Voiles de St Barth: Jetzt wird’s ernst

Gepostet von

16. April: Zwangspause
Gestern Abend haben wir unser Großsegel zur Reparatur gebracht. Daher bleibt escape heute am Dock, obwohl wir eine weitere Trainingseinheit dringend gebraucht hätten. Das gibt mir Gelegenheit das Chaos im Boot zu beseitigen. Heute Nacht haben 8 Leute auf escape übernachtet. Wir haben aber nur 3 Kabinen mit insgesamt 6 Kojen. Das heisst die beiden North Sails Pros, die zuletzt angekommen sind, mußten im Salon schlafen. Heute ziehen vier Crewmitglieder ins AirBnB um. Es wird also entspannter an Bord, zumindest nachts😉.

Am späten Nachmittag kommt das Segel zurück. Die Crew baut die Latten ein und verstaut es an Deck.

Jetzt sollte unserem morgigen Trainingstag nichts entgegenstehen.

17. April: Generalprobe
Da wir nur noch diesen einzigen Trainingstag haben, geht es früh los. Pünktlich um 8:00h sind alle an Bord und wir verlassen als erstes Boot den Hafen von Gustavia. Zunächst muß das reparierte Großsegel wieder angeschlagen werden. Im Hafen ist zu viel Wind aus der völlig falschen Richtung. Wir fahren in eine große Bucht, stellen das Boot in den Wind (das heisst der Wind kommt genaue von vorne) und mit vereinten Kräften setzen die Männer das Segel.

Danach wird gesegelt. Wir üben verschiedene Manöver. Doch dann gibt es ein Problem mit dem Vorstag der Selbstwendefock. Zwei Schrauben haben sich gelöst. Kurzerhand wird das Vorsegel runtergeholt, einer der beiden North Sails Pros geht hinauf, um den Fehler zu beheben.

Danach wird noch eine Runde gesegelt, der Gennaker muss noch getestet werden. Zum Abschluss gibt es eine Runde Sandwiches, dann geht es zurück in den Hafen.

Hier beobachten wir wie ein Helikopter von einer Superyacht zur nächsten fliegt, die nur einige Meter daneben ankert. Das ist wohl typisch St Barth.

Abends kommt noch ein weiteres Crewmitglied: Unser Freund Patrick hat eine Woche Urlaub genommen, um mit uns die Regatta segeln zu können. Er hat eine Menge Gepäck dabei, allerdings nicht für sich sondern für uns und escape. Abends gehen wir wieder in die „Bar des Vergessens“. Es ist einfach praktisch, weil sie genau gegenüber von unserem Liegeplatz ist. Dann sind wir früh im Bett, denn morgen wird es ernst.

Wir sind etwas enttäuscht, dass außer uns nur noch eine weitere CNB mitfährt, die Bordeaux 60 Nina. Ursprünglich waren mehr CNB’s angemeldet. Wir hatten uns gefreut, gegen gleiche Boote zu segeln und vielleicht auch den ein oder anderen CNB Eigner näher kennenzulernen. Doch offenbar haben sie alle vor dem Start zurückgezogen. Sollte uns das zu denken geben?

18. April: Erster Tag der Regatta
Heute geht es los, das Rennen beginnt um 12:00. Trotzdem sind wir früh draußen, weil uns ein Trainingstag fehlt. Wir trainieren ein bisschen, dann gibt es noch einmal Baguette für alle, während sich die Crew am Steuer abwechselt.

Es geht Richtung Start. Bei der Vielzahl von Booten ist es nicht einfach die Übersicht zu behalten und die Vorfahrtsregeln korrekt anzuwenden.

Der Start klappt gut und los geht’s. escape segelt bei der Voiles-de-St- Barth ⛵️😚

Wir orientieren uns an der Bordeaux 60 Nina, die unserem Boot am ähnlichsten ist.

escape ist gut auf dem Regattakurs unterwegs.

Doch es passieren viele Fehler, Überläufer an den Winschen, unsauber ausgeführte Manöver. Man merkt, dass die Crew nicht aufeinander eingespielt ist und nicht alle Crewmitglieder erfahren genug sind. Beim Handling des Gennakers unter Regattabedingungen wären weitere zupackende Hände nötig. Die Stimmung an Bord ist angespannt.

Erschwert wird die Situation durch ein Crewmitglied, dass als Taktiker und Navigator fungiert, diese Rolle aber falsch interpretiert. Er setzt den Rest der Crew unter Dauerbeschallung mit nötigen aber auch vielen unnötigen Informationen. Wenn er dagegen in brenzligen Situationen kurz Hand anlegen soll passiert nichts. Es wird laut, irgendwann platz dem Skipper der Kragen. Diejenigen unter unseren Lesern, die ihn persönlich kennen, wissen was das bedeutet…. Danach ist Ruhe.

Am Ende werden wir Dritter in unserer Klasse. Sie bestand nur aus vier Booten aber immerhin😉…

Doch die Bilanz ist erschreckend. Ich habe das Gefühl, dass in den letzen drei Tagen mehr am Boot kaputtgegangen ist, als in den drei Jahren davor. Durch einen Bedienfehler ist der Furler des Vorsegels so stark verdreht worden, dass das Profil komplett verbogen ist. Der Carbonbaum hat überall Kratzer von den Schoten des Gennakers. Das Grossegel, was gestern erst geflickt wurde, ist schon wieder kaputt. Es geht erneut zur Reparatur und wir haben morgen erst einmal Pause.

Noch am selben Abend trifft der Skipper die Entscheidung sich von dem störenden Crewmitglied zu trennen. Ich hätte versucht es anders zu lösen und ihm noch eine Chance zu geben. Der Rest der Crew ist jedoch einstimmig auf Seiten des Skippers. Nach einer kurzen Gesprächsrunde entspannen sich alle wieder etwas.

Mal sehen wie es morgen weitergeht…🤔

7 Kommentare

  1. ….Moin Annemarie und Volker.
    Viel los auf der „escape“ …. Das liegt bestimmt an der „Flucht“ …. Euch weiterhin gutes Gelingen und einem lieben Gruß aus der Heimat…. Von Eddy und Mechtild ❤️😘

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.