Marie-Galante: Kleinod im Südosten von Guadeloupe

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Am 26. März liegen wir vor Anker in Pointe-à-Pitre in Guadeloupe. Was machen wir heute? Der Skipper studiert das Wetter und kommt zu dem Schluß, dass heute guter Wind ist, um nach Marie-Galante-zu segeln. Die kleine Insel liegt im Südosten von Guadeloupe. Sie wird von Seglern nicht ganz so häufig angelaufen, da sie etwa abseits liegt. Marie-Galante ist weniger touristisch erschlossen, soll aber gerade darum sehr interessant sein; also „Anker auf“ und los geht’s.

Wir haben einen entspannten Segeltörn. In der großen Ankerbucht von Saint-Louis finden wir sofort einen Ankerplatz. Am Spätnachmittag fahren wir an Land. Es gibt ein Dinghydock, was im großen Fähranleger integriert ist. Das Örtchen wirkt nett, wenn auch ein bisschen verschlafen.

Im „Chez Henry“ nehmen wir einen Sundowner am Strand, während der Küchenchef den frischen Fisch vorbereitet. Wir haben für das Abendessen hier keinen Tisch mehr bekommen.

Darum ziehen wir nach Sonnenuntergang weiter ins „La Boheme“. In dem hübschen Restaurant verbringen wir einen netten Abend und genießen allerlei kleine Köstlichkeiten. Der Einstand in Marie-Galante ist schon einmal gelungen.

Sightseeing-Tour

Am. nächsten Tag haben wir ein Auto gemietet und starten zu einer Inseltour. Marie-Galante ist 158 Quadratkilometer groß und damit geringfügig kleiner als Fehmarn (185 Quadratkilometer). Die Insel hat ca. 11.000 Einwohner und ist stark landwirtschaftlich geprägt. Hier gibt es noch mehrere aktive Destillerien, die Rum aus Zuckerrohr gewinnen. Die Besonderheit der Insel ist ein hochprozentiger Rum mit 59% Alkohol. Da die Rum-Destillerien nur vormittags geöffnet haben, beginnen wir hier unsere Sightseeing-Tour. Auf dem Weg dorthin stoppen wir bei der Moulin Bézard, einer der vielen historischen Windmühlen, die über die ganze Insel verteilt sind.

Destillerie Bellevue

Zuerst fahren wir zur Destillerie Bellevue. Hier steht noch eine intakte Windmühle. Da gerade noch einige andere Besucher angekommen sind, macht sich ein Mitarbeiter der Destillerie die Mühe, die Mühle zu starten und so können wir das gute Stück in Aktion erleben. Dann spazieren wir durch die Halle, wo der Rum in den Fässern die verschiedenen Herstellungsphasen durchläuft. Es riecht angenehm süsslich. Am Ende besteht auch die Möglichkeit den Rum zu verkosten. Dafür ist es uns aber eindeutig zu früh. Da lassen wir gerne den anderen Besuchern den Vortritt, die sich am Gratis-Ausschank drängeln. Aber auch wir nehmen einige Flaschen mit. Ich bekomme einen Rum-Punsch mit Passionsfrucht und einen Schokolikör, der Skipper einen hochprozentigen Rum zum Flambieren.

Durch die Zuckerrohrfelder fahren wir weiter zur nächsten Rum-Destillerie, die nur wenige Kilometer entfernt liegt.

Wieder passieren wir eine alte Windmühle.

Destillerie Bielle

In der Destillerie Bielle sind historische Maschinen ausgestellt, was den Skipper besonders interessiert. Bei der Verkostung und im Shop ist es ziemlich voll.

Capesterre-de-Marie-Galante

Da fahren wir lieber weiter in den Süden der Insel, nach Capesterre. Der kleine Ort liegt schläfrig in der Mittagshitze; auffällig ist die bunte Strassenkunst.

Capesterre hat einen wunderschönen weißen Sandstrand vor türkisfarbenem Wasser (siehe Titelbild oben). Wir sehen ein kleines Restaurant, was geöffnet hat, aber komplett leer ist. Als ich jedoch frage ob wir einen Tisch zum Mittagessen bekommen können höre ich: „Nein wir sind komplett ausgebucht“. Ich halte das für einen Scherz, aber es ist keiner. Das Angebot an der Bar Platz zu nehmen lehne ich dankend ab. Stattdessen steigen wir wieder ins Auto und fahren ein Stück an der Küste entlang. Wäre doch gelacht wenn wir nicht noch ein Plätzchen finden, wo sie sich etwas mehr über Gäste freuen. Und tatsächlich kurze Zeit später kommen wir zum Restaurant Touloulou. Hier sitzen wir auf einer Terrasse direkt am Strand. Für diejenigen die nur etwas trinken möchten gibt es noch eine Lounge über dem türkisfarbenem Wasser, ein perfekter Platz 🤩. Wir werden freundlich begrüßt, das Essen ist lecker und der alkoholfreie Passionsfrucht Mojito genau die richtige Erfrischung für mittags.

Danach geht es weiter an der Küste entlang.

Jetzt ist Bewegung angesagt. Im Norden von Capesterre, liegen die sogenannten „Galeries“. Hier kann man sehen wie das Meer den Fels ausgewaschen hat. Während ich über die Felsen kraxele frage ich mich, warum ich nicht einfach mit einem leckeren Drink am Strand sitzen geblieben bin😀. Die kurze Wanderung ist nichts für Menschen mit Höhenangst, aber spannend ist es.

Anschließend fahren wir langsam zurück. Auf der Strasse begegnen uns Kühe.

Wir machen noch einen Stopp an einem weiteren Traumstrand im Osten der Insel.

Kurz vor unserem Ausgangspunkt in Saint Louis halten wir noch einmal an einem Aussichtspunkt.

Wir parken das Auto beim Verleiher und verlängern direkt noch für ein paar Tage, weil es uns so gut gefallen hat. Nach einem kurzen Boxentsopp auf escape geht es zurück an Land. Heute essen wir im „Chez Henry“. Hier wird alles aus lokalen Zutaten frisch zubereitet. Volker nimmt den Mahi, ich probiere die vegetarische Spezialität des Hauses. Nie hätte ich gedacht, dass ein Gemüseomlett so lecker sein kann, es ist wirklich speziell gewürzt. Gekrönt wird der Abend durch den Blick auf den Sonnenuntergang über Guadeloupe.

Fazit
Marie Galante ist ein besonderer Ort und hat es auf der Liste meiner persönlichen Lieblingsinseln nach ganz oben geschafft. Ein Traumtag geht zu Ende, da trifft es sich gut, dass heute mein Geburtstag ist. Das hat der Skipper gut hinbekommen😉.

Relevante Links

Restaurants
Restaurant Chez Henri, Saint-Louis
Tripadvisor über Restaurant La Bohème, Saint Louis
Restaurant Touloulou, Capesterre

Rum Destillerien
Besucht haben wir
Destillerie Bellevue
Destillerie Bielle

8 Kommentare

  1. Eine traumhafte, kleine Insel. Ich musste direkt mal googeln, wo ihr euch da herumgetrieben habt 🙂 Schaut sehr nett und ruhig aus, obwohl das Verhalten der Locals ein wenig seltsam war… mögen sie vielleicht keine Besucher?

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