es gibt auch Scooter, doch das Elektrofahrrad ist genau richtig um einerseits ein bisschen Bewegung zu haben, aber trotzdem in alle Ecken der hügeligen Insel zu kommen.

Besonders gefällt uns die wilde Ostküste wo der Wind heftig bläst und sich die Wellen brechen.

Mehrmals durchqueren wir den Hauptort Bourg.

Der Skipper drückt wie üblich kräftig auf die Tube, so dass wir gegen Mittag das Meiste der Insel gesehen haben. Jetzt wäre ein Mittagessen am Strand schön. Sollte bei der Vielzahl an Strandrestaurants kein Problem sein, oder? Doch es ist genau wie am Vorabend. Nirgendwo bekommen wir einen Tisch ohne Reservierung. Schliesslich finden wir einen Platz in der kleinen Crêperie im Ort.

Auf zur Wanderung

Nach einem leckeren Crêpe und tropischen Fruchtsaft fühlen wir uns gestärkt für weitere Aktivitäten. Was jetzt? Heute Morgen haben wir bei unserem Stopp in der Marigot Bay gesehen, dass es dort einen Wanderweg über die Nordspitze der Insel gibt. Also schwingen wir uns wieder aufs Fahrrad und los geht’s. In weniger als zehn Minuten sind wir in der Marigot Bay. Der Wanderweg ist gut markiert.

Wir sind froh, dass wir uns trotz der Nachmittagshitze zu der Wanderung aufgerafft haben. Je höher wir kommen um so spektakulärer ist die Aussicht

Zwischendrin wird es abenteuerlich, als wir nahe am Abgrund über Felsen und Geröll klettern müssen. Für den Skipper, der wie immer in Flip Flops unterwegs ist, nicht ganz angenehm. Aber er beklagt sich nicht und hält locker mit mit Schritt.

Am Morgen haben wir bei unserer Radtour viele Touristen gehen; hier sind wir ganz alleine. Während der kompletten Wanderung begegnet uns niemand.

Auf dem Weg nach unten genießen wir noch einmal den Blick über die Inselgruppen der Heiligeninseln.

Am Ende sind wir 23 km Fahrrad gefahren, gut zwei Stunden gewandert und um viele neue Eindrücke reicher. In den nächsten Tagen werden wir erst einmal hier bleiben und diese wunderschöne Umgebung genießen.

Relevante Links

Online Reiseführer Îsles des Saintes

Tripadvisor über die Citrus Lounge Bar

Tripadvisor über die Crêperie in Bourg

7 Kommentare

  1. …. Wie immer toll geschrieben.
    Das waren doch bestimmt Wander Flipflops 😂😂 und mit den Crepes geht auch zwischen durch…. Genauso wie MC DONALDS… Ab und zu…
    Aber im Schaukelboot, wäre nix für mich…. 🤮….
    Euch weiterhin eine gute Zeit und bleibt gesund und munter….
    Mit lieben Grüßen aus der Heimat von Eddy und Mechtild 😘💜

    Gefällt 1 Person

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