Zwischen den Flügen des Schmetterlings: escape in Pointe-à-Pitre

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Nach einer Woche an der Boje in den Îsles des Saintes und vielen Treffen mit anderen Seglern ist es Zeit weiterzuziehen. Der Wind hat etwas nachgelassen. Ich bin bereit die schützende Bucht zu verlassen.

Der Skipper und ich haben uns in zähen Verhandlungen darauf geeignet, direkt ein Reff im Grossegel zu lassen. Im Kanal zwischen den Saintes und der Hauptinsel Guadeloupe geht oft starker Wind, da ist es besser vorbereitet zu sein. Der Wind hat nach wie vor deutlich über 20 Knoten. Doch alles klappt gut, wir setzen Segel und nehmen Kurs auf Pointe-à-Pitre

Guadeloupe wird wegen seiner Form auch „die Schmetterlingsinsel“ genannt Unser heutiges Ziel Point-à-Pitre liegt genau in der Mitte zwischen den Flügeln des Schmetterlings.

Wr können den Kurs nicht genau anlegen; ein Kreuzschlag ist nötig um Pointe-à-Pitre zu erreichen.

Am Ende haben wir 27 Seemeilen zurückgelegt als der Anker gegenüber der Marina Bas-Du-Fort fällt. Als wir liegen fällt mir eines auf: escape liegt ruhig, Wir schaukeln nicht mehr hin und her wie die Woche zuvor. Welch eine Wohltat. Heute Nacht werde ich gut schlafen.

Aber vorher fahren wir noch mit dem Dinghy in den Hafen, um ein bisschen die Gegend zu erkunden. Es gibt viele Bars und Restaurants, in denen einiges los ist. Die Marina ist Ausgangspunkt der Route du Rhum, einer Transatlantikregatta die alle 4 Jahre von Saint Malo nach Guadeloupe führt. Im November diesen Jahre ist es wieder soweit. Auch Boris Herrmann ist angemeldet.

Am nächsten Tag erkunden wir die Stadt. Der Name „Pointe-à-Pitre kommt daher, dass hier im 17. Jahrhundert ein Holländer Namens Piet sein Haus baute. Die „Landzunge des Piet“ heißt auf französisch „Pointe-à-Pitre“. Heute hat die Stadt ca. 16.000 Einwohner. Mit dem Beiboot fahren wir ins Zentrum, wo wir vor dem Fischmarkt festmachen. Als erstes schlendern wir über den Markt,

In der Innenstadt ist es seltsam leer. Viele Geschäfte und Büros haben geschlossen. Später erfahren wir, dass gestern ein Feiertag war und viele den Tag als Brückentag nutzen. Gut erhaltene Kolonialhäuser wie das Schoelcher Museum, stehen neben verlassenen Gebäuden.

Eines fällt auf: Überall gibt es farbenfrohe Strassenkunst.

Besonders interessant wirkt es, wenn das Haus zum Gesamtkunstwerk wird.

Vom Zentrum aus laufen wir zum Memorial ACTe. Das Museum ist die weltweit grösste Gedenkstätte an die dunklen Zeiten der Sklaverei. Das imposante Gebäude, ist uns schon vom Ankerplatz aus aufgefallen. Allerdings ist das Projekt umstritten, kein Wunder bei Baukosten von 85 Millionen Euro. Auf einer Insel wo die Jugendarbeitslosigkeit 50 Prozent beträgt, hätte es sicherlich auch andere Verwendungsmöglichkeiten für dieses Geld gegeben.

Zumal es an vielen Stellen so aussieht als ob Geld dringend benötigt wird, wie beispielsweise diese Schiffswracks unweit vom Museum anschaulich demonstrieren.

Zum Abschluss unseres Sightseeing-Tages machen wir noch eine Dinghytour auf dem Rivière Salée. Der „salzige Fluss“ verläuft zwischen den „Flügeln des Schmetterlings“ und trennt Guadeloupe in zwei Hälften, Basse Terre(Westen) und Grand Terre(Osten). Wir fahren durch eine tiefgrüne Mangroven-Landschaft.

Spannend wird es als wir am internationalen Flughafen von Pointe-à-Pitre vorbeikommen und eine Maschine im Landeanflug über unsere Köpfen hinweg donnert.

Am Ende des Tages haben wir viel Neues gesehen. Sollen wir noch einen Tag bleiben oder weiterziehen? Das entscheiden wir morgen…

Relevante Links

Maria Bas-du-Fort

Route du Rhum Regatta

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