escape segelt von Marie Galante nach Antigua

Gepostet von

Nach vier Tagen ist es Zeit Abschied zu nehmen von unserem Inselidyll im Süden Guadeloupes. Um 8.30h gehen wir Anker auf und kehren Marie Galante das Heck zu. Es geht wieder Richtung Norden. Wenn es gut läuft, wollen wir heute bis an die Nordwestspitze von  Guadeloupe, nach Deshaies. Dort möchten wir ausklarieren, um dann morgen wieder nach Antigua zu segeln.

Im Gegensatz zur vorigen Woche ist heute wenig Wind im Kanal zwischen  Guadeloupe und den vorgelagerten Inseln. Wir fahren erst einmal unter Motor. Das kommt dem Skipper sehr entgegen, da er seine Batterien einmal komplett aufladen möchte. Während er noch einigen Schreibkram erledigt übernehme ich die Wache und schaue nach anderen Booten und Fischerbojen. Auch weit von der Küste weg, wo es mehr als 30m tief ist, sehen wir die kleinen bunten Hindernisse. Möglicherweise sind dazwischen Netze gespannt. Da heißt es aufpassen. 

Nach anderthalb Stunden merke ich, dass der Wind mehr wird. Auch die Wasseroberfläche ist nicht mehr so glatt wie zu Beginn unseres Törns. Möglicherweise möchte der Skipper Segel setzen? “Der Wind hat zugenommen” rufe ich ihm zu. Er entgegnete nur: “ Du auch” . 😬🤣😬🤣😬
Nach dieser aufschlußreichen Konversation motoren wird weiter die Küste entlang. Nach knapp drei Stunden haben wir das Kap an der Südwestspitze von Guadeloupe erreicht. Da wir dieses Mal sehr küstennah fahren haben wir einen guten Blick auf die sattgrüne Karibiklandschaft.

Am Kap frischt der Wind kurzzeitig auf, doch kurz danach herrscht Flaute. Nur ab und zu kommen einzelne Böen über die Berge.

So geht es weiter unter Motor die Küste entlang.

In Deshaies ankern wir an der gleichen Stelle wie vor zwei Wochen. Das Ausklarieren im Shop geht genauso einfach wie das Einklarieren.

Als wir am Ankerplatz liegen kommt ein Beiboot vorbei, dessen Insassen uns auf Deutsch begrüßen. Die beiden liegen auch hier in der Bucht, haben unsere deutsche Flagge gesehen und wollten „hallo“ sagen. Unter anderem berichten sie, dass sie heute morgen ‚rausgefahren sind, um nach Antigua zu segeln. Dann sind sie aber wieder umgekehrt, weil Wind und Wellen draußen zu heftig waren. Ich bin also nicht der einzige Schönwettersegler hier😉.

Abends haben wir einen Tisch im Restaurant „Le Mahina“ reserviert, wo wir bei unserem erste Besuch keinen Platz bekommen haben. Das Restaurant ist auch dieses Mal wieder bis auf den letzten Platz besetzt, das Essen ist gut. Wir sitzen direkt am Wasser und geniessen den Blick auf die Boote in der Bucht.

Wie geht es weiter? Ich würde am liebsten eine ruhigere Wetterphase abwarten, bevor wir weiter segeln. Doch der Skipper kennt kein Erbarmen. Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen unverändert und er möchte nicht so lange hier in Deshaies herum liegen. In Antigua ist bootstechnisch schließlich mehr los. Also gehen wir am nächsten Morgen Anker auf. Wir setzen die Segel noch im Windschatten der Bucht. Schon im Vorfeld sind wir übereingekommen, zwei Reffs im Grossegel zu lassen (das heißt die Segelfläche ist zwei Stufen kleiner als normal). Außerdem nehmen wir das kleinere der beiden Vorsegel. Wir legen Kurs Nord an. Die Böen haben hier unter Landabdeckung schon 22 Knoten. escape kommt trotz der geringen Segelfläche auf 10 Knoten Geschwindigkeit.

Oh 😮, was ist das? Hier liegen Fischerbojen, die man bei der unruhigen See kaum erkennen kann. Ein paar Mal weicht der Skipper im letzten Moment aus als sie vor dem Bug auftauchen. Je weiter wir auf das offene Meer hinaus kommen, um so kräftiger bläst der Wind.

Es ist ein ähnlich wilder Ritt wie auf dem Hinweg, aber was soll’s. Nach so vielen Starkwind-Segeltagen habe ich mich irgendwie daran gewöhnt. Ich habe keine Angst mehr, unangenehm ist es trotzdem. Sobald ich meinen Platz am Steuerstand verlasse, merke ich wie mir übel wird. Also wechsele ich nur zwischen Steuerstand und dem Platz an der Grosschot hin und her. Das Törn dauert ja weniger als 5 Stunden das geht. Für den Skipper dagegen ist es ein Traum-Segeltag. escape läuft die meiste Zeit über 10 Knoten, in der Spitze schaffen wir deutlich über 11 Knoten. Da hat er Spaß.

Unser Ziel ist Jolly Harbour. Der Kurs liegt an, wir kommen ohne Wende auf einem Bug dorthin, Segel einrollen klappt prima. Während des Ankermanövers geht noch ein kräftiger tropischer Regenguss auf uns nieder. Glücklicherweise hält der Anker sofort, so dass wir uns ins Trockene verziehen können.

Als der Regen vorbei ist, lassen wir schnell das Dinghy zu Wasser. Wir kommen um kurz vor vier beim Zollbüro an. Obwohl wir kurz vor Feierabend dort sind, werden wir freundlichst begrüsst und können tatsächlich noch einklarieren, perfekt👌.

Abends probieren wir dann das Curry House aus, was uns alle empfohlen haben. Der Skipper ißt nicht gerne asiatisch, aber nach dem für mich anstrengenden Segeltag habe ich etwas gut. Letztendlich schmeckt es ihm dann auch, wir schließen uns dem Lob für das Curry-House an.

Relevante Links

Tripadvisor über Restaurant „Le Mahina“

Curry House, Jolly Harbour

8 Kommentare

  1. Na, das war ja mal wieder ein wilder Ritt für dich, Annemarie….
    Zuerst hast du zugenommen, dann 5 Stunden kotz schlecht segeln um zu allem auch noch nass zu werden ….
    Da Lob ich mir das der Skipper asiatische Gerichte zu sich genommen hat…. Was du ja gerne mags….
    Mit lieben Grüßen aus der Heimat
    Der Eddy und die Mechtild ❤️😘

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.